Technologiebewertung und Nanotechnologien

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen die Partner aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an einen Tisch

Das Thema Nanotechnologien entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt im Bereich der Technologiebewertung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Institutsbereichen des Öko-Instituts erarbeiten Wege, verantwortungsvoll mit den Nanotechnologien und ihren Produkten umzugehen.

Bei der Bewertung vorhandener und der Entwicklung neuer Technologien arbeitet das Öko-Institut mit Partnern aus Wissenschaft, Politik, Unternehmen und gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Im engen Austausch sollen so ökologische, ökonomische, rechtliche sowie soziale Aspekte frühzeitig in den Forschungsprozess integriert und über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden.

Im Mittelpunkt stehen die frühzeitige Identifizierung von Chancen und Risiken und die vergleichende Analyse und Bewertung gegenüber Referenztechnologien. Wichtigstes Ziel ist dabei stets, Nachhaltigkeitsziele im Blick zu behalten. Politische Entscheidungsträger berät das Öko-Institut bezüglich unterschiedlicher Gestaltungsoptionen für erforderliche Anpassungen oder Konkretisierungen des Rechtsrahmens. Unternehmen und Verbände nutzen die Begleitforschung des Öko-Instituts für die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Verfahren.

Projekte und Forschungsvorhaben zur Nanotechnologie

Im Themenfeld Nanotechnologie hat das Öko-Institut in den vergangenen Jahren umfassende Methoden und Instrumente entwickelt, die bei der Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten und Gesetzesvorhaben eine Rolle spielen.

Nanoproduktregister – Vertrauen und Transparenz

Ein Register für Nanoprodukte ist rechtlich machbar und notwendig. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie des Öko-Instituts und plädiert für mehr Transparenz und Risikovorsorge. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben dafür eine Analyse der in Deutschland oder der EU bestehenden Rechtsvorschriften für Produkte, die Nanomaterialien enthalten, durchgeführt. Dabei stellten sie fest, dass es an konkreten Regeln zur ihrer Meldung und Kennzeichnung mangelt. Das Öko-Institut schlägt daraufhin ein gestuftes Verfahren zur Meldepflicht für Nanomaterialien und -produkte vor und diskutiert mögliche Regelungen für die Europäische Union.

Zur Machbarkeitsstudie für ein Nano-Produktregister des Öko-Instituts

Nano-NachhaltigkeitsCheck: Radar für Nanoprodukte mit Zukunft

Das Öko-Institut entwickelt mit dem Nano-NachhaltigkeitsCheck gemeinsam mit den Projektpartnern BASF und Nanogate ein Instrument, mit dem ein wichtiger Beitrag für die Richtungssicherheit im Innovationsprozess von Nanoprodukten geschaffen wird. Es dient der betriebsinternen Selbstevaluierung, mit dem Unternehmen für ihre Nanoprodukte während der Entwicklung oder im Zuge der Markteinführung datenbasierte Nachhaltigkeitsanalysen durchführen können. Wichtigster Bestandteil: Methodische Grundlagen, damit sich Entwickler systematisch mit den Nachhaltigkeitsaspekten ihrer Produkte auseinandersetzen können. Der NachhaltigkeitsCheck wurde Mitte des Jahres 2011 erstmals öffentlich präsentiert und derzeit fertig gestellt.

Zur Broschüre „Nano-NachhaltigkeitsCheck. Integrierte Nachhaltigkeitsbewertung und strategische Optimierung von Nanoprodukten“ des Öko-Instituts

Rechtsgutachten für eine bessere Vorsorge

In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle „sofia“ haben die Expertinnen und Experten aus dem Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes ein Rechtsgutachten zu Nanotechnologien „ReNaTe“ erstellt. Ausgehend von dem derzeitigen Technikstand untersuchten sie die aktuell gültigen umweltrechtlichen Vorschriften entlang des gesamten Lebensweges von nanotechnologischen Produkten. Für die identifizierten Regelungslücken erarbeiteten sie Regelungsvorschläge, die einen differenzierten, am Vorsorgeprinzip ausgerichteten Umgang mit Nanomaterialien beschreiben.

Zum Rechtsgutachten „ReNaTe“ des Öko-Instituts

Nanotechnologien für Medizin und Kosmetik?

Im Dialogprojekt CONANO hat das Öko-Institut eine Nutzen-Risikoanalyse zu Nano-Delivery-Systemen in Medizin und Kosmetik erstellt. Dabei haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Unternehmen Novartis und Ciba Specialty Chemicals sowie dem Österreichischen Ökologie Institut und der Stiftung Risiko-Dialog zusammen gearbeitet. Auf der Grundlage einer kritischen Analyse verschiedener Entwicklungspfade und des gegenwärtigen Wissensstandes erstellten die Expertinnen und Experten Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Behörden erstellt. Gleichzeitig beschreiben sie in der Studie die methodischen Ansätze, mit denen eine stakeholderübergreifende Bewertung nanotechnologischer Neuentwicklungen möglich ist.

Zum Projekt CONANO des Öko-Instituts

Nanomaterialien im Lebensmittelbereich?

Welche Chancen und Risiken hat der Einsatz von synthetischen Nanomaterialien bei Lebensmitteln und Lebensmittelverpackungen? Dieser Frage sind Öko-Instituts-Expertinnen und Experten in einer Studie für das Schweizer Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS) nachgegangen. Ihr Ansatz dabei: die wissenschaftliche und gleichzeitig wertorientierte Analyse. So haben sie die auf dem Markt identifizierten Produkte aus der gesundheitlichen, ökologischen, juristischen und gesellschaftlichen Perspektive beleuchtet. Dies mündete in konkreten Vorschlägen, wie die Hersteller ihre Produktverantwortung wahrnehmen sollten.

Zur Studie Nanomaterialien in Lebensmitteln und -verpackungen des Öko-Instituts

Nano-Leitfaden für die Lack- und Farbenbranche

Mit einem Leitfaden für die Lack- und Farbenbranche haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts im Auftrag der Hessen-Agentur für die Anwendung von Nanomaterialien in der Lack- und Farbenbranchen konkrete Handlungsanleitungen erarbeitet. Darin enthalten sind Empfehlungen für den Umwelt- und Arbeitsschutz: Wie können Anlagen und Prozesse optimiert werden? Welche Vorsorgemaßnahmen sind sinnvoll? Und wie lässt sich der Eintrag von Nanopartikeln in die Umwelt minimieren?

Zum Leitfaden Sichere Verwendung von Nanomaterialien in Farben und Lacken des Öko-Instituts

Dialog für mehr Transparenz und Sicherheit

Darüber hinaus engagiert sich das Öko-Institut bei Dialogplattformen, zum Beispiel dem NanoDialog der Bundesregierung, der zurzeit in Fachdialogen fortgesetzt wird sowie in internationalen Normierungsgremien. Dazu gehören unter anderem die Arbeitsgruppen der Internationalen Organisation für Normierung (ISO TC 229) sowie des Europäischen Komitees für Normung (CEN).

Zur Arbeitsgruppe der ISO TC 229

Zur Arbeitsgruppe der CEN TC 352

Weitere Informationen zum Thema Nanotechnologien

Positionspapier des Öko-Institut „Chancen der Nanotechnologien nutzen! Risiken rechtzeitig erkennen und vermeiden!“

Broschüre „Nano Maßstäbe“
Innovation mit Verantwortung Wege für den nachhaltigen Umgang mit einer Zukunftstechnologie

Ergebnisse der wissenschaftlichen Jahrestagung des Öko-Instituts 2010: Nanotechnologien
Tagungsmappe, Zusammenfassung der Tagungsbeiträge, Bilder

Nanotechnologien: Chance für Nachhaltigkeit?
E-Paper des Öko-Instituts eco@work, Ausgabe August 2010


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