Hier erfolgt eine kurze Erläuterung wichtiger Begriffe und Abkürzungen, die in GEMIS verwendet werden.
Wählen Sie den Anfangsbuchstaben des gesuchten Begriffs aus obiger Liste, um ihn im Glossar zu aktivieren.
a (annum) ist die Abkürzung für Jahr.
AB ist die Abkürzung für den Fahrzyklus "Autobahn".
Abraum ist in GEMIS Teil der festen Reststoffe und charakterisiert die Abfallmengen bei der Extraktion von Primärenergien und Rohstoffen (Berge, "taubes" Gestein, Deckmaterial).
Abwasserbelastungen sind in GEMIS die Umweltindikatoren AOX, BSB, CSB und anorganische Salze.
af ist das Kürzel für aschefrei und wird zur Charakterisierung einer Elementaranalyse verwendet.
AGEB (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen) gibt jährlich die Energiebilanz für die Deutschland heraus, die wichtige Grunddaten vor allem zum Energieeinsatz in der Industrie sowie bei der Stromerzeugung liefert und den Primärenergieverbrauch ausweist. Sie unterhält eigene Seiten im Internet, die weitere Informationen anbieten.
Allokation ist die Zurechnung bzw. Aufteilung der (Umwelt-)Lasten eines Prozesses auf mehrere Outputs (Produkte) dieses Prozesses. Die Allokation kann erfolgen nach z.B. Heizwerten, Masse oder Preisen oder durch die Anrechnung von Gutschriften.
AO ist die Abkürzung für den Fahrzyklus "außerorts".
AOX (adsorbierbare organisch gebundene Halogene) ist ein Maß für die Belastung von Abwasser mit halogenorganischen Verbindungen.
APME (Association of Plastics Manufacturers in Europe) bietet u.a. Ökobilanzdaten zu Kunststoffen auf ihrem website (APME-Daten sind auch in GEMIS 4 enthalten).
Asche ist in GEMIS Teil der festen Reststoffe. Die Menge an Asche wird bei Verbrennungsprozessen in GEMIS automatisch berechnet, wobei hierzu die Angaben zum Aschegehalt in der Elementaranalyse des verwendeten Brennstoffs dienen.
ATB ist das Institut für Agrartechnik Bornim e.V. in Potsdam und gehört zu den GEMIS-Anwendern und Kooperationspartnern im Bereich L&E. Nähere Information finden Sie auf dem ATB-website.
Autos sind in GEMIS Prozesse des Typs Personentransport und werden unter dem Namenselement "Pkw" geführt. GEMIS enthält Pkw für verschiedene Kraftstoffe (Benzin, Diesel, Erdgas, H2, Rapsöl, RME, Strom), Gewichtsklassen, Fahrzyklen und Emissionsklassen.
BASiS (Bedürfnisfeldorientierte Analyse von Stoffströmen in Szenarien) ist ein EDV-Werkzeug für Stoffstromanalysen, das für das UBA entwickelt wurde. BASiS modelliert auch die sog. Nachfrageseite, d.h. Bedürfnisse wie Bauen, Wohnen, Konsum usw. Es ist zudem dynamisch mit Zeitserien sowohl für die Nachfragen wie auch für die Bereitstellungstechnologien.
Bauelemente sind Prozesse in GEMIS, in typische
Elemente eines Hauses (z.B. Dach, Fenster, Außen- mauer) darstellen und das Symbol
vor ihrem Namen
tragen. Die Bauelemente enthalten die auf 1 m2 Wohnfläche normierten
Stoffmengen zur Herstellung des Bauelements sowie Verknüpfungen
zu Lieferprozessen.
BaUm (Basisdaten Umweltmanagement) ist ein IT-Projekt des UBA, das eine im Internet zugängliche Datenbank für Umweltmanagement, Ökobilanzen und Stoffstromanalysen erstellte, die u.a. GEMIS-Daten anbietet. Das Projekt wurde mittlerweile in ProBas (Prozessorientierte Basisdaten für Umweltmanagement-Instrumente) umgenannt - nähere Informationen hierzu finden Sie auf dem ProBas-website.
Bearbeiter sind in GEMIS diejenigen, die Verantwortung für einen Datensatz in der Datenbank tragen, d.h. ihn eingeben und bearbeiten (ändern) können. Siehe dazu auch Quelle.
BGR ist die Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, die u.a. Daten zu Rohstoffgewinnung und -aufbereitung zusammenstellt.
BHKW sind Block-Heizkraftwerke, d.h. kleinere (dezentrale) Anlagen zur gemeinsamen Bereitstellung von Wärme und Strom (Kraft-Wärme-Kopplung). Sie werden meist mit Erdgas, Diesel oder Bio- bzw. Klärgas betrieben und verwenden Verbrennungsmotoren, kleine Gasturbinen oder künftig auch Brennstoffzellen.
BMBF ist das Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie. Nähere Information finden Sie auf dem BMBF-website. Das BMBF fördert ein Projekt des Öko-Instituts, in dem GEMIS als Werkzeug zur Stoffstromanalyse eingesetzt wird - siehe website Nachhaltige Städte.
BMU ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Nähere Information finden Sie auf dem BMU-website.
Brennstoffe sind in GEMIS Datensätze des Typs Produkt und gehören zu den Energieträgern. Für Brennstoffe speichert GEMIS die Elementaranalyse, nach der es dann den Heizwert bzw. Brennwert sowie Emissionen, die beim Verbrennen auftreten, berechnen kann. Weiterhin werden auch der Preis des Brennstoffs und Metadaten gespeichert.
Brennwert (Ho) ist die bei der vollständigen Oxidation (Verbrennung) eines Brennstoffs freiwerdende Energiemenge inklusive der Verdampfungswärme für entstehenden Wasserdampf. In internationalen Gremien sowie vor allem in den USA ist die Angabe von Nutzungsgraden, Kosten und Emissionsfaktoren meist brennwertbezogen, während in Europa und vielen anderen Ländern diese Angaben meist auf den Heizwert bezogen sind. Die Unterschiede betragen je nach Brennstofftyp 5-20%. In GEMIS 4 ist nun die Möglichkeit zum Wechsel zwischen der Bezugsgröße eingebaut (siehe Globalschalter), d.h. die Eingabe und Anzeige kann zwischen Heizwert (Vorgabe) und Brennwert umgeschaltet werden.
Brennstoffzellen (BZ) wandeln Wasserstoff (H2) oder auch H2-haltige andere Gase elektrochemisch in Strom (und Wärme) um, indem H2 mit O2 aus der Luft oxidiert ("kalt verbrannt") wird. Diese Umwandlung ist lärm- und emissionsarm und erreicht relativ hohe elektrische Nutzungsgrade (40-60%), erfordert jedoch meist eine vorherige Aufbereitung des Brennstoffs (z.B. bei Erdgas), die wiederum Verluste aufweist. Derzeit werden phosphorsauer BZ, Karbonatschmelze-BZ und Festoxid-BZ für den stationären Einsatz entwickelt, während BZ des Typs PEM für stationären und mobilen Einsatz (in Pkw) in Frage kommen.
brutto bezeichnet in GEMIS eine Betrachtungsmöglichkeit für Prozesse mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), bei der für das parallel zu Strom oder Wärme erzeugte Koppelprodukt keine Gutschrift erfolgt, also auch keine Allokation. In GEMIS 4 gibt es nun auch einen Globalschalter, mit dem alle Gutschriften aller Prozesse pauschal ignoriert werden können, also eine generelle Brutto-Betrachtung erfolgt.
BSB ist der Biologische Sauerstoff-Bedarf, ein Maß für die Belastung von Abwasser mit biologisch abbaubaren Substanzen.
BTU sind British Thermal Unit, eine angelsächsische Energieeinheit.
BUIS (Betriebliche Umwelt-Informations-Systeme) sind EDV-gestützte Werkzeuge, die beim Umweltmanagement in Unternehmen eingesetzt werden.
CAS ist das Chemical Abstract System
CityPlan ist ein Beratungs- und Planungsbüro in Prag, das die GEMIS-Datenbasis für Tschechien entwickelte und eine große Zahl von Anwendungen in der Tschechischen Republik durchführt. Ansprechpartner bei CityPlan ist Ivan Benes.
CH4 ist die chemische Formel für Methan (Hauptbestandteil von Erdgas, Biogas usw.). Seite Wirkung als Treibhausgas wird in den CO2-Äquivalenten einbezogen, während seine Wirkung als Luftschadstoff in Ozon-Vorläufer-Äquivalenten berücksichtigt wird.
chem-anorg ist ein Namenselement in GEMIS. Es bezeichnet Prozesse, die dem Sektor anorganische Chemie (i.d.R. chemische Grundstoffe) angehören.
chem-org ist ein Namenselement in GEMIS. Es bezeichnet Prozesse, die dem Sektor organische Chemie (i.d.R. chemische Grundstoffe) angehören.
CNG (compressed natural gas) ist komprimiertes Erdgas, u.a. ein Kraftstoff für Fahrzeuge.
CO (Kohlenmonoxid) ist ein Ergebnis unvollständiger Verbrennung und ein Luftschadstoff, dessen Wirkung in Ozon-Vorläufer-Äquivalentenberücksichtigt wird.
CO2 (Kohlendioxid) ist das quantitativ wichtigste Treibhausgas (THG), das durch menschliche Aktivitäten (insbesondere Verbrennung fossiler Energieträger) freigesetzt wird.
CO2-Äquivalente sind das Ergebnis der Aggregation von Treibhausgasen (THG) nach ihrem Treibhauspotenzial (THP) und stellen einen Indikator für das Umweltproblemfeld "Klima" dar.
CnHm sind Kohlenwasserstoffe (auch als HC abgekürzt). In GEMIS werden sie in NMVOC und CH4unterteilt.
CSB ist der Chemische Sauerstoff-Bedarf, ein Maß für die Belastung von Abwasser mit chemisch abbaubaren Substanzen.
d (diem) ist die Abkürzung für Tag.
Datenfilter sind in GEMIS Auswahlregeln zur Anzeige von Einträgen der Datenbank: nur die Datensätze werden im Karteifenster angezeigt, die den gewählten Filterkriterien entsprechen. Die Datenfilter haben ein eigenes Blatt, das je nach der Art des Karteifensters verschiedene Optionen zum Filtern enthält. Immer funktioniert das Filtern nach dem Datum der letzen Änderung, der Quelle, dem Bearbeiter und der Datenqualität.
Datensatz heißt in GEMIS die kleinste Einheit, in der Daten gespeichert werden. Datensätze haben einen eindeutigen Namen, einen Bearbeiter und eine Quelle. Die Gesamtheit aller Datensätze bilden ein Projekt.
Datenqualitäts-Indikator ist ein Hinweis auf die jeweilige Datenherkunft und Güte des Datensatzes und wird in der Metadaten-Karte von Produkten, Prozessen und Szenarien sowie Standards enthalten. Er betrifft die generelle Qualität des Datensatzes an und wird in der GEMIS-Ergebnisanalyse verwendet um anzuzeigen, welche Teile eines Szenario-Resultats mit welcher Datenqualität verbunden sind. Der Indikator dient dazu, die Unsicherheit von Ergebnissen zumindest qualitativ zu beleuchten. Die Bedeutung der Stufen ist wie folgt:
DeNOx ist das Kürzel für Entstickung, d.h. die Reduktion von NOx. In GEMIS gehören DeNOx-Anlagen zu den Emissionsminderungstechniken, und es gibt sie in den Varianten Low-NOx, SCR und SNCR.
DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) ist ein nationales Forschungszentrum in Berlin u.a. für Energiefragen. Es ist außerdem die Geschäftstelle der AGEB. Nähere Information finden Sie auf dem DIW-website.
DSM (Demand-Side Management) ist die allgemeine Bezeichnung für Energieeinspar-Programme (NegaWatt).
DT ist die Abkürzung für Dampfturbine.
EFH ist die Abkürzung für Ein-und-Zwei-Familien-Haus und gehört in GEMIS zu den Haustypen
EK ist die Abkürzung für Entnahme-Kondensations-Turbine (bei KWK-Prozessen).
el ist das Namenskürzel in GEMIS für elektrisch.
Elementaranalyse ist die Beschreibung der chemischen Zusammensetzung von Brennstoffen, aus der GEMIS den Heizwert sowie über eine Verbrennungsrechnung auch das Abgasvolumen sowie bestimmte Emissionsfaktoren berechnet. Die Elementaranalyse berücksichtigt auch den Gehalt an Wasser (w) und Asche (a) und bezieht sich entweder auf den Anlieferungszustand von Brennstoffen (inkl. w + a = i.roh) oder betrachtet die Brennstoffe als aschefrei (af), wasserfrei (wf) oder wasser- und aschefrei (waf). GEMIS nimmt Daten zur Elementaranalyse im Format "i.roh" auf, kann aber zwischen den anderen Formaten umgeschaltet werden.
EM ist die Abkürzung für Envionmental Manual for Power Development, einem mit GEMIS verwandten Projekt von GTZ und Weltbank zum Umweltvergleich für Energiesysteme in Entwicklnugsländern. Das EM ist eine aus GEMIS entwickelte, vereinfachte Bilanzierungssoftware mit einer speziell für Entwicklungsländer ausgelegten Datenbank. Für nähere Informationen siehe EM website.
EMAS (Environmental Management and Auditing Scheme) ist die in einer EU-Richtlinie geregelte Vorschrift zum Öko-Audit, nach der Betriebe ihr Umweltmanagement zertifizieren lassen können und hierfür ein entsprechendes Siege erhalten.
Emissionsklassen sind gesetzlich festgelegte Klassen von Emissionsbegrenzungen für Fahrzeuge, die sich auf bestimmte Fahrzyklen beziehen und für verschiedene Gewichts- und Altersklassen gelten. In GEMIS sind für Lkw die Emissionsklassen EURO 1 bis EURO 5 und für Autos die Emissionsklassen EURO 1-4 in der Datenbank enthalten.
Emissionsminderungstechniken sind in GEMIS besondere Prozesse, die durch Verknüpfung mit Verbrennungsprozessen deren Emissionen senken können (z.B. REA). GEMIS berechnet dann automatisch die jeweiligen Reingasemissionen, d.h. die effektiven Emissionen nach Einsatz der Emissionsminderungstechnik. Weiterhin werden dabei ggf. anfallende Reststoffe bestimmt, der jeweilige Energieaufwand berücksichtigt (Netto-Nutzungsgrad) und der finanzielle Aufwand zur Emissionsminderung bei der Kostenrechnung des Verbrennungsprozesses eingetragen.
Energieträger sind Brennstoffe (z.B. Benzin, Holz, Kohle) sowie Strom, Wärme (Fernwärme, Raumwärme, Warmwasser) und Uran.
Entsorger sind ein neuer Prozesstyp in GEMIS 4, der zur Behandlung von Reststoffe aus anderen Prozessen dient - er stellt das "hintere Ende" von Prozessketten dar: eine Senke. Entsorger können wie alle anderen Prozesse direkte Emissionen (und Reststoffe !) aufweisen sowie Verknüpfungen zu Hilfsinputs (Energie, Stoffe) und Materialaufwand zur Herstellung haben, sowie Kosten Entsorger werden ähnlich wie Emissionsminderungsprozesse an andere Prozesse gekoppelt: hat ein Prozess Reststoffe, so können diese mit einem Entsorger (und einem Transportprozess mit Entfernungsangabe) verknüpft werden. GEMIS berechnet dann, wie groß die Umwelteffekte durch die Entsorgung des Reststoffs sind.
EPS (expanded polystyrene) ist expandiertes Polystyrol, ein Kunststoff.
ESU ist die Gruppe Energie-Stoffe-Umwelt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich/Schweiz, die mit dem GEMIS-Projekt eng kooperiert und mit ÖKOINVENT eine eigene Datenbasis für Ökobilanzen erstellt hat. Nähere Informationen finden Sie auf dem ESU-website.
€ (Euro) ist die neue europäische Währungseinheit. In GEMIS werden die Währungen der Eurozone durch die fixierten Wechselkurse automatisch umgerechnet.
Externe Kosten in GEMIS sind die monetarisierten Umweltkosten von Emissionen und Reststoffen. Diese Kosten repräsentieren den monetären Wert von Schäden oder den Vermeidungsaufwand, der mit den Emissionen oder Reststoffen verbunden sind. Externe Kosten sind nicht Teil der konventionellen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, in denen nur private Kosten vorkommen: gesellschaftliche Kosten von Emissionen und Reststoffen sind außerhalb (extern) der privaten ökonomische Entscheidungsfindung. Aus der gesellschaftlichen Perspektive sollten externe Kosten jedoch in der Entscheidung über die Kosteneffizienz von Investitionen oder Ausgaben berücksichtigt werden. Die GEMIS-Stammdaten bieten für Luftschadstoffe und Treibhausgase Werte für externe Kosten, die auf dem Aufwand zur Vermeidung dieser Emissionen beruhen. Für nukleare Risiken wurde darin ein Merkwert von 3 Pf/kWh Atomstrom aufgenommen.
Fahrzyklen sind normierte Strecken, die Fahrzeuge mit festgelegten Geschwindigkeiten (inkl. Anfahren und Bremsen, Leerlauf sowie Schaltvorgängen) zur Bestimmung ihrer Emissionsfaktoren zurücklegen. In GEMIS gibt es die Fahrzyklen AB, AO und IO.
FCKW sind Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe - chemisch relativ stabile Verbindungen, die allerdings ein spezifisch hohes Treibhauspotenzial (THP) aufweisen und in der hohen Atmosphäre durch UV-Licht gespalten werden und dort zum Ozon-Abbau beitragen. Dieser Effekt überkompensiert nach heutigem Wissen ihren Erwärmungseffekt, da Ozon selbst ein hohes THP aufweist, so dass "netto" die Treibhauswirkung der FCKW mit Null angesetzt wird. FCKW wurden aufgrund ihrer hohen Stabilität und chemischen Inertheit lange als Arbeitsmittel in Wärmepumpen und als Schäumungsmittel für Kunst- und Dämmstoffe eingesetzt, werden mittlerweile aber weitgehend durch FCKW-Ersatzstoffe (FKW, H-FKW, Butan/Pentan usw.) verdrängt.
Festoxid-BZ (solid oxide - SO) sind Brennstoffzellen, die als Elektrolyt feste Oxide verwenden, womit sehr hohe elektrische Nutzungsgrade (> 55 %) und Abwärme auf sehr hohem Niveau (> 500 °C) erreicht werden. Außerdem können SO-BZ die Brennstoffe Erd- und Biogas direkt (d.h. ohne vorgeschalteten Reformer) verwenden, da in der BZ aufgrund der hohen Betriebstemperaturen eine H2-Abspaltung stattfindet. Damit eignen sich SO-BZ gut für Kraft-Wärme-Kopplung. Durch nachgeschaltete GuD-Prozesse lässt sich bei SO-BZ der elektrische Nutzungsgrad auf Werte um 65 % steigern.
FfE (Forschungsstelle für Energiewirtschaft) ist ein privates Forschungsinstitut mit Sitz in München und gehört zu den GEMIS-Anwendern insbesondere im Bereich KEA. Nähere Information finden Sie auf dem FfE-website
fob (free on board) wird zur Charakterisierung von Brennstoffpreisen verwendet.
GD ist die Abkürzung für Gegendruck-Turbine (bei KWK-Prozessen).
GEMIS ist das Globale Emissions-Modell Integrierter Systeme des Öko-Instituts und seit der Version 3.0 kostenlos erhältlich. Auf die GEMIS-Startseite führt Sie dieser link.
GEMIS 3.x ist die eXtended version von GEMIS 3.1 und eine Demo-Version zu GEMIS 4
GhK (Universität Gesamthochschule Kassel) war mit dem Wissenschaftlichen Zentrum für Umweltsystemanalyse (WZ-III) an der Entwicklung von GEMIS beteiligt und unterstützt derzeit die GEMIS-Arbeiten zu Landwirtschaft und Ernährung (L&E). Nähere Informationen finden Sie auf dem WZ-III-website.
Globalschalter sind eine Neuerung in GEMIS 4, mit der sich durch einen Mausklick gezielt die Systemgrenzen für die Berechnung von Lebenszyklen bestimmen lassen:
Durch das gezielte An- und Abschalten und jeweilige Neuberechnung kann die Sensitivität der GEMIS-Rechnungen für die gewählte Systemgrenze schnell ermittelt werden.
GT ist die Abkürzung für Gasturbine.
GTZ ist die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, die zu den Hauptförderern des EM-Projekts gehört. Nähere Information finden Sie auf dem GTZ-website.
GuD sind Kombikraftwerke, die aus Gasturbinen und nachgeschalteten Dampfturbinen bestehen.
GUS ist die Landeskennung für die Staatengruppe Gemeinschaft unabhängiger Staaten (Ex-UdSSR).
Gutschriften sind in eine Möglichkeit zur Allokation bei Prozessen, die mehr als ein Produkt bereitstellen - insbesondere Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). KWK-Prozesse in GEMIS, für die eine Gutschrift angerechnet wurde, werden als "netto" bezeichnet.
GWP (global warming potential) - siehe THP
H2S ist die chemische Formel für Schwefelwasserstoff.
Haustypen sind in GEMIS verallgemeinerte Bauformen von Häusern, für die Bauelemente zur Beschreibung des stofflichen Herstellungsaufwands dienen. Zu den Haustypen zählen EFH und MFH.
HCl ist die chemische Formel für Chlorwasserstoff (Salzsäure).
HDPE (high-density polyethylene) ist ein Kunststoff.
HFC (hydrofluorocarbons) sind wasserstoffhaltige Fluor-Kohlenwasserstoffe, zählen zu den Treibhausgasen und haben ein hohes Treibhauspotenzial.
Heizwert (Hu) ist die bei der vollständigen Oxidation (Verbrennung) eines Brennstoffs freiwerdende Energiemenge ohne die Verdampfungswärme für entstehenden Wasserdampf. In internationalen Gremien sowie vor allem in den USA ist die Angabe von Nutzungsgraden, Kosten und Emissionsfaktoren meist brennwertbezogen, während in Europa und vielen anderen Ländern diese Angaben meist auf Hu bezogen sind. Die Unterschiede betragen je nach Brennstofftyp 5-20%. In GEMIS 4 ist nun die Möglichkeit zum Wechsel zwischen der Bezugsgröße eingebaut (siehe Globalschalter), d.h. die Eingabe und Anzeige kann zwischen Heizwert (Vorgabe) und Brennwert umgeschaltet werden.
hessenENERGIE ist die Energieagentur des Landes Hessen und gehört zu den Anwendern von GEMIS u.a. im Bereich Kommunaler Klimaschutz sowie bei der Förderung von Energieprojekten in Hessen. Die hessenEnergie betreibt eigene Seiten im Internet.
HF ist die chemische Formel für Fluorwasserstoff (Flusssäure).
HH ist die Abkürzung für den Sektor Haushalte.
HH/KV ist die Abkürzung für die Sektoren Haushalte und Kleinverbrauch.
HKW ist die Abkürzung für Heizkraftwerk, also die gemeinsame Bereitstellung von Wärme und Strom (Kraft-Wärme-Kopplung). Kleinere HKW werden auch als BHKW bezeichnet.
HMULF ist das Hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten. Es gehört zu den Hauptförderern von GEMIS und hat eigene Seiten um Internet.
Ho - siehe Brennwert
Hu - siehe Heizwert
HW ist in GEMIS die Abkürzung für Heizwerk, einem Wärmelieferant.
IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung GmbH) ist ein privates Umweltforschungsinstitut in Heidelberg. Es gehört zu den GEMIS-Anwendern und bietet mit UMBERTO ein eigenes Werkzeug für Ökobilanzen an. Nähere Information finden Sie auf dem IFEU-website.
IfiB (Institut für industrielle Bauproduktion) an der TU Karlsruhe untersucht u.a. Fragen des Ökologischen Bauens und gehört zu den GEMIS-Anwender und unseren Kooperationspartnern (insbesondere im KEA-Projekt.). Nähere Information finden Sie auf dem Ifib-website.
IKARUS (Instrumente zu Klimagas-Reduktions- Szenarien) ist ein Projekt des BMBF, in dessen Rahmen eine eigene Datenbank für Energie- und Verkehrstechnologien entwickelt wurde. In der GEMIS-Datenbasis sind einige Energieprozesse aus IKARUS aufgenommen.
IN wird in GEMIS als Abkürzung für "Industrie" verwendet.
IO ist die Abkürzung für den Fahrzyklus "innerorts".
IREB an der Bauhaus-Universität Weimar untersucht Fragen des Ökologischen Bauens und gehört zu den GEMIS-Anwendern und unseren Kooperationspartnern (insbesondere im KEA-Projekt.)
ISI (Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung) gehört zu den Anwendern von GEMIS und unseren Kooperationspartnern (insbesondere im KEA-Projekt).
IST (Institut Supérieur de Technologie) gehört zu den Anwendern von GEMIS und unseren Kooperationspartnern bei der Datenanpassung für Luxemburg (siehe Prof. Jean-Jaques Scheuren).
IZW ist das Informationszentrum Wärmepumpen und Kältetechnik, das spezielle Datensätze zu Wärmepumpen zusammengestellt hat, die in der GEMIS-4-Datenbank enthalten sind. Das IZW hat eigene Seiten im Internet.
J (Joule) ist eine Basis-Energieeinheit und wird meist in Vielfachen (Kilo = 103, Mega = 106, Giga = 109, Tera = 1012) als MJ, GJ bzw. TJ angegeben. 3,6 MJ entsprechen 1 kWh. In GEMIS können Sie für die Einheiten zur Eingabe und Anzeige zwischen einer Vielzahl frei wählen, die Umrechnung erfolgt automatisch.
k ist die Stromkennzahl eines KWK-Prozesses, d.h. das Verhältnis des in KWK bereitgestellten Stroms zur KWK-Wärmeproduktion. In GEMIS dient k als quantitativer Ausdruck für die Gutschrift, die ein wärmeliefernder KWK-Prozess für den parallel zur Wärme bereitgestellten Strom erhält, wenn er netto definiert wurde. Diese Stromgutschrift wird als negativer Hilfsenergieaufwand eingetragen. Der Kehrwert von k (d.h. 1/k) ist die Wärmekennzahl und dient als quantitativer Ausdruck für die Gutschrift, die ein stromliefernder KWK-Prozess für die parallel zum Strom bereitgestellte Wärme erhält, wenn er netto definiert wurde. Diese Wärmegutschrift wird ebenfalls als negativer Hilfsenergieaufwand eingetragen.
Karbonatschmelze-BZ (molten carbonate - MC) sind Brennstoffzellen, die als Elektrolyt eine Schmelze aus Karbonaten verwenden, womit hohe elektrische Nutzungsgrade (> 40 %) und Abwärme auf hohem Niveau (> 400 °C) erreicht werden - damit eignen sich MC-BZ gut für Kraft-Wärme-Kopplung.
Karteifenster sind in GEMIS besondere Fenster,
in denen Datensätze ausgewählt, neu eingegeben, editiert,
kopiert oder umbenannt bzw. gelöscht werden können:
Auf dem Blatt "Filter" können
Sie Datenfilter auswählen, die nur solche Datensätze anzeigen, die den gewählten
Kriterien entsprechen. Die Datensätze werden links in einer Liste angezeigt, wo
sie durch Mausklick markiert werden können. Für den markierten Datensatz wird rechts
im Infoblatt eine Zusammenfassung wichtiger Kenndaten gegeben.
Karten sind in GEMIS die Blätter, auf denen Informationen von Datensätzen (Produkte, Prozesse, Szenarien, Referenzen, Standards) angezeigt und gespeichert werden. Jeder Datensatz kann mehrere Karten umfassen.
KEA ist der Kumulierte Energie-Aufwand, eine Maßzahl für den gesamten Aufwand an Energieressourcen (Primärenergien) zur Bereitstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung. In GEMIS ist eine neue Methodik zur Berechnung des KEA eingebaut - siehe entsprechende KEA-Seite - dies kann jedoch durch einen Globalschalter auf die "alte" Methodik der VDI-Richtlinie 4600 umgestellt werden. Zum KEA gibt es ein spezielles Projekt des UBA mit eigenen Seiten im Internet.
Kommentar ist Teil der Metadaten eines Datensatzes, der eine Beschreibung des Datenobjekts enthält und insbesondere auf die Datengenese, Besonderheiten und Einschränkungen hinweist. In GEMIS 4 ist der Kommentar zudem multilingual.
Kopieren ist eine Windows®-Funktion zum Kopieren eines markierten Textes oder eines markierten Datensatzes in die sog. Zwischenablage. Von dort kann dann die Funktion Einfügen den Inhalt der Zwischenablage in den aktuell gewählten Text, Listenbereich oder auch eine andere Windows-Anwendung (Tabellenkalkulation, Textverarbeitung) einfügen. Das Tastenkürzel für Kopieren ist STRG+C, für Einfügen STRG+V.
KSA ist der Kumulierte Stoff-Aufwand, eine Maßzahl für den gesamten Aufwand an stofflichen Ressourcen (Rohstoffe) zur Bereitstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung. In GEMIS ist der KSA die stoffbezogene komplementäre Größe zum KEA.
KTBL ist das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft und Kooperationspartner im Bereich L&E.
KW ist die Abkürzung für Kraftwerk
in GEMIS-Namen. Als Kraftwerke werde alle Stromerzeuger verstanden,
die aus fossilen oder regenerativen Energieträger durch Verbrennung oder sonstige
Umwandlung Elektrizität bereitstellen. Beachten Sie, das nuklear betriebene KW in
der Technologiegruppe "nuklear" (Symbol
) geführt
werden, nicht in der Technologiegruppe "Kraftwerke" (Symbol
).
kW ist die Abkürzung für KiloWatt, eine Leistungseinheit
kWh ist die Abkürzung für Kilo-Watt-Stunden (= 3,6MJ).
KWK ist die Abkürzung für Kraft-Wärme-Kopplung,d.h.
die gemeinsame Bereitstellung von Strom (Kraft) und Wärme (aber auch Kälte für Kühlen,
Klimatisierung usw.). In GEMIS haben KWK-Prozesse das Symbol
vor ihrem
Namen, der die Kürzel HKW oder
BHKW enthält. Das Namenselement "th" verweist darauf, das KWK-Prozesse
Wärme bereitstellen, während sie ohne das Kürzel "th" generell als Stromlieferanten
modelliert sind. Da KWK-Prozesse mehr als ein Hauptprodukt bereitstellen,
ist eine Allokation erforderlich, um die Umwelt- und Kosteneffekte
auf ein Hauptprodukt zu beziehen und den Nebennutzen des anderen Produkts durch
eine Zuordnungsregel anzurechnen. In GEMIS wird in der Regel das
Gutschriften-Verfahren für Nebenprodukte verwendet,
womit ein KWK-Prozess nur noch bezogen auf das Hauptprodukt - also
netto - betrachtet wird. Im Namen der KWK-Prozesse in GEMIS
wird dies durch das Kürzel "/", gefolgt vom gutgeschriebenen Prozess, kenntlich
gemacht. Es gibt aber auch KWK-Prozesse, die ohne Gutschrift modelliert sind
- dies zeigt das Namenselement "brutto" hinter dem Kürzel
"/".
KV ist die Abkürzung für den Sektor Kleinverbrauch.
L&E (Landwirtschaft und Ernährung) ist die Bezeichnung in GEMIS für eine Gruppe von Prozessen, die zur Bereitstellung von Nahrungs- und Genussmitteln dient. Der Grunddatensatz hierzu wurde von der GhK entwickelt, eine Dokumentation zu den L&E-Daten in GEMIS 3.08 finden Sie im Archiv. Die L&E-Daten werden im Rahmen einer Kooperation mit Dritten (u.a. ATB, Uni Giessen, Uni Göttingen u.a.) erweitert.
Landeskennung ist in GEMIS ein Kürzel für die Bezeichnung von Nationen (Länder) bzw. Gruppen von Staaten (z.B. GUS, MOE, OPEC). Hierzu gibt es auch eine Landesliste.
LCA (Life-Cycle Analysis) ist die englische Bezeichnung für Ökobilanz.
LCI (Life-Cycle Inventory) ist die englische Bezeichnung für Sachbilanz.
LDPE (low-density polyethylene) ist ein Kunststoff.
Lebenszyklus bezeichnet ein Konzept bei Ökobilanzen und Stoffstromanalysen, das für Produkte oder Dienstleistungen alle Umwelteffekte von der "Wiege" (Rohstoff- oder Primärenergiegewinnung) bis zur "Bahre" (Entsorgung oder Recycling) ermittelt, inkl. der aus der Herstellung notwendiger Materialien, Transporten und der Nutzungsphase stammenden Umwelteffekten. Die Verknüpfungen aller Prozesse, die einen Lebensweg bilden, wird in GEMIS als Prozesskette bezeichnet.
LH2 (liquid hydrogen) ist flüssiger Wasserstoff.
Lkw ist die Abkürzung für Lastkraftwagen.
LNG (liquefied natural gas) ist verflüssigtes Erdgas.
lokales Menü ist eine neue Bedienungsform in GEMIS 3.x/4, die durch das Klicken mit der rechten Maustaste bei markierten Datensätzen aktiviert wird. Über lokale Menüs wird die gesamte Bedienung stark vereinfacht, da alle wichtigen Aktionen des GEMIS-Programms hiermit gesteuert werden können.
LowNOx ist die Abkürzung für sog. primäre NOx-Minderung mit verbrennungstechnischen Maßnahmen, z.B. Stufenverbrennung.
LPG (liquid petroleum gas) ist die Abkürzung für Flüssiggas.
Luftschadstoffe sind Produkte des Typs Emission, insbesondere SO2, NOx, HCl, HF, NH3, H2S für die GEMIS das Versauerungspotenzial bestimmt, und CO, NMVOC, NOx, für GEMIS das Ozon-Vorläufer-Potenzial berechnet. AnwenderInnen können weitere Luftschadstoffe als nutzerdefinierte Emission in die Produktdatenbank einfügen.
MC (molten carbonate) - siehe Karbonatschmelze-BZ
MeOH ist die Abkürzung für Methanol, einen flüssigen Energieträger, der aus Kohlenwasserstoffen (Erdgas, Erdöl, Kohle oder auch Biomasse) gewonnen werden kann und als chemischer Rohstoff oder als Kraftstoff (z.B. in Fahrzeugen mit BZ-Antrieb) Verwendung findet
Metadaten sind Informationen über Daten, z.B. eine Beschreibung (Kommentar), Angaben zur Herkunft (Quelle), zum Bearbeiter, zur Datenqualität oder zum Ortsbezug bzw. die Eingruppierung in Nomenklaturen. Weiterhin sind Referenzen wichtige Elemente der Metadaten.
MFH ist die Abkürzung für Mehr-Familien-Haus und gehört in GEMIS zu den Haustypen.
mi ist die Abkürzung für mile (Meile), d.h. rund 1,69 km.
MJ ist die Abkürzung für MegaJoule (= 103Joule).
MOE ist die Landeskennung für die Staatengruppe Mittel- und Osteuropa.
Monetäre Dienstleister sind ein neuer Prozesstyp in GEMIS 4, mit dem sich für monetäre (geldliche) Ausgaben die Umwelteffekte bestimmen lassen, wobei die der Güter- oder Dienstleistungsbereitstellung vorgelagerten Prozesse einbezogen sind. Der neue Prozesstyp dient dazu Prozesse abzubilden, für die keine Einzelinformationen über Vorketten existieren oder die eine zu komplexe Kombination von stofflichen, energetischen und/oder transportbezogenen Dienstleistungen als Output haben (z.B. Banken, Herstellung von Spielwaren, Krankenhäuser). Für solche Prozesse kann eine Input-Output-Tabelle (IOT) die monetäre Verknüpfung zu den sie beliefernden Wirtschaftssektoren benutzen, um Umwelteffekte zu ermitteln. In GEMIS 4 wurden alle Wirtschaftssektoren als eigene Prozesse aufgenommen, d.h. es gibt für die gesamte Wirtschaft nun monetäre Prozesse ! Die Datenbasis hierzu ist die UGR für das Jahr 1995, in der Luftschadstoffe und Treibhausgase sowie Primärenergie (KEA) enthalten sind. Die monetären Dienstleistungsprozesse können in Szenarien verwendet werden, um Nachfragen nach Produkten und Dienstleistungen über Geld abzubilden, also die Ausgaben für die entsprechenden Nachfragen.
Multilingualität (Mehrsprachigkeit) ist eine neue Eigenschaft von GEMIS 4, mit der sowohl das Computerprogramm (Benutzeroberfläche) als auch seine Datenbasis zwischen einer wählbaren Landesprache und der fest eingestellten Systemsprache (Englisch) umgeschaltet werden kann.
MW ist die Abkürzung für MegaWatt, eine Leistungseinheit (= 1 MJ/s).
MWel ist die Abkürzung für elektrische MegaWatt
MWh ist die Abkürzung für MegaWatt-Stunden (103 kWh)
MWth ist die Abkürzung für thermische MegaWatt, also die Wärmeleistung
N2O ist die chemische Formel für Distickoxid (Lachgas), ein Treibhausgas.
NACE (National Accounts in Europe) ist die europäische Gliederung der Wirtschaft in statistische Sektoren bzw. Produktionsbereiche, die in GEMIS als Nomenklatur implementiert ist. Zur NACE-Gliederung gibt es eine Übersichtstabelle.
Namen sind die Bezeichner von Datensätzen. Aufgrund der Multilingualität von GEMIS Version 4 werden Namen immer in einer wählbaren Landessprache (z.B. deutsch) und der festen Systemsprache (englisch) eingegeben. Für GEMIS gibt es zudem spezielle Namensregeln.
netto bezeichnet in GEMIS die Betrachtung von KWK-Prozessen, die eine Gutschrift für ihr Nebenprodukt erhalten, womit der KWK-Prozess nur noch bezogen auf das Hauptprodukt - eben netto - bilanziert wird. Im Namen der KWK-Prozesse wird dies durch das Kürzel "/", gefolgt vom gutgeschriebenen Prozess, kenntlich gemacht. Es gibt aber auch KWK-Prozesse, die ohne Gutschrift modelliert sind - dies zeigt das Namenselement "brutto" hinter dem Kürzel "/". Beachten Sie außerdem, dass durch einen neuen Globalschalter alle Gutschriften bei der Bilanzierung ignoriert werden können.
Netto-Nutzungsgrad ist in GEMIS der Nutzungsgrad eines Prozesses abzüglich des Energieaufwands für die mit ihm verknüpften Emissionsminderungstechnologien.
NH3 ist die chemische Formel für Ammoniak, einem versauernd wirkenden Luftschadstoff, dessen Wirkung in SO2-Äquivalentenberücksichtigt wird..
NMVOC sind flüchtige Nichtmethan-Kohlenwasserstoffe (non-methane volatile organic compounds), deren Wirkung als Luftschadstoff in Ozon-Vorläufer-Äquivalentenberücksichtigt wird.
Nomenklaturen sind systematisierte Namen, die in GEMIS 4 als NACE (statistische Wirtschaftssektoren bzw. Branchen) und SNAP (Emissionstypen) implementiert sind. Beide Nomenklaturen lassen sich als Datenfilter einsetzen, um bestimmte Prozesse in der Datenbank zu finden, und für beide können Ergebnisse von Szenarienzusammengefasst werden.
NOx (Stickoxide, angegeben als NO2) sind versauernd wirkende Luftschadstoffe, deren Wirkung in SO2-Äquivalenten berücksichtigt wird. NOx wirkt auch beim Sommersmog mit, wobei dies in das Ozon-Vorläufer-Äquivalent eingeht.
Nutzerdefiniert sind in GEMIS die Datensätze, die den Verarbeitungsumfang von Umweltindikatoren im Bereich Luftschadstoffe, Reststoffe oder Abwasser durch Nutzer erweitern. Sie können z.B. das Schwermetall "Blei" als Luftschadstoff in die Datenbasis einfügen und dann bei den Prozessen, die Blei emittieren, diesen Schadstoff in die Emissionsliste einfügen und mit Emissionsdaten versehen. Bei der Ergebnisanzeige werden dann die nutzerdefinierten Schadstoffe mit angezeigt.
Der Nutzungsgrad ist das quantitative, für ein Jahr typische mittlere Verhältnis des Outputs eines Prozesses zu seinem Input, jedoch ohne Berücksichtigung von Hilfsenergien und -stoffen. Beachten Sie, dass Angaben zum Nutzungsgrad von Energiesystemen meist auf den Heizwert, in anderen Ländern aber auch auf den Brennwert bezogen sein können.
O2 ist die chemische Formel für das Sauerstoff-Molekül.
O3 ist die chemische Formel für Ozon.
Öko-Institut (Institut für angewandte Ökologie e.V.) ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Umweltforschungsinstitut mit Sitz in Freiburg und Büros in Darmstadt und Berlin. Seine Arbeitsgebiete umfassen Energie und Klimaschutz, Gentechnik, Nukleare Sicherheit und Anlagentechnik, Produkt und Stoffströme, Umweltrecht sowie dem Arbeitsfeld Verkehr. Das Öko-Institut erstellt Ökobilanzen und Stoffstromanalysen und bietet mit GEMIS hierfür eine öffentlich zugängliche Datenbasis sowie ein kostenloses Bilanzierungswerkzeug. Nähere Informationen finden Sie im Internet.
Ökobilanz ist ein Ansatz zur Bewertung der Umweltwirkungen von Produkten und Dienstleistungen nach dem Konzept des "Lebenswegs" (von der Wiege bis zur Bahre), d.h. die Umwelteffekte werden von der Rohstoff- oder Primärenergiegewinnung über die Herstellung notwendiger Materialien und die Nutzungsphase eines Produkts bis zu seiner Entsorgung (oder Recycling) ermittelt und einer Bewertung unterzogen.
OPEC (Organization of Oil-Exporting Countries) ist die Landeskennung für die Gruppe von ölexportierenden Staaten.
OPP (ozone precursor potential) - siehe Ozonbildungspotenzial.
Ortsbezug in GEMIS ist ein Attribut (Merkmal) von Prozessen, mit dem sowohl die Datenbank gefiltert als auch Ergebnisse gruppiert werden können. Sie aus Landeskennung.
OxKat ist die Abkürzung für Oxidations-Katalysator, eine Emissionsminderungstechnik zur Reduktion von CO und CnHm
Ozon (O3) ist eine reaktive Form von Sauerstoff (O2) und stellt als bodennaher Luftschadstoff eine wichtige Komponente des Sommersmogs dar. In der höheren Atmosphäre wirkt Ozon als Treibhausgas, schützt aber gleichzeitig vor den UV-Strahlung der Sonne (Ozonschicht). Der Abbau troposphärischen Ozons durch z.B. FCKW ist daher ein globales Umweltproblem, während bodennahes Ozon als Reizgas direkt schädigt und zum Sommersmog beiträgt.
Ozonbildungspotenzial ist das massebezogenes Äquivalent der Bildung von Ozonvorläufersubstanzen, die für die bodennahe O3-Bildung verantwortlich sind und so zum Sommersmog beitragen. Es wird in Ozon-Vorläufer-Äquivalentenangegeben.
Ozon-Vorläufer-Äquivalente sind der quantitative Ausdruck des Ozonbildungspotenzials und werden aus der relativen Ozonbildungsrate der Luftschadstoffe CO, NMVOC und NOx sowie des Treibhausgases CH4 gebildet. Je größer die Menge an Ozon-Vorläufer-Äquivalenten, umso höher ist die Gefahr von Sommersmog.
P = Phosphor
PA - siehe Phosphorsaure BZ
PEM (Polymer-Elektrolyt-Membran, engl. proton-exchange membrane) ist ein Brennstoffzellen-Typ, bei dem H2 mit O2 zu H2O umgesetzt wird und dabei Strom (und Abwärme) erzeugt. Die elektrischen Nutzungsgrade liegen heute um 40 %, die Abwärme fällt bei Temperaturen von 70 - 90 °C an, kann also für Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden. Durch das Vorschalten von Reformern können in PEM auch andere Brennstoffe als H2eingesetzt werden (z.B. Erdgas, Biogas, Methanol).
PFC (perfluorocarbons) sind Perfluor-Kohlenwasserstoffe, zählen zu den Treibhausgasen und haben ein hohes Treibhauspotenzial.
Phosphorsaure BZ (phosphoric acid - PA) sind Brennstoffzellen, die als Elektrolyt Phosphorsäure verwenden, womit relativ hohe elektrische Nutzungsgrade (> 40 %) und Abwärme auf mittlerem Niveau (> 200 °C) erreicht werden - damit eignen sich PA-BZ für Kraft-Wärme-Kopplung. Weltweit sind PA-BZ des Typs ONSI als Demonstrationsprojekte für BZ-BHKW im Einsatz, jedoch sind die Investitionskosten dieser BZ-Technik vergleichsweise hoch und lassen sich auch künftig kaum senken.
Pkw = Personenkraftwagen
PNL ist das Battelle Pacific Northwest Laboratory, eine Energieforschungseinrichtung des US-DOE mit Sitz in Richland/Oregon. Nähere Information finden Sie auf dem PNL-website.
PP (Polypropylen) ist ein Kunststoff.
ppb (parts per billion) steht für milliardstel
ppm (parts per million) steht für millionstel
Primärenergien sind in GEMIS energetisch genutzte Ressourcen. Zu ihnen gehören fossile und nukleare Energieträger (nichterneuerbar) sowie erneuerbare Energiequellen (Biomasse, Erdwärme, Solarenergie, Wasser, Wind), aber nicht energetisch nutzbare Reststoffe - diese sind Rezyklate. Die Summe aller Primärenergien, die zur Bereitstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung nötig sind, ergibt den KEA.
ProBas (Prozessorientierte Basisdaten für Umweltmanagement-Instrumente) ist ein IT-Projekt des UBA, das eine im Internet zugängliche Datenbank für Umweltmanagement, Ökobilanzen und Stoffstromanalysen erstellte, die u.a. GEMIS-Daten anbietet. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf dem ProBas-website.
Projekte in GEMIS sind die Gesamtheit aller Datensätze, die gemeinsam unter einem Dateinamen gespeichert werden. Ein Projekt besteht aus Einzeldateien zu Produkten (*.PRD), Prozessen (*.PRZ), Szenarien(*.SZN) und Referenzen (*.REF) sowie Standards (*.STD), Kapitalzins (*.CST), externen Kosten (*.EXT), Treibhausgasen (*.GHG) sowie Kategorien (*.CAT), Gruppierungen (*.GGR) und Quellen(*.G4S).
Produkte sind in GEMIS die mit einem Prozessverknüpften In- oder Outputs. Sie umfassen - je nach Prozesstyp - Energieträger, Emissionen, Reststoffe, Ressourcen oder Stoffe (Materialien) sowie Dienstleistungen. Die wichtigsten Luftschadstoffe, Treibhausgase, feste Reststoffe, Abwasserbelastungen und Dienstleistungen (Güter- und Personentransport, monetäre Dienste) sind in GEMIS fest einprogrammiert, alle anderen können beliebig angepasst und ergänzt werden. Wichtige Produkte sind Brennstoffe und Materialien, bei denen
Prozesse sind in GEMIS Aktivitäten, die ein Produkt in ein anderes umwandeln oder es transportieren oder anderweitig Dienstleistungen bereitstellen (z.B. monetäre Dienstleister oder Entsorger).
Prozessketten entstehen aus Verknüpfungen von Prozessen und stellen ein Netzwerk da, dessen Komponenten (Prozesse) gemeinsam einen bestimmten Nutzen (Produkt oder Dienstleistung) erbringen. In GEMIS können Prozessketten durch eine spezielle Anzeige grafisch dargestellt werden (über ein lokales Menü).
PS = Polystyrol
PU = Polyurethan, ein Kunststoff
PV = Photovoltaik (Solarzellen)
PVC = Polyvinylchlorid
QT (quasi-trocken) ist eine Form von REA, bei der ein basisches Additiv in einem Sprühtrockner das Abgas reinigt und das entstehende Produkt in einem nachgeschalteten Staubfilter abgeschieden wird.
Quelle ist in GEMIS ein spezieller Textbezug auf eine Institution oder Gruppe, von der mehrere Datensätze stammen. In Karteifenstern kann die Quelle als Datenfilter benutzt werden.
REA ist die Abkürzung für Rauchgas-Entschwefelungs-Anlage (Emissionsminderungstechnik). In GEMIS gibt es verschiedene Typen von REA: nass, quasitrocken (QT), trocken (TAV).
REA-Reststoff ist das Reaktionsprodukt einer REA, das in GEMIS automatisch berechnet und als fester Reststoff in Ergebnistabellen und Grafiken angezeigt wird.
Referenz in GEMIS ist ein Datensatz, der Informationen zu einer Datenquelle (Bericht, Studie, Messung, persönliche Mitteilung usw.) enthält. Eine Referenz besteht aus ihrem Namen (z.B. Autor + Jahr) sowie einem Text, der die Referenz näher beschreibt, z.B. den vollen Titel (Literaturquelle), oder Details zu einer Messung, einem Bericht oder einer Studie. Die Anzeige und Bearbeitung von Referenzen erfolgt im Karteifenster. Referenzen können mit allen Datensätzen in GEMIS (Produkte, Prozesse, Szenarien, Standards, Kapitalzins, externe Kosten, Treibhausfaktoren) verknüpft werden.
Ressourcen sind in GEMIS Produkte, die potenziell nutzbare Primärenergien und Rohstoffe repräsentieren. Ressourcen sind die Inputs von Extraktoren (Gewinnungsprozesse) und stellen den "Beginn" von Prozessketten dar.
Reststoffe sind in GEMIS die Emissionen fester Abfälle und gehören zu den wichtigen Umweltindikatoren. Zu den festen Reststoffen zählen Abraum, Asche, Klärschlamm, REA-Reststoffe und Produktionsabfälle.
Rezyklate sind in GEMIS sekundäre Ressourcen, d.h. potenziell für Energie- oder Rohstoffzwecke wieder nutzbare Reststoffe. Sie werden bei der KEA- und KSA-Berechnung in der Kategorie "andere" bilanziert.
Rohstoffe sind in GEMIS Ressourcen, die stofflich genutzt werden. Zu ihnen gehören Erze (für Metalle), Mineralien (z.B. Kalk, Kies, Sand, div. Steine), Luft und Wasser, aber auch Erdöl, Erdgas, Kohle und Biomasse, soweit diese stofflich genutzt werden (z.B. Baumaterialien, Schmierstoffe).
Sachbilanz ist der Teil einer Ökobilanz, in der die Grunddaten für die Energie- und Stoffflüsse sowie die notwendigen Transporte erfasst und über Emissionsfaktoren verknüpft werden. Die Sachbilanz ist somit die Datenbasis von Ökobilanzen. Zu ihr gehören die Abgrenzung des Bilanzraums, Allokationsregeln und Hinweise zur Datenqualität.
SCR (selective catalytic reduction) ist eine Emissionsminderungstechnologie für NOx, bei der die Stickoxide in einem Katalysator mit Zugabe von NH3zu N2 und Wasser umgesetzt werden.
SNCR (selective noncatalytic reduction) ist eine Emissionsminderungstechnologie für NOx, bei der die Stickoxide ohne Katalysator, aber mit Zugabe von NH3oder Harnstoff im heißen Abgasstrom zu N2 und Wasser umgesetzt werden.
SETAC (Society of Environmental Toxicology and Chemistry) ist eine nichtkommerzielle wissenschaftliche Organisation, die sich insbesondere mit methodischen Fragen und Regelungen zu Ökobilanzen befasst. Nähere Informationen finden sich auf dem SETAC-website.
SF6 ist die chemische Formel für Schwefelhexafluorid, das zu den Treibhausgasen zählt und ein hohes Treibhauspotenzial hat.
SNAP ist die Gliederung des europäischen Systems zur Emissionsberechnung CORINAIR, die Prozesse nach Emissionstypen untergliedert. In GEMIS 4 ist der SNAP-97-Code als Nomenklatur implementiert. Zu dieser Gliederung gibt es eine Übersichtstabelle.
SO2 ist der Luftschadstoff Schwefeldioxid, ein versauernd wirkendes Gas, das auch reizend auf die Atemwege und ätzend auf Oberflächen wirkt.
SO2-Äquivalent ist der quantitative Ausdruck des Versauerungspotenzials, bezogen auf das "Leit"-Gas SO2. In die SO2-Äquivalente gehen neben SO2auch die Luftschadstoffe NOx, HCl, HF, NH3 und H2Sein.
SPOLD (Society for Promotion of Life-Cycle Analysis Development) ist eine nichtkommerzielle Organisation der Wirtschaft, die sich mit der Entwicklung und Förderung von Ökobilanz-Anwendungen beschäftigt. Nähere Informationen dazu finden sich auf dem SPOLD-website.
Stammdaten sind die mit GEMIS ausgelieferten Datensätze im Projekt STANDARD, die gegen Änderungen geschützt sind - und in verschiedenen Farben markiert sind. Sie können die Datensätze aber durch Kopieren zu Ihren eigenen machen und dann ändern.
Standards sind in GEMIS 4 neu eingeführte Regeln zu gesetzlichen Emissionsgrenzwerten, die das Programm für Verbrennungsprozesse auf ihre Einhaltung überprüfen kann. Die Emissionsstandards können außerdem als Datenbankfilter in Karteifenstern dienen.
StBA ist das Statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden. Nähere Information finden Sie auf dem StBA-website.
Stoffe sind in GEMIS Produkte, die als Roh- und Hilfsstoffe oder Materialien (z.B. zum Bauen) in Prozessen verwendet werden.
Stoffstromanalyse (SSA) ist eine an Ökobilanzen angelehnte Methode zur Bestimmung der Umwelteffekte mit Berücksichtigung der Lebenszyklen, die Daten sind aber meist allgemeinerer Natur und beziehen sich nicht auf einzelne Produkte oder Dienstleistungen, sondern auf Produkt- oder Warengruppen bzw. Bedürfnisfelder.
Szenarien sind in GEMIS die Kombination bestimmter Bedarfe (z.B. Nachfragen nach Wärme, Strom, Transporten) mit Lieferanten (bereitstellende Prozesse, z.B. Heizung, Kraftwerk, Autos). Für Szenarien berechnet GEMIS die Emissionen, Reststoffe, Ressourceninanspruchnahme, Kosten usw., wobei die gesamten Lebenswege inklusive Vorketten und Herstellung einbezogen werden.
TAV (Trocken-Additiv-Verfahren) ist eine Form von REA, bei der ein basisches Additiv einem Brennstoff beigemischt oder in den Verbrennungsraum eingetragen wird und dort SO2 und z.T. Halogene bindet. Das entstehende Produkt wird in einem nachgeschalteten Staubfilter abgeschieden oder in der Asche eingebunden. Das TAV-Verfahren ist preiswert, erreicht aber nur relativ geringe Abscheideraten für SO2 und erfordert hohe Ca/S-Molverhältnisse, d.h. es entsteht viel REA-Reststoff.
TEMIS ist die englische Version des GEMIS-Programms (bis Version 3.1).
"th" (thermisch) ist ein Kürzel in GEMIS-Namen, der auf Wärme als Output (Produkt) hinweist.
tOE steht für Tonne Öl-Einheit, eine Energieeinheit (= 43000 MJ)
Treibhausgase (THG) sind gasförmige Emissionen, die zum Treibhauseffekt beitragen. Sie gehören zu den relevanten Umweltindikatoren und lassen sich zum relativen Treibhauspotenzial (THP) als Summenparameter aggregieren. Wichtige THG sind CO2, CH4 und N2O sowie SF6,PFC und HFC (sog. Kyoto-Gase).
Treibhauspotenzial (THP) ist das massebezogenes Äquivalent der Treibhauswirkung von THG, bezogen auf das "Leit"-Gas CO2 - daher wird es in CO2-Äquivalenten angegeben. Das THP ist aufgrund der Wirkungscharakteristik von THG und deren unterschiedlichen atmosphärischen Verweildauern ein zeitliches Integral über einen bestimmten Zeitraum. Üblich sind THP-Angaben für 100 Jahre.
tSKE steht für Tonne Steinkohle-Einheit, eine Energieeinheit (= 29300MJ)
UBA (Umweltbundesamt) ist die Fachbehörde des BMU und unterstützt GEMIS vor allem durch die Bereitstellung von Verkehrsdaten und hat mit dem KEA-Projekt die Verarbeitungsumfang von GEMIS erweitert. Mit Daten aus dem für das UBA entwickelten Stoffstrommodell BASiS wurde die Datenbasis von GEMIS im Bereich Bauen erweitert, und das UBA-Projekt ProBas (früher: BaUm) bietet im Internet eine Datenbasis u.a. mit GEMIS-Datensätzen an. Das UBA unterhält eigene Seiten im Internet, auf denen weitere Informationen abgerufen werden können.
UGR ist die Umweltökonomische Gesamt-Rechnung des StBA, die u.a. Input-Output-Tabellen und damit verknüpfte branchenbezogene Emissionswerte erstellt. Die UGR-Daten wurden in GEMIS 4 als neuer Prozesstyp "monetär" aufgenommen.
Umweltindikatoren sind Kenngrößen, mit denen die Umweltbelastung in einem Umweltproblemfeld quantitativ beschrieben wird. GEMIS erfasst die folgenden Umweltindikatoren
Umweltmanagement ist das aktive und geregelte Umgehen mit Umweltfragen auf der Ebene von Organisationen, insbesondere Betrieben (siehe BUIS) und öffentlichen Einrichtungen (Verwaltungen in Städten und Gemeinden), und betrifft die Abgabe von Umweltberichten bzw. -erklärungen, Ökoaudits, die Entwicklung einer Umweltpolitik mit Zielen und Maßnahmen usw. Zum Umweltmanagement gibt es für Betriebe vor allem EMAS und ISO-Standards (Serie 14040 ff), die u.a. Umweltberichterstattung, und Umweltvergleiche (Ökobilanzen) regeln.
US-DOE (Department of Energy) ist das amerikanische Energieministerium und gehört zu den Anwendern und Förderern von GEMIS. Es hat die grundlegenden Übersetzungsarbeiten zu TEMIS finanziert. Nähere Information finden Sie auf dem DOE-website.
Verbrennung ist die Umwandlung eines Brennstoffs durch Oxidation. Auf Basis einer Elementaranalyse kann GEMIS berechnen, wie viel Energie hierbei entsteht (Heizwert) und wie viel Abgas. Aus diesen Werten bestimmt GEMIS dann die Abgaskonzentrationen und Emissionsfaktoren für brennstoffabhängige Schadstoffe - dies sind SO2, HCl, HF,CO2 sowie Asche (bzw. [Flug]Staub).
Verbrennungsprozesse sind in GEMIS solche Prozesse, in denen Brennstoffe durch Oxidation (Verbrennung) in Wärme oder Strom (oder beides) umgewandelt werden. Für diese Prozesse kann GEMIS die brennstoffabhängigen Emissionen berechnen und sie lassen sich mit Emissionsminderungstechniken verknüpfen. Beispiele hierfür sind Heizungen, thermische Kraftwerke (mit BZ, DT, GT oder GuD) und Verbrennungsmotoren sowie Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung.
Verknüpfungen in GEMIS sind die Verbindungen (Zeiger bzw. links) zwischen Datensätzen. Es gibt Verknüpfungen zwischen Prozessen, zwischen Produkten und Prozessen, zwischen Szenarien und Prozessen sowie zwischen Referenzen und Produkten, Prozessen, Szenarien und Standards. Verknüpfungen strukturieren insbesondere die Prozesse zu Prozessketten, die über das lokale Menü (rechte Maustaste!) als Bild dargestellt werden können. Wenn Sie einen Datensatz umbenennen, werden die Verknüpfungen in GEMIS automatisch auf den neuen Namen hin aktualisiert. Wenn Sie einen Datensatz kopieren, werden alle bestehenden Verknüpfungen des Original-Datensatzes in den kopierten Datensatz übernommen.
Versauerungspotenzial (acidification potential - AP) ist das Ergebnis der Aggregation von versauernd wirkenden Luftschadstoffen, ausgedrückt in massebezogenen SO2-Äquivalenten. Es gehört zu den wichtigsten Umweltindikatoren.
W siehe Watt
waf ist das Kürzel für wasser- und aschefrei und wird zur Charakterisierung einer Elementaranalyse verwendet.
Wärmekennzahl bei KWK-Prozessen ist das Verhältnis der in KWK bereitgestellten Wärme zur KWK-Stromproduktion. In GEMIS dient sie als quantitativer Ausdruck für die Gutschrift, die ein stromliefernder KWK-Prozess für die parallel zum Strom bereitgestellte Wärme erhält, wenn er netto definiert wurde. Diese Wärmegutschrift wird als negativer Hilfsenergieaufwand eingetragen.
Watt ist die Basis-Einheit für die Leistung (= 1 J/s)
wf ist das Kürzel für wasserfrei und wird zur Charakterisierung einer Elementaranalyse verwendet.
XPS (extruded polystyrene) ist extrudiertes Polystyrol, ein Kunststoff.
Xtra ist in GEMIS die Bezeichnung für Extraktoren, d.h. Prozesse, die aus Ressourcen entweder Primärenergien oder Rohstoffe oder auch Rezyklate (aus Abfällen) bereitstellen.