Skip to main navigation Skip to main content Skip to left info content Skip to right info content

10.02.2016

Heizenergieverbrauch könnte durch bessere Heizkostenabrechnung um sieben Prozent sinken

Forschungsbericht empfiehlt standardisierte Abrechnung für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit / CO2-Emissionsminderung von 3,3 Millionen Tonnen pro Jahr möglich / 18 Millionen Haushalte könnten jährlich mehrere Hundert Millionen Euro an Heizkosten sparen

Verständliche Heizkostenabrechnungen könnten für mehr Klimaschutz und geringere Energiekosten für Millionen Haushalte sorgen. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts „Informative und transparente Heizkostenabrechnung als Beitrag für den Klimaschutz“ von Öko-Institut und co2online im Auftrag des Umweltbundesamtes. Die Forscher empfehlen standardisierte Abrechnungen. Neben einem gleichen Aufbau, sollten Informationen über den energetischen Zustand des Gebäudes, ein Vergleich mit Daten aus Vorjahren sowie die Möglichkeit für die elektronische Weitergabe der Daten durch die Empfänger in der Abrechnung enthalten sein. So könnten durchschnittliche Haushalte ihre Heizkosten um 25 bis 50 Euro pro Jahr senken – dem stehen Mehrkosten von nur 15 Euro gegenüber (Preisstand 2015). Dies entspräche bei rund 18 Millionen betroffenen Haushalten 468 bis 935 Millionen Euro. Die jährlichen CO2-Emissionen Deutschlands würden laut Forschungsbericht um 1,7 bis 3,3 Millionen Tonnen pro Jahr sinken (durchschnittliches/optimistisches Szenario).

„Laut dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) der Bundesregierung soll geprüft werden, ob und in welchem Umfang weiterentwickelte Abrechnungs- bzw. Verbrauchsinformationen zu Energieeinsparungen führen. Unser Forschungsprojekt zeigt, dass dies nicht nur möglich ist, sondern dabei auch Geld gespart werden kann und liefert einen konkreten Umsetzungsvorschlag. Nun ist die Politik gefragt, das Anliegen aufzugreifen und aktiv zu werden.“, so Friedhelm Keimeyer, stellvertretender Leiter des Institutsbereichs Umweltrecht & Governance am Öko-Institut.

Unterjährige Abrechnung für mehr Transparenz und Klimaschutz nicht erforderlich

„Alle Informationen für eine bessere und damit wirksamere Heizkostenabrechnung sind bei jeder Rechnungstellung bereits heute verfügbar, werden aber nicht genutzt. Sie müssen nur ausgewertet und verständlich dargestellt werden. So können Mieter und Eigentümer nachweislich motiviert werden, ihre Heizkosten zu senken. Sie erkennen auch leichter, was Sparmaßnahmen gebracht haben. Eine unterjährige Abrechnung ist dafür nicht erforderlich. Es wäre schon viel gewonnen, wenn Verbraucher jährlich entsprechend aufbereitete Informationen erhielten“, sagt Peter Hennig von co2online. „Es besteht die Möglichkeit, mit dem bestehenden Instrument ‘Heizkostenabrechnung‘ die Hälfte aller deutschen Haushalte regelmäßig zum Energiesparen zu motivieren.“

Heizkostenverordnung könnte bessere Abrechnung vorschreiben

Das Forschungsprojekt konzentrierte sich auf die Zielgruppe der zentral beheizten Mehrfamilienhäuser, die der Pflicht zur Heizkostenabrechnung unterliegen. Diese haben mit 18 Millionen Wohnungen einen Anteil von etwa 50 Prozent am deutschen Wohngebäudebestand. Für diese Wohnungen, sind gemäß Heizkostenverordnung einmal im Jahr verbrauchsabhängige Abrechnungen der Heiz- und Warmwasserkosten zu erstellen. Durch eine Änderung der Heizkostenverordnung ließen sich die Abrechnungen informativer und transparenter gestalten.

Verschiedene Vorschläge dazu haben die Forscher mit ausgewählten Heizkostenverteiler- und Wohnungsunternehmen, wohnungswirtschaftlichen und Mieterverbänden sowie Verbrauchern diskutiert. Entstanden ist ein Muster für eine bessere Heizkostenabrechnung. Dieses besteht aus einem zusammenfassenden Anschreiben, ausführlichen, Kosten – und Verbrauchsanalysen sowie Erläuterungen.

Das Muster enthält darüber hinaus einen QR-Code. Hier sind die Daten der bereits in Papierform vorliegenden Heizkostenabrechnung nochmals in elektronischer Form hinterlegt, um sie für weiterführende Beratungsleistungen komfortabel nutzen zu können. Für Vermieter und Hausverwaltungen wurde zudem eine Zusatzinformation entwickelt, die ausschließlich Bestandteil der Gebäudeabrechnung ist. Diese enthält eine Größen- und Effizienzbewertung der Heiz- und Warmwasseranlage,  die zu anlagentechnischen Verbesserungen motivieren soll.

Forschungsbericht „Informative und transparente Heizkostenabrechnung als Beitrag für den Klimaschutz“ von Öko-Institut und co2online

Muster einer informativen und transparenten Heizkostenabrechnung

Kurzfassung des Forschungsberichts „Informative und transparente Heizkostenabrechnung“ von Öko-Institut und co2online

Kurzfassung des Forschungsberichts „Informative und transparente Heizkostenabrechnung“ von Öko-Institut und co2online in englischer Sprache

Ansprechpartner am Öko-Institut:

Friedhelm Keimeyer
Stellvertretender Leiter des Institutsbereichs
Umweltrecht & Governance
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Tel.: +49 30 405085-308
E-Mail: f.keimeyer@oeko.de

Ansprechpartner bei co2online:

Dipl.-Ing. Peter Hennig
co2online gGmbH
Hochkirchstr. 11, 10829 Berlin
Tel.: +49 30 369961-11
E-Mail: peter.hennig@co2online.de

Über das Öko-Institut

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

www.oeko.de | https://twitter.com/oekoinstitut

Über co2online

Die gemeinnützige co2online GmbH setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven EnergiesparChecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2 Minderung bei. Unterstützt wird co2online dabei von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

www.co2online.de | https://twitter.com/co2online

Empfehlen: Drucken