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Energieeffizienz - ja bitte!

Prioritäten setzen für mehr Erfolg

Zu gestalten
In der Ökodesign-Richtlinie liegt eine beachtliche Chance

Zu klären
CCS ist eine Klimaschutztechnologie mit Fragezeichen

Zu beteiligen
Bei der Endlagersuche müssen Betroffene einbezogen werden

Umdenker sparen

Im Rhein-Main-Gebiet werden moderne Heizungspumpen bezuschusst

Heizen ist eine teure Angelegenheit. Ineffiziente öl- oder gasbetriebene Heizkessel belasten aber nicht nur die Haushaltskasse, sondern auch die Umwelt. Zwar gibt es empfehlenswerte Alternativen. Wer allerdings seine Heizungsanlage nicht ohnehin modernisieren muss, der scheut meist vor einem Wechsel. Aber schon mit deutlich weniger Aufwand wäre viel gewonnen. Denn in zahlreichen Heizungsanlagen treiben veraltete Umwälzpumpen die Stromrechnung in die Höhe.

Heizungspumpen haben die Funktion, das im Heizkessel erhitzte Wasser über das Rohrnetz in die einzelnen Heizkörper eines Wohngebäudes zu transportieren. Dieser Vorgang verbraucht Strom – meistens umso mehr, je älter und größer die Pumpe ist. Raus damit, lautet daher die Botschaft. Und Kunden des Energieversorgers Mainova wird das besonders leicht gemacht. Denn Umdenker im Rhein-Main-Gebiet belohnt das Unternehmen mit einem einmaligen Zuschuss von 20 Prozent zu den Anschaffungs- und Installationskosten. Voraussetzung: Das Wohngebäude muss im Netzgebiet liegen.

Nach Schätzungen des Energiekonzerns kann der Stromverbrauch einer alten Heizungspumpe bis zu einem Fünftel des gesamten Haushaltsstroms ausmachen. Die Alternative dazu sind Hocheffizienzpumpen. Diese sind nicht nur an sich energiesparsamer. Wird nach Einbau zudem ein hydraulischer Abgleich gemacht, gelangt in jeden
Heizkörper nur so viel Wärme, wie tatsächlich benötigt wird. Die Anschaffungs- und Installationskosten betragen zwar um die 700 Euro. Durch eine solche Umgestaltung des Systems können dann aber mindestens 400 Kilowattstunden Strom im Jahr eingespart werden. Verbraucher senken dadurch nicht nur ihre Energiekosten um rund 90 Euro im Jahr, sondern leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz. Das Potenzial ist groß: Zwar gibt es keine genaue Bestandsaufnahme darüber, wie viele ungeregelte Heizungspumpen in Deutschland noch in Betrieb sind. Legt man jedoch die Altersstruktur der Heizkessel zugrunde, kann man davon ausgehen, dass mindestens jede zweite Heizungspumpe älter als zehn Jahre und damit veraltet ist.

Rund 70 Kunden haben das Angebot seit 2003 genutzt, davon allein 17 in diesem Jahr. Ein klarer Aufwärtstrend, findet Markus Kirchner, der das Programm bei der Mainova betreut. Daher soll die Förderung auch im Jahr 2009 weiter laufen. Eine begrüßenswerte Kampagne, die zudem Teil des „Klima Partner-Programms” ist, mit dem die Mainova weitere Maßnahmen für den Klimaschutz fördert.

Der einzige Haken: Wer den Zuschuss in Anspruch nehmen möchte, muss Kunde der Mainova sein. Der Energieversorger hat aber leider keinen wirklich empfehlenswerten Ökostromtarif im Angebot, der der Umwelt tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen bringt. Empfehlenswerte Ökostromangebote sind nach Auffassung des Öko-Instituts nur solche, deren Nachfrage den Anteil an Ökostrom am gesamten Strommix weiter wachsen lässt, über die staatliche Förderung hinaus. jt/kk

Lohses UmWELT

Über Gedanken, Ideen und Begegnungen in einem bewegten Berufsleben

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
vor gut einem Jahr habe ich mir auch ein Strommessgerät gekauft und zu Hause gleich mal ein paar Elektrogeräte durchgemessen. Sie glauben gar nicht, was man da erlebt! Die Hitliste der traurigen Wahrheiten führte die formschöne Stehlampe aus Edelstahl an, matt gebürstet, mit zwei dimmbaren Halogenstrahlern. Einer davon verbrauchte 72 Watt, beide zusammen 190 Watt – ja, Sie lesen richtig: mehr als das Doppelte. Wer solche Lampen konstruiert? Das frage ich mich auch. Selbst im ausgeschalteten Zustand zog sie noch 13 Watt aus der Steckdose, rund um die Uhr! Bei meiner Nutzung kostete mich das 25 Euro Stromkosten pro Jahr, 20 Euro allein dafür, dass ich im Dunkeln saß – unglaublich.

Von solchen unsinnigen Elektrogeräten haben wir mehr im Haus, als wir denken. Gut bekannt ist der alte, Strom fressende Kühlschrank. Aber wissen Sie, wie viel Strom Ihre elektrische Zahnbürste aus der Steckdose zieht, auch wenn Sie sich nicht die Zähne putzen? Oder Ihre Waschmaschine, auch wenn Sie nicht waschen? Fragen Sie lieber nicht, sonst kommen Ihnen die Tränen.

Alle Welt diskutiert, wie wir Energie effizient und nachhaltig erzeugen können. Zweifelsohne ist das ein ganz zentrales Thema. Doch ebenso wichtig ist die Frage, wie wir Energie auch effizienter nutzen können. Hier gibt es riesige Potenziale. Aber wie lassen sie sich erschließen? Durch strengere Gesetze? Durch Marktanreizprogramme? Durch Information und Beratung der Verbraucher? In diesem Heft erfahren Sie, dass es nicht den einen Königsweg gibt, sondern viele verschiedene Ansätze, auf den unterschiedlichsten Ebenen.

Ach so – was ich mit der Stehlampe gemacht habe? Das Netzkabel durchgeschnitten und einen Fußschalter für 2,99 Euro aus dem Baumarkt eingebaut. Sicherlich, es gibt effizientere Lampen. Aber diese gefällt mir nun mal, und 80 Prozent weniger Stromverbrauch bei 20 Euro Kostenersparnis pro Jahr fand ich fürs Erste akzeptabel.

Sie wollen doch wissen, was Ihre elektrische Zahnbürste verbraucht? Falls Sie es noch nicht sind: Werden Sie Mitglied bei uns. Als Dankeschön erhalten Sie auf Wunsch ein Strommessgerät. Wenn Sie damit die größten heimlichen Energiefresser aufspüren und aus Ihrem Haushalt verbannen, können Sie mehr Strom sparen, als Sie unser Jahresbeitrag kostet.

Herzliche Grüße
Ihr Joachim Lohse | j.lohse(at)oeko.de

Impressum


eco@work – November 2008
ISSN: 1863-2017

Herausgeber:
Öko-Institut e.V.

Redaktion:
Christiane Rathmann (cr)
Katja Kukatz (kk)

Verantwortlich:
Christian Hochfeld

Weitere AutorInnen:
Michael Aldinger, Dr. Bettina Brohmann, Veit Bürger, Dr. Rainer Grießhammer, Katharina Hien, Beate Kallenbach-Herbert, Dr. Joachim Lohse, Julia Thiele, Jan S. Voßwinkel

Gestaltung/Layout:
Hannes Osterrieder

Technische Umsetzung:
Markus Werz, Öko-Institut e.V.
Brita Berger, Wilhelm Innovative Medien

Titelfoto:
© Fuchssteiner - photocase.de

Redaktionsanschrift:
Postfach 50 02 40, D-79028 Freiburg
Tel.: 0761/45295-0, Fax: 0761/45295-88
redaktion@oeko.de
www.oeko.de

Bankverbindung für Spenden

Sparkasse Freiburg - Nördlicher Breisgau
BLZ 680 501 01
Konto-Nr. 2 063 447
IBAN: DE 96 6805 0101 0002 0634 47
BIC: FRSPDE66

Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

Aktuelles im Überblick

Neues Management-Instrument für Bioenergie-Projekte

Vorbild Jühnde

Wenn ein Bioenergie-Projekt kriselt, hilft ein neues Management-Instrument

Seit 2005 werden die 800 Einwohner des Dorfes Jühnde bei Göttingen durch ihre eigene Biogasanlage mit Wärme und Strom versorgt. Jühnde ist dadurch als erstes Bioenergiedorf in Deutschland bekannt und zum Vorreiter in Sachen umweltfreundlicher Energiegewinnung geworden. Das erfolgreiche Modell wollten nun auch andere Dörfer kopieren. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass es durchaus Schwierigkeiten bei der Umsetzung gab.


So waren Landwirte auf Grund steigender Marktpreise für Ackerfrüchte unsicher, ob sie ihre Produkte zur Bioenergiegewinnung oder lieber als Tierfutter oder Lebensmittel verkaufen sollten. Viele wussten zu wenig über die Möglichkeiten des neuen Energiegeschäfts, weshalb ihnen die Investition in das Projekt als riskant erschien. Ein weiterer Streitpunkt sind Anforderungen des Naturschutzes: Wirkt sich der Energiepflanzenanbau möglicherweise negativ auf die Artenvielfalt aus?

Um solchen Unsicherheiten entgegenzuwirken, müssen Projektmanager systematisch Information und Aufklärung fördern. Anleitung dazu bietet seit diesem Jahr ESTEEM. Dieses Instrument haben WissenschaftlerInnen des Öko-Instituts gemeinsam mit weiteren Partnern im Rahmen des von der Europäischen Union unterstützten Forschungsvorhabens „Create Acceptance” entwickelt. Es leistet Projektmanagern Hilfestellung für eine erfolgreiche Kooperation und Kommunikation ihrer Projekte.

„ESTEEM ist als eine Art strukturierte Vorgehensweise zu verstehen, nach der alle beteiligten Akteure Schritt für Schritt die Möglichkeit bekommen, ihre Vorstellungen und Vorbehalte zum Projekt zu äußern”, erläutert Dr. Bettina Brohmann vom Öko-Institut. Die Projektleiter können dadurch herausfinden, wo es Probleme gibt und wie sie Akteure erfolgreich in ihr Projekt einbinden können. Am Ende steht dann ein transparenter und akzeptierter Aktionsplan, der zu einer erfolgreichen Umsetzung anleitet. jt

info: Dr. Bettina Brohmann

Sparauto, Ökoheizung & Co – Was bringt’s für Haushaltskasse und Umwelt?

Wer auf EcoTopTen-Produkte setzt, kann bis zu 77 Prozent CO2-Emissionen und beachtliche Kosten sparen

Klimawandel und steigende Lebenshaltungskosten haben etwas gemein: Sie schaffen ein neues Bewusstsein für’s Sparen. Das betrifft Energie und Geld gleichermaßen. Aber wie wirkt es sich eigentlich aus, wenn ein Haushalt einen A++-Kühlschrank kauft, die Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzt oder sich für eine neue effiziente Heizungsanlage entscheidet? Diese und weitere Fragen hat das Öko-Institut in einer Kurzstudie bilanziert und verschiedene Haushaltstypen miteinander verglichen. „Haushalte, die auf umweltschonende Produkte setzen, wie sie die Verbraucherkampagne EcoTopTen empfiehlt, können enorme Mengen CO2 Emissionen einsparen, ohne dass ihnen dadurch Mehrkosten entstehen”, fasst Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut, zusammen. „Im Gegenteil.”

So kann ein Zwei-Personen-Haus-halt, der sich für den Kauf ökologischer Spitzenprodukte entscheidet, seine CO2-Emissionen gegenüber einem konventionellen Durchschnittshaushalt jährlich um bis zu 73 Prozent oder rund 9,5 Tonnen CO2 senken. Trotz höherer Anschaffungskosten für die ökologischen Produkte verbucht er außerdem ein Plus von bis zu 980 Euro. Zusätzliche vier Prozent lassen sich einsparen, wenn die ökologischen Spitzenprodukte zudem besonders umweltschonend genutzt werden. Für die Haushaltskasse ergibt sich daraus ein Plus von bis zu acht Prozent oder rund 1.290 Euro. Noch besser schneiden besonders klimabewusste und nachhaltige Haushalt ab. „Die Ergebnisse der Studie zeigen eindrücklich, was heute schon mit den am Markt befindlichen ökologischen Spitzenprodukten möglich ist”, sagt Dr. Dietlinde Quack. kk

info: Dr. Dietlinde Quack

kurz & knapp

Klimapolitisches Handlungsprogramm

Die Landesregierung Baden-Württemberg will den Klimaschutz fördern. Doch trotz dieses Bekenntnisses konnte das Land seine CO2-Emissionen bisher nicht merklich reduzieren. Im Auftrag der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erarbeitete deshalb das Öko-Institut ein neues klimapolitisches Handlungsprogramm.

Anhand von 20 Maßnahmen, unter anderem in den Bereichen Bauen und Wohnen, Energieerzeugung, Stromsparen und Energieeffizienz, zeigt das Programm viele Handlungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Klimapolitik auf – Atomausstieg natürlich inbegriffen. jt

info: Veit Bürger

Traumziel Nachhaltigkeit

Wie können wir der zunehmenden Umweltbelastung durch Massentourismus entgegenwirken? In ihrem neuen Buch „Traumziel Nachhaltigkeit” stellen Martin Schmied und Dr. Matthias Buchert vom Öko-Institut zusammen mit weiteren Wissenschaftlern konkrete Strategien für einen nachhaltigen Tourismus vor.

Dabei klären sie nicht nur Anforderungen an nachhaltigen Tourismus, sondern identifizieren auch mögliche Zielgruppen und Marketingkonzepte. Die Forschungsergebnisse können Reiseveranstaltern und Touristikern zukünftig als Vorlage dienen, um nachhaltige Urlaubsreisen anzubieten. jt

info: Martin Schmied

Umweltschutz durch Flächenmanagement

In und um Freiburg gibt es ausreichend ungenutzte Flächen, um bis 2030 rund die Hälfte der nötigen Wohnbaufläche abzudecken. Dies ist das Ergebnis des Forschungsprojekts „Kommunales Flächenmanagement in der Region” (komreg), das vom Öko-Institut in Zusammenarbeit mit zehn Kommunen und weiteren regionalen Partnern umgesetzt wurde. „Komreg zeigt, dass nachhaltiges Flächenmanagement nicht nur Geld spart sondern vor allem auch die Umwelt schont”, so der Projektleiter Dr. Matthias Buchert vom Öko-Institut. Rund 400 Hektar können bereits in den kommenden Jahren für den Wohnbau bereitgestellt werden. jt

info: Dr. Matthias Buchert

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Vorbild Jühnde

Wenn ein Bioenergie-Projekt kriselt, hilft ein neues Management-Instrument

Ansprechpartnerin

Dr. Bettina Brohmann
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Stellvertretende Koordinatorin
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt



Weitere Informationen

Das ESTEEM-Tool ist für jeden frei im Internet zugänglich >>. Wer wissen möchte, ob die Vorgehensweise von ESTEEM für sein eigenes Projekt sinnvoll ist, der kann auf der Internetseite von ESTEEM unter Step 0 Poll auch einen automatischen Fragebogen ausfüllen, der diese Frage am Ende beantwortet.

Hintergrundinformationen zum Forschungsvorhaben „Create Acceptance“ und den Projektpartnern finden Sie ebenfalls im Internet (www.createacceptance.net).



Sparauto, Ökoheizung & Co – Was bringt’s für Haushaltskasse und Umwelt?

Wer auf EcoTopTen-Produkte setzt, kann bis zu 77 Prozent CO2-Emissionen und beachtliche Kosten sparen

Ansprechpartnerin

Dr. Dietlinde Quack
Projektleiterin EcoTopTen
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Institutsbereich Produkte & Stoffströme
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Die vollständige Kurzstudie finden Sie auf der Homepage des Öko-Instituts zum kostenlosen Download im Internet unter www.oeko.de/oekodoc/772/2008-226-de.pdf

Eine Pressemitteilung, die die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammenfasst, lesen Sie hier >>.

Klimapolitisches Handlungsprogramm

Ansprechpartner
Veit Bürger
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Stellvertretender Koordinator
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Hier >> können Sie das Handlungsprogramm herunterladen. Eine Kurzfassung finden Sie hier >>.



Traumziel Nachhaltigkeit

Ansprechpartner

Martin Schmied
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Stellvertretender Koordinator
Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Das Buch kann unter anderem beim Springer Verlag für 74,95 Euro bestellt werden.
ISBN: 978-3-7908-2094-2



Umweltschutz durch Flächenmanagement

Ansprechpartner

Dr. Matthias Buchert (Projektleitung)
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Koordinator
Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Eine gemeinsame Pressemitteilung „Landschaft bewahren – Fläche sparen!“ vom Öko-Institut, der Stadt Freiburg, Baader Konzept und IfSR finden Sie hier >>.

Die ausführlichen Forschungsergebnissen des Projekts sowie Informationen zu den Projektpartnern und Materialen können Sie außerdem im Internet unter www.komreg.info nachlesen.

Energieeffizienz – ja bitte! Nur wie?

Hersteller, Verbraucher und Energieversorger müssen gemeinsam ins Boot. Hier sind wirksame Politikinstrumente gefragt

Energiequellen gehören zu unseren wichtigsten Ressourcen. Dennoch verschwenden wir Energie zumeist gedankenlos. Leisten können wir uns das schon lange nicht mehr, weder wirtschaftlich noch ökologisch. Kaum ein energie- und klimapolitischer Zielkatalog daher, indem nicht gefordert wird: Wir brauchen mehr Energieeffizienz, und das nicht nur bei der Umwandlung in Strom, Wärme und Treibstoffe, sondern auch bei der Nachfrage. Doch die Realität ist davon weit entfernt und nur in wenigen Sektoren ist es bisher im Ansatz gelungen, den Energieverbrauch tatsächlich dauerhaft zu senken.
Dabei mangelt es nicht an technischen Möglichkeiten, Strom zu sparen, effizient zu heizen oder sich umweltfreundlich von A nach B zu bewegen. Doch weder Ökosteuer noch gesetzliche Baustandards, weder Förderprogramme noch Verbraucherinformationskampagnen oder Label für besonders sparsame Elektrogeräte haben bisher den durchschlagenden Erfolg erzielt.

Einer der Gründe dafür: Die Auswahl möglicher Instrumente und Maßnahmen ist sehr groß. Sie verteilt sich auf viele kleine Bereiche, die jeder für sich oft nur einen geringen Beitrag zum gesamten Effizienzziel beisteuern. Gleichzeitig müssen viele verschiedene Akteure angesprochen werden. Das ist aufwändig und komplex. Es reicht also nicht, mit einem übergreifenden Lenkungsinstrument wie der Ökosteuer die Effizienzziele zu verfolgen. Es bedarf vielmehr eines Bündels von verschiedenen Ansätzen, um die verteilten Einsparpotenziale beim Strom-, Wärme- und Kraftstoffverbrauch zu realisieren.

Ein weiterer Grund: Die bisherigen politischen Maßnahmen sind nicht ambitioniert genug. Energetische Baustandards werden beispielsweise
nicht schnell genug an steigende Energiepreise angepasst und in der Regel wird nicht kontrolliert, ob sie überhaupt eingehalten werden. Auch technologische Fehlentwicklungen, wie zum Beispiel Elektrogeräte, die ausgeschaltet immer noch Strom verbrauchen, wurden viel zu lange akzeptiert. Wie aber dann kann der Energieverbrauch nachhaltig reduziert werden? Wo sollte der Hebel am besten ansetzen? Bei der Aufklärung der Verbraucher? Bei gesetzlichen Standards, Förderungen oder Verboten?

Die Rolle der Verbraucher
Viele Maßnahmen rücken die Konsumenten in den Fokus. Kampagnen etwa verfolgen das Ziel, über verschiedene Einsparmöglichkeiten zu informieren. So sollen Verbraucher motiviert werden, ihren Energiebedarf zu senken, indem sie zum Beispiel energiesparende Haushaltsgeräte kaufen oder ihr Nutzungsverhalten ändern. Das geänderte Nachfrageprofil senkt im Idealfall nicht nur den individuellen Energieverbrauch, sondern – so die Intention – treibt dann auch Gerätehersteller dazu, ihr Angebot in Richtung effizienterer Geräte umzustellen. Solche Aufklärungsarbeit ist zwar im Grundsatz sinnvoll, da sie an die Verantwortung der Verbraucher adressiert und Bewusstsein fördert. Die Evaluierung von Kampagnen hat allerdings gezeigt, wie schwierig es ist, letztendlich Einsparungen zu erzielen. Selbst, wenn sich eine Familie tatsächlich zum Kauf eines besonders energiesparenden Geräts entschließt: Landet das Altgerät dafür im Hobbykeller, in der Einliegerwohnung oder anderswo – und Studien belegen, dass dies zum Beispiel mit Kühlgeräten und Fernsehern häufig geschieht – ist der Effizienzgewinn schon wieder dahin. Das ist auch der Fall, wenn neben besonders sparsamen Geräten neu entwickelte Produkte angeschafft werden, die wiederum zusätzliche Energie verbrauchen.

Wissen und Handeln sind also Zweierlei. Und vieles, was Energie kostet, ist Komfort und Routine. Das An- und Ausschalten von Licht oder die Benutzung der Dusche sind alltägliche Gewohnheiten. Kaum jemand überlegt dabei, ob und wie er Energie sparen könnte. Um aber Routinen zu verändern, bedarf es großer Anstrengungen und Wissen darüber, wie sich unterschiedliche Instrumente und Programme eigentlich tatsächlich auf das Konsumverhalten auswirken. Fragen, die zum Beispiel das EU-Vorhaben „eupopp” unter Leitung des Öko-Instituts aktuell untersucht. Für einzelne energierelevante Kaufentscheidungen im Privathaushalt interessieren sich ExpertInnen des Instituts mit weiteren Partnern auch im Rahmen des Projekts seco@home, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

Politische Steuerung ist ein Muss
Energieeffizienz-Politik darf sich also nicht allein auf Information und Aufklärung verlassen, auch wenn diese Strategie politisch aktuell den größten Konsens findet. Die Grundlage wirksamer Effizienzpolitik liegt vielmehr in der politischen Steuerung durch das Ordnungsrecht. Darunter fallen unter anderem gesetzliche Mindeststandards, Einsatz- und Austauschpflichten oder Einsatzverbote. Gerade bei diesen Maßnahmen gibt es erheblichen Handlungsdruck. Denn bisherige Steuerungsinstrumente waren zu wenig wirksam. Ein Beispiel: Zwar konnte der Raumwärmebedarf pro Quadratmeter von Wohnungen in Deutschland zwischen 1995 und 2004 um rund neun Prozent gesenkt werden. Allerdings stiegen im gleichen Zeitraum die genutzten Wohnflächen um rund 13 Prozent. Im Ergebnis erhöhte sich der gesamte Heizwärmeverbrauch um 2,8 Prozent.

Aktuell sind viele Ansätze in der europäischen und deutschen Effizienzpolitik in der Diskussion, die eine
Chance bieten, Energie wirksamer als bisher einzusparen. So setzt sich Europa im Rahmen der so genannten Ökodesign-Richtlinie aktuell Mindeststandards für eine breite Palette Energie verbrauchender Geräte. (Lesen Sie dazu auch Seite 12 und 13.)

Auch die so genannte Energieeinsparverordnung wird novelliert. Hier muss unbedingt ein Schwerpunkt darauf gelegt werden, die Sanierungspflichten und -standards bei bestehenden Gebäuden zu verschärfen. Wird ein Gebäude renoviert, sollte die gleichzeitige energetische Sanierung zum Regelfall und zum Beispiel elektrische Nachtspeicheröfen zügig durch Klima schonendere Heizsysteme ersetzt werden. Der Gesetzgeber muss dabei aber auch dafür Sorge tragen, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden, die Bundesländer also den Vollzug der Pflichten sicherstellen.

Energieversorger in der Pflicht
Aber auch Strom- und Gasversorger könnten gefordert werden. Das Prinzip der Energieeinsparquote würde hier interessante Anreize setzen. Danach werden Energieversorger verpflichtet, in einem festgelegten Zeitraum eine bestimmte Menge Energie einzusparen, zum Beispiel indem sie Gebäude wärmedämmen oder Prämien für den Kauf besonders effizienter Haushaltsgeräte vergeben. Für die Einsparungen erhalten sie sogenannte Einsparzertifikate, besser bekannt als Weiße Zertifikate. Wer nicht selber in Energiesparmaßnahmen investieren möchte, erfüllt die Pflicht durch den Zukauf von Zertifikaten. Wer mehr spart, als erforderlich, kann seine „überschüssigen” Zertifikate in die nächste Verpflichtungsperiode übertragen oder verkaufen. Da dieser Lenkungsansatz prinzipiell neue Impulse im Bereich der nachfrageseitigen Energieeffizienz setzen könnte, schlägt das Öko-Institut vor, im Rahmen eines Pilotprojektes möglichst bald Erfahrungen damit zu sammeln.

Der lohnende Blick über den eigenen Tellerrand
Auch in der Effizienzpolitik und bei Effizienzprogrammen muss das Rad aber nicht völlig neu erfunden werden. Oft hilft ein Blick über die Grenzen: Beispielsweise untersucht das Projekt Transpose (siehe oben), ob Politikansätzen zum Stromsparen in Privathauhalten, die sich im Ausland bewährt haben, auf Deutschland übertragen werden können. Ergänzend entwickelt das Anfang 2008 gestartete EU-Projekt Changing Behaviour unter Beteiligung des Öko-Instituts eine Methodik, mit der Rahmenbedingungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Programmen zur Steigerung der nachfrageseitigen Energieeffizienz besser berücksichtigt werden können.

Nicht „Entweder-oder” sondern „Sowohl-als-auch”
Wie lautet das Fazit? Eine Strategie gegen die andere auszuspielen, ist keine angemessene Antwort auf die Herausforderungen, die uns Klimaschutz und Ressourcensicherung abfordern. Die Politik muss – auch gegen massive Interessen – Prioritäten nach Wirksamkeit setzen: rechtliche Vorgaben, Mindeststandards und Effizienzverpflichtungen stehen an erster Stelle. Sie können flankiert werden von Information, Aufklärung und freiwilligen Vereinbarungen. Daraus lässt sich ein effektiver Mix zur wirksamen Verbesserung der Energieeffizienz zusammenstellen, der alle Akteure an Bord holt.

Veit Bürger | E-Mail Kontakt
Dr. Bettina Brohmann | E-Mail Kontakt
Katja Kukatz

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Energie sparen – ja bitte!

Nur wie?

AnsprechpartnerIn

Veit Bürger
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt

Dr. Bettina Brohmann
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Contextualising behavioural change in energy programmes involving intermediaries and policymaking organizations working towards changing BEHAVIOUR
Bürger, V., Brohmann, B. et al., in Bearbeitung

seco@home
Das Forschungsvorhaben will einen substantiellen Beitrag zur empirischen Fundierung des Verbraucherverhaltens im Bereich des Energiekonsums in Wohngebäuden und somit zur positiven Theorie in der Forschung zu nachhaltigem Konsum leisten. Ziel ist es, die Ausprägungen, Determinanten, Blockaden und Auswirkungen von nachhaltigen mittel- und langfristigen Energiekonsumentscheidungen in Wohngebäuden in einer empirisch gestützten, inter- und transdisziplinären Analyse zu untersuchen. Das Projekt wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung geleitet. Projektpartner sind das Öko-Institut e.V., das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sowie die Universität St. Gallen, Schweiz.

eupopp – European Policies to Promote Sustainable Consumption Patterns
Öko-Institut e.V. und weitere Partner
Projektkoordination: Dr. Bettina Brohmann & Regine Barth, Öko-Institut. In Bearbeitung.

TRANSPOSE
Reduzierung des Stromverbrauchs in Privathaushalten: Wirkungsanalyse und Transferstrategien für Good Practice
Projektpartner: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institute of Political Science, Öko-Institut e.V., Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin, Institut für Psychologie, Arbeitsgruppe für Sozial- und Innovationspsychologie, Universität Kassel, Lehrstuhl für Materielle Staatstheorie, Universität Konstanz.
Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Sozial-Ökologischen Forschung (SÖF). In Bearbeitung.


Energieeinsparquote und Weiße Zertifikate. Potenziale und Grenzen einer Quotenregelung als marktorientiertes und budgetunabhängiges Lenkungsinstrument zur verstärkten Durchdringung von nachfrageseitigen Energieeinsparmaßnahmen
Bürger, V. & K. Wiegmann, 2007. Eigenprojekt des Öko-Institut e.V..

EcoTopTen ist eine Verbraucherinformationskampagne für nachhaltigen Konsum, die das Öko-Institut e.V. initiiert hat. EcoTopTen bietet VerbraucherInnen kompakte Marktübersichten zu empfehlenswerten Produkten, die nicht nur umweltfreundlich und energiesparend sind, sondern auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine hohe Qualität haben. Mit den jährlichen Gesamtkosten zeigt EcoTopTen zudem auf, was die Produkte wirklich kosten. Das heißt, es wird nicht nur der Kaufpreis verglichen, sondern es fließen auch die Folgekosten in die Bewertung ein. Auch Qualitätsurteile werden, soweit vorhanden, mit aufgeführt.

Formschön, funktional – und effizient?!

Die Ökodesign-Richtlinie kann neue Maßstäbe für das Produktdesign im 21. Jahrhundert setzen

Produkte sollen ästhetisch, funktional, wirtschaftlich sein. Und in Zukunft noch etwas mehr. Denn bald müssen sie auch in puncto Energieverbrauch neue Mindeststandards erfüllen. Dafür hat die EU mit der Ökodesign-Richtlinie den Boden geebnet. Im Juli stimmte sie einer ersten Verordnung zu, die die Stromverluste im Stand-by-Betrieb von Büro- und Haushaltsgeräten begrenzen soll. Das ist aber erst der
Anfang.

„Mit der Ökodesign-Richtlinie ist ein wissensbasierter und transparenter Prozess losgetreten worden, der in ganz vielen Produktbereichen zu mehr Energieeffizienz führen kann”, sagt Kathrin Graulich vom Öko-Institut. „Er birgt die große Chance, dass Hersteller künftig verpflichtet sind, Energie verschwendende Geräte aus dem Angebot zu nehmen und durch klimafreundlichere Systeme zu ersetzen.” Und ihre Kollegin Dr. Bettina Brohmann ergänzt: „Insgesamt ist das ein vorbildlicher Politikansatz.” Die beiden können es beurteilen: Zusammen mit weiteren ExpertInnen des Öko-Instituts sind sie eng in den so genannten Energy-using-Products-, kurz EuP-Prozess, eingebunden.

So ist das Öko-Institut zum Beispiel Mitautor von zwei der insgesamt 20 Vorstudien, die EU-weit im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie erstellt werden. In den Vorstudien wird für jede Produktgruppe fachlich geprüft, welche Anforderungen und Kriterien technisch möglich sind und welche die Umwelt am meisten entlasten. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Konkret bedeutet das: Produktplaner müssen Umweltbelastungen jeder Lebensphase des Produkts in die Entwurfsentscheidung mit einfließen lassen. Die Vorstudien bilden die Basis für die Kommission, um verbindliche Mindestanforderungen festzulegen.

Interessierte Kreise – dazu zählen Industrie, Handwerk, Handel, Umweltverbände oder Verbraucherorganisationen – haben daraufhin die Gelegenheit, in so genannten Konsultationsforen die Vorschläge kritisch zu kommentieren. Das Öko-Institut ist von der EU damit beauftragt, die europäischen Verbraucherorganisationen BEUC, ANEC und ICRT im EuP-Prozess zu beraten, damit diese sich fundiert einbringen können.
Die Ökodesign-Richtlinie fokussiert auf den Massenmarkt. Sie erfasst solche Produkte, die einen hohen Absatz haben, besonders umweltrelevant sind und die viel Verbesserungspotenzial bieten. Die Palette reicht von Heizkesseln über Computer und Fernseher oder Haushaltsgeräte bis hin zu Beleuchtung. Grundsätzlich zielt die Richtlinie darauf ab, die gesamten Umweltauswirkungen energiebetriebener Geräte so gering wie möglich zu halten. „Aktuell liegt der Fokus jedoch stark auf der Verbesserung des Energieverbrauchs”, schränkt Dr. Bettina Brohmann ein. Und in der Praxis offenbaren sich auch Schwierigkeiten. Dazu gehören nicht nur methodische Fragen, wie etwa die einzelnen Produktgruppen voneinander abgegrenzt werden können oder ob vorgeschlagene Grenzwerte sinnvoll sind.

Auch der Einfluss der Stakeholder ist unterschiedlich stark. „Die großen, marktbeherrschenden Unternehmen können wegen ihrer personellen und finanziellen Kapazitäten die eigenen Interessen sehr wirkungsvoll vertreten”, bewertet Dr. Bettina Brohmann kritisch. Gleichzeitig weisen kleine und mittlere Unternehmen darauf hin, wie schwer es für sie ist, sich in den Prozess einzubringen. Und auch für die Verbraucherorganisationen ist es aufgrund extrem enger Zeitpläne schwierig, eine abgestimmte Stellungnahme zu erarbeiten.

Wichtig ist zudem die Abstimmung mit anderen Gesetzgebungsprozessen, zum Beispiel zur Revision des Energieeffizienz-Labels oder der Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie. Außerdem gilt es zu entscheiden, nach welchen Verfahren ambitionierte Grenzwerte festgesetzt werden. Geschieht dies dynamisch oder starr? Wird das Schlechteste einfach nur abgeschnitten oder orientiert man sich immer wieder neu an dem Besten, das technologisch möglich ist? Fragen, auf die die Antworten je nach Produktgruppe unterschiedlich ausfallen.

Und was einerseits eine Stärke des Politikansatzes ist, birgt in diesem Punkt gleichzeitig auch eine Gefahr: Denn gerade weil der Prozess sehr partizipativ ist, könnte das Ergebnis auch eine Einigung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner werden. „Das oberste Ziel muss daher lauten: Ambitionierte Mindeststandards! Gelingt das nicht, haben wir nicht nur unendlich viel Zeit verschenkt”, warnen Kathrin Graulich und Dr. Bettina Brohmann deshalb eindringlich. „Wir vergeben auch eine beachtliche Chance, zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit zu gelangen.”

Katja Kukatz

info: Kathrin Graulich

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Formschön, funktional – und effizient?!

Ansprechpartnerinnen

Kathrin Graulich
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Institutsbereich Produkte & Stoffströme
E-Mail Kontakt

Dr. Bettina Brohmann
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Project on Consumer Organisations’ Representation in the European Energy-using Products Process.
Rüdenauer, I.; Brohmann, B.; Bürger, V.; Manhart, A.; Stratmann, B.; Quack, D.; Zangl, S.; in cooperation with BEUC and ANEC (Brussels); ICRT (London/Brussels) and Lucia Reisch (CBS, Copenhagen); Freiburg, Darmstadt. (commissioned by: EU Comm, DG Energy and Transport, Brussels). In Bearbeitung.

Consumer interests in eco-design (of energy-using products)
2008. Sylvia Maurer, ANEC/BEUC.

www.eupconsumer.eu: On the following pages you will find information on the eco-design of energy-using products (EuP) implementation process and on the related consumer position papers which the European consumer organisations ANEC and BEUC provide to the European Commission.

www.eup-network.de: Die EuP-Richtlinie oder Ökodesign-Richtlinie hat das Vermindern von Umweltbelastungen durch energiebetriebene Produkte zum Ziel. In einem Prozess in dem Akteure intensiv eingebunden sind werden Mindestanforderungen für bestimmte Produkte / Produktgruppen festegelegt. Das Internetportal gibt einen vertiefenden Überblick zum Thema EuP (Energy using Products).

www.beuc.eu: BEUC – The European Consumers’ Organisation

www.anec.eu: ANEC – The European consumer voice in standardisation, defends consumer interests in the process of standardisation and certification.

www.international-testing.org: International Consumer Research & Testing Ltd

Zuschuss vom Staat zum Kauf von Spargeräten: Bringt uns das im Klimaschutz weiter?

Pro und Contra

Zuschuss vom Staat beim Kauf von Spargeräten: Bringt uns das im Klimaschutz weiter?

Jan S. Voßwinkel ist wissenschaftlicher Referent am Centrum für Europäische Politik (CEP) in Freiburg. Das CEP ist der europapolitische Think-Tank der Stiftung Ordnungspolitik. Es versteht sich als ein Kompetenzzentrum zur Recherche, Analyse und Bewertung von EU-Politik.

Nein, sagt Jan S. Voßwinkel vom Centrum für Europäische Politik.

Energieeffiziente Geräte sind ein Ergebnis guter Umweltpolitik, aber ihre Förderung ist kein empfehlenswertes Mittel. Viele Verbraucher achten bei Kaufentscheidungen schon heute auf Energieeffizienz. Ihr Verhalten würde man durch staatliche Zuschüsse nicht ändern, sondern nur einen Mitnahmeeffekt bewirken: Es ist davon auszugehen, dass Verkäufer energiesparender Geräte ihre Preise anheben, so dass ihnen ein Teil der Fördergelder ohne umweltpolitische Wirkung zugute käme. Darüber hinaus kann die Bezuschussung sogar dazu führen, dass insgesamt mehr elektrisch betriebene Geräte angeschafft und häufiger eingesetzt werden, da sie ja günstiger in der Anschaffung und im Betrieb werden.

Das wichtigste Gegenargument besteht aber darin, dass die Förderung energiesparender Geräte teuer, klimapolitisch jedoch bestenfalls wirkungslos ist. Mit dem europäischen System des Emissionsrechtehandels existiert eine Obergrenze für den zulässigen CO2-Ausstoß in der EU. Jeder Stromproduzent muss über ausreichend viele Emissionsrechte verfügen, um CO2 ausstoßen zu dürfen. Der Emissionshandel sorgt dafür, dass CO2 dort eingespart wird, wo es zu den geringsten Kosten möglich ist.

Sinkt nun der Stromverbrauch und die Stromproduktion, so werden die Emissionsrechte weiterverkauft. Die Obergrenze wird dabei aber immer ausgeschöpft und daher durch öffentliche Zuschüsse für bestimmte Geräte kein Gramm CO2 weniger freigesetzt. Es verteilt sich lediglich anders. Zu denselben volkswirtschaftlichen Kosten könnte man CO2 einsparen, indem man die Obergrenze schrittweise absenkt. Die daraus resultierenden Anpassungen bei Energieerzeugern und -verbrauchern führen von sich aus auch zu energieeffizienteren Geräten.

info: Jan S. Vosswinkel

Dr. Rainer Grießhammer ist Mitglied der Geschäftsführung des Öko-Instituts und
arbeitet seit 28 Jahren im Institutsbereich Produkte & Stoffströme. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Nachhaltiger Konsum und Produkt-Innovationen.


Ja, sagt Dr. Rainer Grießhammer vom Öko-Institut.

Der Marktanteil von besonders energieeffizienten Kühlschränken, Kühl- und Gefrier-Kombinationen, Wäschetrocknern, Heizungspumpen und Fernsehgeräten liegt seit Jahren bei wenigen Prozent. Grund dafür sind sowohl die schlechte Sortimentspolitik der Handelsketten als auch verwirrende Kennzeichnungen – so ist die Energieeffizienz A beim Wäschetrockner einsame Spitzenklasse, beim Kühlschrank aber drittklassig und technisch überholt. Aber auch das Konzept der Lebenszykluskosten – höhere Kaufpreise werden bei den Best-Geräten durch niedrigere Betriebskosten kompensiert, allerdings erst im Lauf der Jahre – ist bei den VerbraucherInnen entweder nicht bekannt oder nicht akzeptiert.

Mit einem Marktanreizprogramm in einer Größenordung von 100 bis 200 Millionen Euro ließen sich bei den genannten Geräten erdrutschartige Veränderungen erzielen. Dies zeigen auch die Erfahrungen in den Niederlanden und Dänemark. Die Best-Produkte haben sich im Sortiment durchgesetzt und die Verbraucher-Preise für die Bestgeräte sind – entgegen aller Unkenrufe – nicht gestiegen, sondern deutlich gesunken, ebenso wie die Gesamtkosten der Volkswirtschaft. Länger zuwarten sollte man nicht – denn die einmal gekauften Stromschleudern stehen dann leider bis zu 20 Jahre in den Haushalten.

Das Argument der Emissions-Obergrenzen im Emissionshandelssystem verkennt die politischen Entscheidungsmechanismen. Gerätehersteller, Handelsketten und private Haushalte sind beim Emissionshandel nicht einbezogen. Wenn es aber gelingt, hier mit der Förderung energieeffizienter Produkte, die sich wegen zahlreicher Hemmnissen aktuell noch nicht am Markt durchsetzen, den Stromverbrauch volkswirtschaftlich effizient zu senken und das auch noch kostengünstig, fällt es leichter, beim Emissionshandel künftig schärfere Reduktionsziele durchzusetzen.

info: Dr. Rainer Grießhammer

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Contra

Ansprechpartner

Jan S. Voßwinkel
Wissenschaftlicher Referent
Centrum für Europäische Politik
Kaiser-Joseph-Str. 266 | 79098 Freiburg
Tel.: +49 761 38693-233
Fax: +49 761 38693-111
vosswinkel(at)cep.eu
www.cep.eu

Zur Person

Jan S. Voßwinkel ist wissenschaftlicher Referent am Centrum für Europäische Politik (CEP) in Freiburg. Das CEP ist der europapolitische Think-Tank der Stiftung Ordnungspolitik. Es versteht sich als ein Kompetenzzentrum zur Recherche, Analyse und Bewertung von EU-Politik.

Ausgewählte Projekte

Kurz-Analyse des CEP zum Thema Ökodesign

Kurz-Analyse des CEP zum Thema Internalisierung externer Kosten im Verkehrssektor

Pro

Ansprechpartner

Dr. Rainer Grießhammer
Mitglied der Geschäftssführung
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
E-Mail Kontakt

Zur Person

Dr. Rainer Grießhammer ist Mitglied der Geschäftsführung des Öko-Instituts und arbeitet seit 28 Jahren im Institutsbereich Produkte & Stoffströme. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Nachhaltiger Konsum und Produkt-Innovationen. 2004 berief ihn das Bundeskabinett in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.

Weitere Informationen

Kosten und Nutzen eines Prämienprogramms für besonders effiziente Kühl- und Gefriergeräte
Rüdenauer, I.; Seifried, D.; Gensch, C.-O.; Freiburg 2007
Auftraggeber: Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. – ZVEI

Wir müssen mehr Energie sparen!

Veit Bürger, Sylvia Maurer und Ursula Rath im Porträt

Steuern

Veit Bürger setzt den politischen Hebel an

Was Veit Bürger erreichen möchte, hat er klar vor Augen: eine klimaschützende Energieversorgung und den zügigen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland. Als besten Ansatz sieht der Experte für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz am Öko-Institut dazu die ordnungsrechtliche Steuerung. „Denn es ist schwer, Verbraucher alleine durch Informationen so weit zu überzeugen, dass sie ihr Wissen über das Energiesparen in Alltagshandlungen umsetzen”, begründet der 39-Jährige. Als einen der wichtigsten Beiträge zum Klimaschutz sieht er die Wärmedämmung in privaten und öffentlichen Gebäuden. Daher setzt er sich für verschärfte Baustandards ein, damit Gebäude in Zukunft weniger Energie verbrauchen. Auch für Elektrogeräte, die beispielsweise im Haushalt gebraucht werden, fordert er anspruchsvollere Standards, damit auch Privathaushalte weniger Strom verbrauchen. Und von Energieversorgern verlangt er mehr Wettbewerb bei der Stromerzeugung. So könnten andere Kraftwerkstechnologien wie Kraft-Wärme-Kopplung sowie neue Marktteilnehmer den Markt beleben. kh


info: Veit Bürger

Stärken

Sylvia Maurer will Klarheit auf dem Verbrauchermarkt

Produkte müssen für Verbraucher transparenter und energieeffizienter werden – dafür macht sich Sylvia Maurer stark. Bei der Dachorganisation der europäischen Verbraucherorganisationen, BEUC, hat die Politikwissenschaftlerin vor allem energiebetriebene Produkte im Visier.

Die Energie-Effizienz auf Geräten deutlich anzugeben, hält die 31-Jährige für besonders wichtig. „Sehr erfolgreich ist das Energie-Effizienzlabel von A bis G. Inzwischen erreichen die meisten Geräte eine Effizienz A bis A++”, so die Produktexpertin. Jetzt müsse das Label zurückgestuft werden, um auch in Zukunft aussagekräftig zu sein.

Für die europäischen Verbraucherorganisationen BEUC und ANEC koordiniert Sylvia Maurer ein Projekt im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie, mit der gesetzliche Mindestanforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von energiebetriebenen Produkten festgelegt werden. „Entsprechende Mindestanforderungen sind in Kombination mit funktionierender Verbraucherinformation die Grundvoraussetzung, um die Energieeffizienz von Produkten erheblich zu steigern”, betont sie. kh

info: www.beuc.org | www.anec.org | www.eupconsumer.eu

Unterstützen

Ursula Rath ist Pionierin der unabhängigen Energieberatung

Wenn eine Investition am Bau ökologisch und ökonomisch absolut sinnvoll ist und trotzdem nicht realisiert wird, geht ihr das besonders gegen den Strich. „Das passiert, wenn die Verantwortlichen die Investitions- und Betriebskosten nicht gegeneinander aufrechnen oder wenn der Blick fürs Ganze fehlt”, meint die Physikerin Ursula Rath. Dagegen arbeitet die Bauberaterin, seitdem sie mit vier anderen Physikern 1981 das Ingenieurbüro ebök gründete. In einer Zeit, in der Glasanbauten und Glasfassaden „in” waren und nur Energieversorger zu effizienter Energienutzung berieten, war ebök unter den ersten unabhängigen Beratungsinstituten. Die WissenschaftlerInnen entwickelten Simulationen zu Raumklima oder Luftwechsel und berieten Architekten und Kommunen. Seit drei Jahren konzentriert sich die 55-Jährige mit ihrem Unternehmen CONSISTE jetzt vorrangig auf mehr Effizienz beim Stromeinsatz. „Den wirkungsvollsten Ansatz sehe ich bei den Herstellern, aber auch Politik und Handel gehören mit ins Boot”, betont Rath. kh

info: www.consiste.de

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Steuern

Veit Bürger setzt den politischen Hebel an

Ansprechpartner

Veit Bürger
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt

Zur Person

Diplom in Energiewirtschaft an der Fachhochschule Darmstadt
Diplom in Physik an der Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg

seit 2002
Öko-Institut, Geschäftsstelle Freiburg
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Energie & Klimaschutz

Arbeitsschwerpunkte: Entwicklung und Bewertung politischer Steuerungsstrategien zur nachhaltigen Flankierung einer liberalisierten Energiewirtschaft (Fokus: Sektoren Strom und Wärme). Hierunter fallen u.a. Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Erhöhung der angebots- und nachfrageseitigen Energieeffizienz.

1999 bis 2001
Greenpeace e.V., Hamburg
Politischer Kampaigner im Bereich Energie- und Klimapolitik. Entwicklung und Umsetzung politischer Kampagnen auf dem Gebiet der Energie- und Klimapolitik.

1998
Fraunhofer Institut für Solare Energie Systeme, Freiburg
Mitarbeiter in der Forschungsgruppe “Solares Bauen”. Entwicklung und Durchführung von Gebäudekonzepten für Niedrig- und Passivenergiehäusern (privater und gewerblicher Sektor)

Ausgewählte Projekte

TRANSPOSE
Reduzierung des Stromverbrauchs in Privathaushalten: Wirkungsanalyse und Transferstrategien für Good Practice
Projektpartner: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institute of Political Science, Öko-Institut e.V., Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU), Freie Universität Berlin, Institut für Psychologie, Arbeitsgruppe für Sozial- und Innovationspsychologie, Universität Kassel, Lehrstuhl für Materielle Staatstheorie, Universität Konstanz, Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Sozial-Ökologischen Forschung (SÖF). In Bearbeitung.

Instrumente zur Förderung der Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer EnergiequellenBürger, V.; in Kooperation mit dem Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für Zukunfts-Energiesysteme (IZES), Fraunhofer Institut Systemtechnik und Innovations-Forschung (ISI), Prof. Dr. jur. Stefan Klinski, Anwaltsbüro Gaßner, Groth, Siederer & Coll, Gert Apfelstedt
(Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) In Bearbeitung.


Contextualising behavioural change in energy programmes involving intermediaries and policymaking organizations working towards changing BEHAVIOUR
Bürger, V., Brohmann, B. et al.. In Bearbeitung.

Energieeinsparquote und Weiße Zertifikate. Potenziale und Grenzen einer Quotenregelung als marktorientiertes und budgetunabhängiges Lenkungsinstrument zur verstärkten Durchdringung von nachfrageseitigen Energieeinsparmaßnahmen
Bürger, V.; Wiegmann, K., 2007
(Eigenprojekt des Öko-Institut e.V.)


Klimapolitische Eckpunkte für die Novelle des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG)
Bürger, V.; Bauknecht, D.; Dross, M.; Hermann, A.; Schulze, F.; 2006
(Auftraggeber: Umweltbundesamt Berlin (UBA))




Stärken

Sylvia Maurer will Klarheit auf dem Verbrauchermarkt

Ansprechpartnerin

BEUC – The European Consumers' Organisation
ANEC – The European consumer voice in standardisation

Sylvia Maurer
Avenue de Tervueren, 36
B - 1040 Bruxelles
Tel: +32 2 743 15 93
Email: environment(at)beuc.eu, info(at)anec.eu

Zur Person

Jahrgang 1976

1996 – 1998
Studium Politikwissenschaft, Recht, Geschichte

1998 – 1999
Gaststudium Universität of Bradford, UK

1999 – 2003
Studium der Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin

2003 – 2004
Studium Verwaltungswissenschaft und Projektmanagement in Speyer

2004 – 2007
Referentin im Fachbereich für Umweltfragen und im Fachbereich für Wirtschaftsfragen, Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv, Berlin: Lobby- und Kampagnenarbeit in Deutschland und Europa in den Bereichen Produktsicherheit und Kennzeichnung von Verbraucher-Produkten

seit 2007
Abteilung Umwelt und Sicherheit des BEUC (Dachorganisation der europäischen Verbraucherorganisationen), Brüssel und Projektkoordinatorin bei ANEC (Europäischen Vereinigung für die Koordination von Verbraucherinteressen in der Normung)

Ausgewählte Projekte

Project on Consumer Representation in the European Eco-design of Energy-using Products Process

Forderungspapier zur Verbesserung der Produktsicherheit im Binnenmarkt als Reaktion auf den Spielzeugskandal von Mattel

Betreuung der Studie zur Liberalisierung des Mess- und Eichwesens
(verfasst von Dr. Peter Szent-Iványi)



Unterstützen

Ursula Rath ist Pionierin der unabhängigen Energieberatung

Ansprechpartnerin

CONSISTE
Consulting für intelligenten Stromeinsatz
Ursula Rath
Dorfstraße 42
D-72074 Tübingen
Tel: 07071 687163
E-Mail: info(at)consiste.de

zur Person

Jahrgang 1953

1980
Abschluss des Studiums der Physik in Tübingen in Experimentalphysik

1981
Gründung des Ingenieurbüros ebök GbR in Tübingen zusammen mit 4 weiteren Gesellschaftern, stetiges Wachstum des Betriebs auf bis zu 30 tätigen Personen

1994
Geburt eines Sohnes

1997
Gründung der ebök Vermögensverwaltungs-GmbH gemeinsam mit weiteren Teilhabern, bis Ende 2004 dort Geschäftsführerin

2005
Gründung des Consultingbüros CONSISTE zur Fortsetzung der Arbeit für die Effizienzverbesserung beim Stromeinsatz, je nach Aufgabenstellung mit KollegInnen aus anderen Büros oder mit freien MitarbeiterInnen

Ausgewählte Projekte

2002 – 2008
Mitarbeit bei der Kampagne „Initiative Energieeffizienz“ der dena (Deutsche Energieagentur) im Auftrag von und in Zusammenarbeit mit der KEA (Klimaschutz- und Energiagentur Baden-Württemberg): www.stromeffizienz.de

2006
Mitarbeit am EU-Projekt Energy+ Pumps in Kooperation mit Jürg Nipkow, ARENA, Zürich, im Auftrag der Österreichischen Energieagentur: www.energypluspumps.eu

1997 – 1999
Studie zu „Klimaschutz durch Minderung von Leerlaufverlusten bei Elektrogeräten - Sachstand / Projektionen / CO2-Minderungspotentiale- “; sowie umsatzorientiertes Forschungsvorhaben zu relevanten Instrumenten zur Realisierung der Sparpotentiale, beide im Auftrag des Umweltbundesamtes.

1986
Studie zum Stromeinsparpotential im privaten Haushaltsbereich in Hessen; Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Technik.

1997 – 1980
Arbeitskreis „Alternativenergie“ Tübingen: Eines der ersten kommunalen Energiekonzepte auf der Basis der „Energiewende“ des Öko-Instituts (Bossel, Krause, Müller-Reißmann).

Ergebnisse aus der Forschungsarbeit

Über offene Fragen zur Klimaschutztechnologie CCS, die Suche nach einem Endlager und über Klimaschutz im Straßenverkehr

Kohlendioxid-Ablagerung: Noch viele Fragen offen

Rechtsrahmen muss dringend geklärt werden

Eine neue Methode, mit der Kohlendioxid aus Abgasen abgetrennt und unterirdisch gelagert werden soll, könnte dem Klimaschutz Aufwind geben. Doch das so genannte Carbon Dioxide Capture and Storage (CCS) ist bisher wenig erforscht. Skeptiker fürchten zudem hohe Investitions- und Betriebskosten. Und: Weder für die Erforschung und Erprobung noch für die großtechnische Anwendung gibt es bisher einen gültigen Rechtsrahmen.

So ist aktuell weder geregelt, wie das CO2 transportiert wird, noch wo es sicher endgelagert werden kann. Neben der Ungewissheit, wie groß der ökologische Mehrwert von CCS tatsächlich ist, fehlt es bislang auch an der notwendigen Infrastruktur. Ungeachtet dessen hat Vattenfall im September als erster Energiekonzern den Startschuss für eine CCS-Pilotanlage gegeben, RWE wird nachziehen.

Umso wichtiger ist es, einen regulativen Rahmen auf den Weg zu bringen. Wie dieser aussehen könnte, untersucht das Öko-Institut. Eine von vielen Fragen lautet: Wer trägt die Kosten und übernimmt die Haftung für Pipelines, mit der das CO2 transportiert wird? „Eine Möglichkeit könnte die Gründung einer öffentlich kontrollierten Betreibgesellschaft für die Errichtung und den Betrieb der CO2-Infrastruktur sein”, erläutert der Experte Dr. Felix Ch. Matthes vom Öko-Institut. „Der Staat könnte dadurch die Entwicklung vorantreiben und attraktive Rahmenbedingungen gerade für die Demonstrationsphase von CCS schaffen. Die Unternehmen müssten dann für die Nutzung der Infrastruktur zahlen.”

Ungeklärt bleibt aber auch dann, wie die Bevölkerung auf Transport und Ablagerung des CO2 reagiert. „Hier gilt es, Betroffene frühzeitig und adäquat in die Entscheidungsfindung einzubeziehen”, fordert die Wissenschaftlerin Dr. Katja Schumacher vom Öko-Institut. Selbst wenn jedoch am Ende alle Fragen geklärt sind, bleibt CCS nach Meinung des Öko-Instituts nur eine Übergangslösung. „Eine Alternative zur weiteren Förderung erneuerbarer Energien ist CCS keinesfalls”, stellt Dr. Katja Schumacher klar. jt/kk

info: Dr. Katja Schumacher

Klimaschutz im Straßenverkehr

Effizientere Technik und Biokraftstoffe allein reichen nicht aus

160 Gramm CO2 stoßen Europas Autos pro gefahrenem Kilometer durchschnittlich aus. Das ist eindeutig zu viel, finden Umweltschützer schon lange und fordern Hersteller und Politik zum Handeln auf. Eine viel diskutierte Möglichkeit, diesem Trend entgegenzuwirken, ist die Einführung eines CO2-Grenzwertes für Neufahrzeuge. Für dessen Höhe und Erreichen liegen verschiedene Vorschläge auf dem Tisch. Wie könnten sich diese auf die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 auswirken? Das hat das Öko-Institut im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung berechnet.

Ein Ergebnis der Studie „Klimaschutz und Straßenverkehr” ist: Beim Einsatz von Biokraftstoffen entsprechend der Zielsetzung der EU und der Einführung eines Grenzwerts von 130 Gramm pro Kilometer, wie von der Europäische Kommission vorgeschlagen, würden sich die CO2 -Emissionen in Deutschland im Jahr 2020 auf 26,2 Millionen Tonnen belaufen; allerdings nur wenn der Grenzwert entsprechend umgesetzt und auch eingehalten wird. Gegenüber dem Trend wären das rund 15 Prozent weniger Emissionen – verglichen mit anderen Sektoren ein eher unterdurchschnittlicher Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung.

„Soll der Beitrag des Verkehrssektors größer sein, dann reichen technische Verbesserungen an Fahrzeugen und der Einsatz von Biokraftstoffen allein nicht aus”, sagt Dr. Wiebke Zimmer, Verkehrsexpertin am Öko-Institut. „Es müssten weitere Maßnahmen zusammen spielen. Dazu gehört eine Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Alternativen und Verkehrsvermeidung.” Wichtig sei außerdem ein Umdenken der Kunden bezüglich ihres Fahrzeugkaufs und Fahrverhaltens. Hersteller und Regierung sind daher aufgefordert, neue Kommunikationsstrategien zu entwickeln, um verbrauchsarme Autos attraktiver zu machen. jt/kk

info: Dr. Wiebke Zimmer

Suche nach einem Endlager

Ein Vergleich in verschiedenen Ländern bringt neue Erkenntnisse

Weshalb ist in einigen Ländern die Suche nach einem sicheren Endlager für hochradioaktive Abfälle gescheitert? Gibt es Faktoren, die eine zügige Realisierung eines Endlagers begünstigen können? Welche Rolle spielt dabei die Beteiligung der Öffentlichkeit in der Region? Mit diesen Fragen hat sich ein neues Projekt im Auftrag des Bundesumweltministeriums beschäftigt.

WissenschaftlerInnen aus dem Öko-Institut haben die Endlagerverfahren in verschiedenen Ländern analysiert. Dabei hatten die ExpertInnen Gelegenheit, in Belgien, Schweden, Finnland, Großbritannien, den USA und der Schweiz mit Behörden, Betreibern, politischen Repräsentanten, Umweltorganisationen zu sprechen, die in dem jeweiligen Land in die Endlagerplanung eingebunden sind. Der Projektpartner, die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln, hat außerdem die Länder Frankreich und Kanada besucht, so dass für die Schlussfolgerungen eine umfangreiche Datengrundlage zur Verfügung stand.

Während die USA, Finnland und Schweden in ihren Endlagerverfahren bereits relativ fortgeschritten sind, haben andere wie die Schweiz, Großbritannien, Kanada und Frankreich in jüngster Zeit erst die Grundlagen neu festgelegt. So haben sie die Verfahren neu beschrieben, wie ein Standort gefunden werden soll, nachdem Ansätze zur Standortauswahl in der Vergangenheit gescheitert waren.

Bemerkenswert ist, dass die Entwicklung und Umsetzung der überarbeiteten Verfahren in diesen vier Ländern zügig und zielgerichtet erfolgt und eine breite Unterstützung bei den beteiligten und interessierten Institutionen und Gruppen erfährt. Woran liegt das? Es ist zum einen wichtig, dass Politik, Abfallverursacher und betroffene Behörden bereit sind, aus früheren Rückschlägen zu lernen und das Verfahren neu auszurichten. Zum anderen muss das reformierte Verfahren die Öffentlichkeit einbeziehen – sowohl in der Phase der Entwicklung als auch in der Umsetzung. Zudem sollte der gesamte Ablauf so gestaltet sein, dass das sehr komplexe Verfahren in nachvollziehbare Teilschritte gegliedert wird.

Wenn hingegen das Verfahren undurchsichtig gestaltet wird, sich die Planer nur auf die technischen Details konzentrieren und die betroffene Bevölkerung wenig einbeziehen, ist ein Scheitern vorprogrammiert. bk/cr

info: Beate Kallenbach-Herbert

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Klimaschutz durch Kohlendioxid-Ablagerung?

Rechtsrahmen muss dringend geklärt werden




Ansprechpartnerin

Dr. Katja Schumacher
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Institutsbereich Energie & Klimaschutz
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

CO2-Abscheidung und -Ablagerung bei Kraftwerken Rechtliche Bewertung, Regulierung, Akzeptanz
Dr. Felix Chr. Matthes (Projektleitung), Julia Repenning, Andreas Hermann Regine Barth Falk Schulze Miriam Dross, Beate Kallenbach-Herbert, Anne Minhans unter Mitarbeit von Antje Spindler. 2007. Im Auftrag des Deutschen Bundestages für das Monitoring-Vorhaben Nachhaltige Energieversorgung.



Klimaschutz im Straßenverkehr

Effizienzsteigerung von Fahrzeugen und Biokraftstoffe



Ansprechpartnerin

Dr. Wiebke Zimmer
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Die vollständige Studie können Sie hier >> kostenlos herunterladen.

Informationen zu den Treibhausgasemissionen von Neufahrzeugen in der EU finden Sie hier:

Measures for monitoring the average specific emissions of carbon dioxide from new passenger cars >>

Suche nach einem Endlager

Ein Vergleich in verschiedenen Ländern bringt neue Erkenntnisse

AnsprechpartnerInnen

Beate Kallenbach-Herbert, E-Mail Kontakt
Regine Barth, E-Mail Kontakt
Gerhard Schmidt, E-Mail Kontakt
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
E-Mail-Kontakte ###verlinken###

Weitere Informationen

Das Projekt „Analyse und Auswertung des Ablaufes bzw. der Planung internationaler Endlagerprojekte und das Zusammenspiel beteiligter Institutionen“ ist im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bearbeitet worden.

Weitere Projekte

Anforderungen an die Gestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Endlager-Auswahlverfahren auf der Basis nationaler und internationaler Erfahrungen mit dem Einfluss der Öffentlichkeit bei Großvorhaben
Auf der Basis von Erfahrungen mit der Gestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung in verschiedenen nuklearen und nicht-nuklearen Großvorhaben wurden Anforderungen an die Gestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung in einem Verfahren zur Standortauswahl und Zulassung eines Endlagers in Deutschland entwickelt. Diese wurden zu einem Konzept zusammengeführt, das verschiedene Elemente von Information, Dialog und Mitentscheidung zusammen führt.

Anforderungen an eine künftige Endlager Sicherheitsverordnung
Die Realisierung eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle in tiefen geologischen Formationen ist ein komplexer Prozess, der sich an verschiedenen naturwissenschaft-lichen, technischen und sozialwissenschaftlichen Anforderungen orientieren muss. Der Stand der nationalen und internationalen Erfahrungen, der sich in Empfehlungen und Veröffentlichungen widerspiegelt, stellt eine wichtige Grundlage zur Festlegung dieser Anforderungen dar. Das vorliegende Positionspapier ist auf diejenigen Themenbereiche fokussiert, die in der aktuellen Diskussion in Deutschland von besonderer Relevanz und aus Sicht des Öko-Instituts richtungbestimmend für die Konzeption einer Endlager-Sicherheitsverordnung sind.
v. A. (2007)

Unterstützung des BMU im Verfahren zur Stilllegung des Forschungsbergwerks Asse II unter Anwendung der Sicherheitsmaßstäbe des Atomrechts
Fragen bezüglich des Verfüllkonzeptes des Forschungsbergwerks Asse II, der Standsicherheit sowie des Laugeneinbruchs in das Bergwerk haben in Expertenkreisen und in der Öffentlichkeit vor Ort eine intensive Diskussion um die weitere Vorgehensweise beim Verschluss des Bergwerks ausgelöst. Am 21.01.2008 hat sich daher eine Begleitgruppe aus Vertretern der Region Wolfenbüttel konstituiert. Sie will prüfen, ob andere Optionen zum Verschluss der Asse möglich und sinnvoll sind, entsprechende Empfehlungen erarbeiten und die Öffentlichkeit informieren. Das Öko-Institut ist als Berater des Bundesumweltministeriums, das den Begleitprozess mit initiiert hat, tätig. Auf der Basis unserer Erfahrungen mit anderen Großvorhaben wirken wir bei der Konzeption und Umsetzung der Beteiligungsmaßnahmen mit.

Ergebnisse unserer Mitgliederumfrage

Unabhängige Forschung ist das wichtigste Motiv für eine Mitgliedschaft

Mitgliederumfrage 2008

Von Ende April bis Ende Mai hatten alle Mitglieder des Öko-Instituts die Möglichkeit, per Fragebogen oder auf der Internet-Seite an der Mitgliederumfrage 2008 teilzunehmen. Gefragt wurde unter anderem nach der Motivation für die Mitgliedschaft, der Zufriedenheit mit der Arbeit des Öko-Instituts und der Bewertung von Serviceleistungen. An der Umfrage nahm rund ein Viertel aller Mitglieder teil. Auch an dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für diese sehr positive Resonanz bedanken. Aus ganz Deutschland beteiligten sich Männer und Frauen im Alter von 28 bis 80 Jahren, darunter sowohl neue als auch langjährige Mitglieder. Sie gaben teilweise in sehr ausführlichen Kommentaren ein Feedback, das wir nutzen werden, um die zukünftige Arbeit des Öko-Instituts zu gestalten. Die Ergebnisse der Umfrage möchten wir Ihnen an dieser Stelle vorstellen. Bei vielen Fragen waren Mehrfachnennungen möglich, weshalb die Zahlen oft mehr als 100 Prozent ergeben.

Unabhängige Forschung steht im Vordergrund

Mitglieder des Öko-Instituts geben positive Resonanz

Für 87 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage ist die Förderung einer unabhängigen Forschung das wichtigste Motiv, Mitglied im Öko-Institut zu sein. Umweltpolitisches Engagement folgt mit 73 Prozent an zweiter Stelle. 46 Prozent gaben außerdem an, dass die Mitgliedschaft ihnen dazu dient, eine Informationsquelle zu erschließen und so verwenden 43 Prozent der teilnehmenden Mitglieder Informationsmaterialien des Öko-Instituts privat und 46 Prozent beruflich. Mit 39 Prozent ist auch die finanzielle Unterstützung ein wichtiger Beweggrund, Mitglied zu sein. Immerhin 20 Prozent aller Teilnehmer möchten mit ihrer Mitgliedschaft an einem Netzwerk im Bereich Umweltforschung und Umweltpolitik teilhaben.

Bei der Frage nach dem Interesse für die unterschiedlichen Arbeitsthemen des Instituts wählten 86 Prozent der teilnehmenden Mitglieder Energie und Klimaschutz, das somit auf Platz eins der Hitliste landet. Im Mittelfeld befinden sich die Forschungsgebiete Landwirtschaft und Biodiversität, nachhaltige Ressourcenwirtschaft, nachhaltige Mobilität und nachhaltiger Konsum mit 44 bis 57 Prozent. Doch auch die Themenfelder Politik und Governance, Chemikalien-Management, Immissions- und Strahlenschutz, Nukleartechnik und Anlagensicherheit und nachhaltige Unternehmen sprachen zwischen 19 und 28 Prozent aller Teilnehmer an. Mit der Arbeit des Öko-Instituts sind 59 Prozent aller Mitglieder, die an der Umfrage teilnahmen, zufrieden und weitere 29 Prozent sogar sehr zufrieden. Viele haben aber auch angemerkt, dass sie sich bei umweltpolitischen Themen mehr Einfluss und Erfolg in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft wünschen. Deshalb fordern viele Teilnehmer der Umfrage auch weiterhin eine engagierte Arbeit des Öko-Instituts.

Mit den Serviceleistungen für Mitglieder sind 68 Prozent aller Teilnehmer zufrieden und 13 Prozent überdies sehr zufrieden. Besonders eco@work sticht hervor: Die Mitgliederzeitschrift wurde von 30 Prozent der Teilnehmer als sehr wichtig und von weiteren 49 Prozent als wichtig eingestuft. Auch einige neue Angebote haben die Mitglieder positiv bewertet. So ergab die Umfrage beispielsweise, dass sich 70 Prozent der Teilnehmer wünschen, auch per E-Mail über aktuelle Studien und Veranstaltungen informiert zu werden. ma

info: mitglieder(at)oeko.de

Drei Fragen an ...

Das Öko-Institut hat rund 3000 Mitglieder. Doch wer sind sie? Hier stellen sie sich vor.



Nicola Moczek, 44 Jahre, Umweltpsychologin und Bundesgeschäftsführerin der BUNDjugend, seit fünf Jahren Mitglied und zudem seit drei Jahren ehrenamtlich Vorstandsmitglied im Öko-
Institut.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Jeder ist seines Glückes Schmied.

Warum unterstützen Sie die Arbeit des Öko-Instituts?
Mich faszinieren insbesondere die Projekte EcoTopTen, Green Goal und Carbon Footprint. Bei diesen geht es darum, alltagstaugliche Handlungsempfehlungen für ganz normale Menschen zu entwickeln und erfolgreich zu kommunizieren. Im Öko-Institut habe ich viele kennen gelernt, die hervorragende Experten sind – ohne abgehoben im Elfenbeinturm zu sitzen. Das gefällt mir, hier engagiere ich mich gerne.

Was sind Ihrer Ansicht nach die größten Erfolge im Umweltschutz?
Als Umweltschützer waren wir lange Zeit Spielverderber, lustfeindlich, verschroben, nicht ernst genommen. Jetzt sind wir auf einmal Vorreiter, haben Lebensqualität, Genuss, Gesundheit und Glück. Unsere Botschaft ist also angekommen. In den nächsten zehn Jahren wird sich ein nachhaltiger Lebensstil in den westlichen Ländern durchsetzen. Davon bin ich überzeugt.



Franz Untersteller, 51 Jahre, Mitglied des baden-württembergischen Landtags, seit 28 Jahren Mitglied und seit fünf Jahren zudem ehrenamtlich Vorstandsmitglied im Öko-Institut.

Was ist Ihnen in Ihrem Leben wichtig?
Vor allem zwei Dinge: Meine Familie, zu der neben meiner Frau Brigitte meine beiden 22- und 19-jährigen Kinder Florian und Maike gehören. Darüber hinaus, dass ich mit meiner beruflichen bzw. politischen Karriere im Gebiet Umwelt- und Energiepolitik ein wenig dazu beitragen kann, das Prinzip des nachhaltiges Wirtschaftens zu einem Grundpfeiler unseres Gemeinwesens zu machen.

Wie sind Sie zum Öko-Institut gekommen?
Im Rahmen meines Studiums am Fachbereich Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur war ich 1980 zunächst für ein halbes Jahr als Praktikant am Öko-Institut. Im Anschluss daran war ich für einige
Monate noch wissenschaftlicher Mitarbeiter in Freiburg. Seit dieser Zeit bin ich aktives Mitglied, seit 2003 zudem Vorstandsmitglied des Öko-Instituts.

Welches Wissen über die Umwelt möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Mit Blick auf das globale Wirtschaften kann man derzeit manchmal den Eindruck gewinnen, als hätten wir noch eine weitere Erde, auf die wir nach der Ausplünderung unserer natürlichen Ressourcen auswandern könnten. Die große Herausforderung unserer und der nächsten Generation ist es, die Voraussetzungen für ein die „Grenzen des Wachstums” respektierendes Zusammenleben auf unserem Planeten zu schaffen.

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Mitgliederumfrage 2008

Ansprechpartnerin

Christiane Rathmann
Pressesprecherin
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
E-Mail Kontakt

Weitere Informationen

Möchten Sie in Zukunft regelmäßig über die Veranstaltungen des Öko-Instituts informiert werden? Melden Sie einfach Ihre Email Adresse bei unserem neuen Eventticker an >> und schon erhalten Sie bequem per Email aktuelle Termine und Auskünfte zu unseren Events.

Mehr Informationen zu unserer Arbeit finden sie auch im Jahresbericht von 2007 >> und in unserer Infobroschüre [Verlinken]. Gerne können Sie uns auch eine Email an mitglieder(at)oeko.de schicken und wir senden Ihnen gerne kostenlos eine Interessenten-Mappe zu. Alle Information zu einer Mitgliedschaft im Öko-Institut gibt es auch online unter www.oeko.de/mitmachen. Dort finden Sie auch ein Online-Anmelde-Formular >>.



Drei Fragen an … Nicola Moczek

Nicola Moczek ist Bundesgeschäftsführerin der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend) e.V. sowie selbstständige Umweltpsychologin. Dem Vorstand gehört Nicola Moczek seit Juni 2005 an und ist für das Querschnittsthema „Junge WissenschaftlerInnen“ zuständig. Nach dem Studium der Psychologie in Frankfurt gründete sie 1997 gemeinsam mit einem Partner PSY:PLAN, ein Beratungs- und Forschungsinstitut für Architektur- und Umweltpsychologie. Seit Anfang 2004 arbeitet sie für den BUND.

Drei Fragen an … Franz Untersteller

Franz Untersteller ist gelernter Diplom-Ingenieur Landschaftsplaner. Er war lange Jahre parlamentarischer Berater im baden-württembergischen Landtag, seit 2006 ist er Mitglied des baden-württembergischen Landtags und stellvertretender Vorsitzender der Fraktion GRÜNE.
www.franz-untersteller.de

Streitpunkt Kernenergie

Die Kernenergie steht derzeit wieder heftig in der Diskussion. Während viele Experten unverändert vor den Risiken warnen, sehen Teile der Energiewirtschaft in der Kernenergie die Lösung der drängenden Klimafragen. Doch was kann beispielsweise eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke bewirken? Welche Gefahren stehen dem gegenüber? Wie lässt sich der Klimawandel wirklich aufhalten? Die Wissenschaftler im Öko-Institut geben auf diese Fragen fundierte Antworten und beziehen Position. Lesen Sie mehr in der nächsten Ausgabe von eco@work, die im Frühjahr 2009 erscheinen wird.