Erfolgreicher Stakeholder Workshop in Ghana

28.06.2013

Im Rahmen des Projektes „Globale Kreislaufführung strategischer Metalle – Best-of-two-Worlds Approach (Bo2W)“ wurde am 12. Juni 2013 in der ghanaischen Hauptstadt Accra ein erster Stakeholder Workshop durchgeführt.

Das Projektteam wird gebildet vom Öko-Institut, den lokalen Partnern City Waste Recycling Ltd. (Ghana), CEDARE (Ägypten) und drei Industriepartnern aus Deutschland und Belgien. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „r³ – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Strategische Metalle und Mineralien“. Unter dem Dach des Rahmenprogramms „FONA – Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ fördert die Bundesregierung die Forschung in zentralen Aktionsfeldern für eine nachhaltige Zukunft. 

Ziel des Projektes ist es, die Möglichkeiten von nachhaltigen Sammel- und Recyclingsystemen in Ghana und Ägypten zu untersuchen und deren Etablierung zu fördern. Das Prinzip folgt dem Ansatz „Best of two worlds“ (das Beste aus zwei Welten). Dieser sieht vor, die jeweiligen Stärken der bestehenden Recyclingstrukturen für Elektroschrott und Altfahrzeuge von Schwellenländern und Industrienationen zu kombinieren. Das Projekt hat eine Laufzeit von Juni 2012 bis Mai 2015.

Link zur Broschüre mit weiteren Informationen

Samuel Anku, stellvertretender Direktor der Umweltschutzbehörde Ghana (Environmental Protection Agency, EPA) und Thomas Wimmer, ständiger Vertreter der deutschen Botschaft in Ghana, begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Industrie. Dr. Lothar Mennicken (Assistant Head of Division Resources & Sustainability im Bundesministerium für Bildung und Forschung) gab einen Überblick über die Forschungsförderung im Bereich Ressourcen und Recycling, in die das Best-of-Two-Worlds-Projekt eingebunden ist. Mr. Pwamang, Direktor der Abteilung für Chemikalienkontrolle an der ghanaischen Umweltschutzbehörde, informierte über die gegenwärtigen Initiativen der ghanaischen Regierung im Bereich Elektroschrott.

Die Projektpartner präsentierten vorläufige Ergebnisse des seit rund einem Jahr laufenden Projektes. Dazu zählte beispielsweise eine Hochrechnung über das Elektroschrottpotenzial innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre in Ghana. Eine wesentliche Herausforderung sahen die europäischen und  ghanaischen Workshop-Teilnehmer im zukünftigen Umgang mit Komponenten des Elektroschrotts mit negativer Wertschöpfung (z.B. Bildröhrenglas).

Es entstand eine lebhafte Diskussion zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einschließlich eines hohen Vertreters des informellen Schrottsektors in Accra und Vertretern der Hafenbehörde von Ghana. Gemeinsam verständigten sie sich darüber, welche  nächsten Schritte auf dem Weg zu einem nachhaltigen Recyclingsystem begangen werden müssen.

City Waste Recycling Ltd. plant nun unter Einbindung des informellen Sektors in den zehn regionalen Hauptstädten des Landes Sammelstellen für Elektroschrott aufzustellen. Darüber hinaus soll in Accra eine zentrale Anlage entstehen, in der Elektroschrott hauptsächlich manuell zerlegt wird. Das Ziel ist ein Zusammenspiel der zukünftig verbesserten Recyclinginfrastruktur in Ghana mit den bereits existierenden globalen Infrastrukturen, vertreten durch die anwesenden Projektpartner aus der Recyclingindustrie.   

Weitere Informationen in der Pressemitteilung „Das Beste aus zwei Welten“ auf der Homepage des Öko-Instituts 

Kontakt

Dr. Matthias Buchert
Leiter des Institutsbereichs Infrastruktur & Unternehmen
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
E-Mail: m.buchert--at--oeko.de