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Nachhaltige Ernährung: Der Griff zum richtigen Produkt

Wir alle essen mehrmals täglich. Wie, wo und was wir essen hat großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Neben diesen direkten Auswirkungen hat die Art und Weise wie die Lebensmittel produziert wurden, welche Zutaten sie enthalten und in welchem Maße sie konsumiert werden vielfältige Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Studien zeigen, dass unsere Ernährung neben den Feldern „Wohnen“ und „Mobilität“ die meisten Umweltbelastungen im Bereich des privaten Konsums verursacht. Der Anbau von Lebensmitteln, ihre Verarbeitung, die Transporte und die Lagerung, aber auch die Zubereitung von Speisen und die Entsorgung von Resten verursachen rund 15 Prozent der Treibhausgasemissionen des privaten Konsums. Werden auch andere Umweltbelastungen mitbetrachtet, wie beispielsweise die Belastung von Böden und Gewässern durch den Eintrag von Nitrat oder der Schwund von Biodiversität durch den Einsatz von Pestiziden und den Anbau in Monokulturen, dann steigt der Anteil auf über 25 Prozent der Gesamtumweltbelastungen, die durch den privaten Konsum verursacht werden.

Basierend auf seiner sozial-ökologischen Forschung berät das Öko-Institut Behörden, Unternehmen, Kommunen und Verbände auf dem Weg zur Erzeugung umweltfreundlicherer Lebensmittel und zeigt Wege für einen nachhaltigen Konsum im Lebensmittelbereich auf. Darüber hinaus erstellt das Öko-Institut Lebenszyklusanalysen von Produkten sowie Produktportfolios im Lebensmittelbereich und bewertet und begleitet neue Technologien, beispielsweise im Aquakulturbereich.

Spendenprojekt zur nachhaltigen Ernährung …

Im Rahmen des Spendenprojekts „Ist gutes Essen wirklich teuer?“ hat das Öko-Institut untersucht, welche internen und externen Kosten unterschiedliche Ernährungsweisen verursachen und wie dies zur Treibhausgasbilanz beiträgt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Umstellung von einem durchschnittlichen deutschen Ernährungsstil auf gesunde und biologisch erzeugte Nahrung mit weniger Fleisch, mehr Gemüse und Obst jährlich nur rund 80 Euro mehr kostet als der Einkauf im normalen Supermarkt.

Auch auf das Klima hat eine nachhaltigere Ernährung bedeutende Auswirkungen. Die Studie zeigt: Gegenüber der durchschnittlichen, fleischbetonten Ernährung erzeugt die Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 12 Prozent weniger Treibhausgase, eine vegetarische Ernährung 26 Prozent und eine vegane Ernährung sogar 37 Prozent weniger klimaschädliche Emissionen.

… und das Kochbuch „Nachhaltig Kochen!“ des Öko-Instituts

Im Rahmen des Projektes erstellte das Öko-Institut zudem das Kochbuch „Nachhaltig Kochen!“, das zum einen die Studienergebnisse des Spendenprojekts zusammenfasst und zum anderen Rezepte und Tipps zum Kochen mit saisonalen und regionalen Zutaten bereithält. Das Kochbuch illustriert mit Rezepten von prominenten Köchinnen und Köchen, dass eine Kost mit wenig oder ohne Fleisch gesund, sättigend und lecker ist. Es kann gegen einen Unkostenbeitrag beim Öko-Institut bestellt werden.

Websitebeitrag „Die Kosten verschiedener Ernährungsstile – ein politisches Kochbuch“ des Öko-Instituts

Pressemitteilung „Ist gutes Essen wirklich teuer? Kosten und CO2-Emissionen verschiedener Ernährungsstile im Vergleich“ des Öko-Instituts

Ist gutes Essen wirklich teuer? Working Paper des Öko-Instituts zum Spendenprojekt „Ist gutes Essen wirklich teuer? ‚Versteckte Kosten‘ unserer Ernährung in Deutschland.“

Vorschau des Kochbuchs „Nachhaltig Kochen!“ des Öko-Instituts

Mehr biologische Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen

Der Außer-Haus-Markt in Kantinen und Mensen birgt enormes Potential für den Absatz von Bio-Lebensmitteln, jedoch sind Bio-Speisen in öffentlichen Einrichtungen oder an Schulen und Kindertagesstätten nach wie vor Mangelware. Durch eine gezielte Nachfrage kann hier Abhilfe geschaffen werden. Der Praxisleitfaden „Mehr Bio in Kommunen“ des Öko-Instituts soll voraussichtlich ab Ende 2015 Kommunen zeigen, wie sie Bio-Essen in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und anderen kommunalen Einrichtungen fördern können.

Der Leitfaden wird im Auftrag des Bio-Städte-Netzwerks gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen a’verdis entwickelt. Er beinhaltet Tipps, wie Kommunen ihre Ausschreiben so gestalten können, dass Gemeinschaftsverpfleger, die biologische Produkte in ihrem Sortiment haben, gezielt angeworben und beauftragt werden können. Er zeigt darüber hinaus, wie aufgrund der aktuellen Rechtslage auf EU- und Bundesebene Bioqualität bei der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln direkt gefordert werden kann.

Nachhaltige Aquakulturen in der Fischzucht

Angesichts stagnierender und in Zukunft vermutlich sogar sinkender mariner Fischfangerträge setzen Wirtschaft und Politik ihre Hoffnungen in den Ausbau der Aquakultur-Fischzucht. Vor diesem Hintergrund hat die die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) die Förderinitiative „Nachhaltige Aquakultur“ ausgeschrieben. Ihr Ziel ist es, die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Aquakultursysteme zu fördern. Das Öko-Instituts begleitet das Projekt mit wissenschaftlicher Expertise und unterzieht die geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben einer prozessbegleitenden Nachhaltigkeitsbewertung. Sie soll feststellen, welche Optimierungspotentiale die einzelnen Vorhaben im Hinblick auf Nachhaltigkeit bieten und wie und in welchem Umfang diese erschlossen werden können. Die forschungsbegleitende methodische Vorgehensweise verleiht dem Projekt Pilotcharakter.

Fazit: Wo besteht Handlungsbedarf?

Angesichts der hohen Umweltbelastungen und der sozialen Auswirkungen, die mit dem Konsum von Nahrungsmitteln verbunden sind, braucht es aus Sicht des Öko-Instituts dringend einen gesellschaftlichen Wandel in Richtung eines nachhaltigen Lebensmittelkonsums. Dieser Wandel beinhaltet Veränderungen auf verschiedenen Ebenen: Landwirtschaftliche Produktionsabläufe müssen ökologischer ausgerichtet werden, es müssen faire Handelsbeziehungen mit Produzenten im Ausland geschaffen werden und die Menge an Treibstoff und Energie, die in der Verarbeitung und Lagerung und beim Transport von Lebensmitteln eingesetzt werden sowie die Abfallmenge entlang der gesamten Lebensmittelkette müssen sinken.

Nicht zuletzt und vor allem muss sich jedoch unsere Ernährungsweise selbst ändern. Wir sollten weniger Fleisch und Milchprodukte konsumieren und unseren Speiseplan nach dem saisonalen Angebot ausrichten. Das entlastet nicht nur die Umwelt sondern fördert laut DGE auch unsere Gesundheit.

Weitere Informationen des Öko-Instituts:

Aktuelles Projekt des Öko-Instituts: „Trafo 3.0 – Gestaltungsmodell für sozialökologische Transformationsprozesse in der Praxis: Entwicklung und Erprobung in drei Anwendungsfeldern“

E-Paper eco@work „Was sollen wir essen? Gesunde und umweltschonende Ernährung“ (März 2014) des Öko-Instituts 

Studie „Ernährungswende. Herausforderungen für Politik, Unternehmen und Gesellschaft“ des Öko-Instituts (2007)

Studie des Öko-Instituts zur Klimabilanz von Tiefkühlkost

Weitere Informationen auf externen Websites:

Studie „Umweltbelastungen des privaten Konsums und Reduktionspotenziale. Schlussbericht für das Schweizerische Bundesamt für Umwelt.“ Von Jungbluth, N. et al. 2012

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Ansprechpartnerin:

Dr. Jenny Teufel
Senior Researcherin im Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Telefon: +49 761 45295-252
E-Mail: j.teufel@oeko.de

Infografik: „Treibhausgasemissionen verschiedener Ernährungsstile im Vergleich“

Treibhausgasemissionen verschiedener Ernährungsstile im Vergleich

Infografik: „Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel im Vergleich“

Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittel im Vergleich

Infografikpaket: „Klimafußabdruck Lebensmittel“

Klimafußabdruck Lebensmittel