Mehr erneuerbare Energien, EEG-Umlage steigt leicht an

15.10.2015

Die Umlage zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (EEG) steigt für das kommende Jahr um circa drei Prozent – von derzeit 6,170 auf 6,354 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Dies teilten die Übertragungsnetzbetreiber heute mit. Die maßvolle Steigerung war bereits über die Berechnungen des EEG-Rechners erkennbar, den das Öko-Institut im Auftrag von Agora Energiewende erarbeitet und Anfang des Jahres aktualisiert hat.

„Eine wichtige Ursache für den gemäßigten Anstieg ist der erneut gesunkene Strompreis an der Börse“, erläutert Markus Haller, Energieexperte am Öko-Institut und Mit-Entwickler des EEG-Rechners. „Denn die EEG-Umlage deckt grundsätzlich die Differenz aus dem aktuellen Börsenstrompreis und den festgelegten, höheren Vergütungssätzen für Strom aus erneuerbaren Quellen ab. Sinkt nun ersterer, muss die Umlage nachziehen. Geben jedoch die Energieversorger die sinkenden Großhandelspreise an die Verbraucher weiter, kann der Strompreis für die Endkunden gleichbleiben“.

Pluspunkte für erneuerbare Energien

Gleichzeitig bedeutet diese Entwicklung auch, dass die Stromerzeugung aus Wind, Wasser und Sonne deutlich angewachsen ist. Mittlerweile werden bereits circa 30 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms durch erneuerbare Energien gedeckt. Dieser Anteil wird voraussichtlich im kommenden Jahr um weitere drei Prozentpunkte steigen.

„Gerade 2015 sind viele Wind-Offshore-Anlagen, die bereits gebaut waren, ans Netz gegangen. Auch die Nutzung von Windenergie an Land wurde deutlich ausgebaut.“, so Haller. „Diese und weitere Faktoren für die Bestimmung der EEG-Umlage können in unserem EEG-Rechner abgelesen werden.“

Das Online-Tool, das auf der Website von Agora Energiewende frei verfügbar ist, ermöglicht es, Szenarien zur Entwicklung der Umlage für die nächsten 20 Jahre selbst zu testen.

Zum EEG-Rechner des Öko-Instituts auf der Website von Agora Energiewende

Aktuelle Berechnungen zur künftigen Entwicklung der EEG-Umlage des Öko-Instituts