Zusatzerträge von ausgewählten deutschen Unternehmen und Branchen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems

13.05.2011

Die ersten beiden Perioden des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) waren durch kostenlose Zuteilungen von Emissionsberechtigungen in erheblichem Umfang geprägt. Da der CO2-Preis im Bereich der Stromerzeugung auf den Strompreis umgelegt wird, konnten die Stromerzeuger im Zeitraum von 2005 bis 2012 umfangreiche Zusatzerträge realisieren. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag des WWF Deutschland. Insgesamt haben die Stromerzeuger so zwischen 35,6 und 38 Milliarden Euro Mehreinnahmen verbuchen können. Die Unternehmen der energieintensiven Industrie erzielten Erträge von rund 840 Millionen Euro.

Dies Einpreisung der kostenlos zugeteilten Emissionsberechtigungen ist aus betriebswirtschaftlichen Gründen für die Unternehmen ein rationales Vorgehen. Unter Berücksichtigung der auch zur Abschöpfung der Zusatzerträge aus dem EU ETS konzipierten Kernbrennstoffsteuer (die ab 2011 eingeführt werden soll) belaufen sich die Zusatzerträge für alle näher analysierten Stromerzeuger in der ersten und zweiten Handelsperiode des EU ETS (auf der Basis von Ist-Daten für 2005 bis 2010 und Projektionen für 2011 und 2012) voraussichtlich auf 38 Milliarden Euro (ohne Kernbrennstoffsteuer) bzw. rund 35,6 Milliarden Euro (mit Kernbrennstoffsteuer).

Aber auch Unternehmen der energieintensiven Industrie haben aus der sehr großzügigen Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate erhebliche Zusatzerträge erzielt. Für den Gesamtzeitraum der ersten und zweiten Handelsbeträge haben die näher analysierten Unternehmen Zusatzerträge von 840 Millionen Euro erzielt, wobei insbesondere ThyssenKrupp (352 Millionen Euro), Salzgitter (238 Millionen Euro) und BASF (115 Millionen Euro) profitiert haben.

Die Studie des Öko-Instituts "Zusatzerträge von ausgewählten deutschen Unternehmen und Branchen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems - Analyse für den Zeitraum 2005-2012" im Auftrag des WWF Deutschland können Sie herunterladen.

Ansprechpartner

Dr. Felix Chr. Matthes
Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik
Öko-Institut e. V., Büro Berlin
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