Energieeffiziente Beleuchtung: Umweltpotenziale und andere Fragen zu Energiesparlampen, LED & Co.

Die EU hat im Jahr 2009 die Anforderungen an eine effiziente Beleuchtung formuliert und damit ein schrittweises Aus-dem-Markt-gehen der herkömmlichen Glühlampen zugunsten von Energiesparlampen, LED und anderen Lampenarten eingeleitet. Seither gibt es gegen diese Bestimmung immer wieder Proteste; die (Vor-)Urteile gegen die Energiesparlampe bestimmen die Debatte.

Das Öko-Institut hingegen begrüßt die Effizienzanforderungen der EU und stellt nachfolgend die fünf wichtigsten Argumente für eine energiesparende Beleuchtung vor:

1. Energiesparlampen sind Einsparwunder.

Ein durchschnittlicher Zweipersonen-Haushalt verbraucht heute gut zehn Prozent seines Strombedarfs für Beleuchtung. Auf alle deutschen Haushalte hochgerechnet sind das rund 14 Terawattstunden Strom (TWh) – etwa so viel wie fünf mittelgroße Kohlekraftwerke produzieren. Hier liegen also beachtliche Potenziale zur Energieeinsparung.

Energiesparlampen benötigen im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen rund 80 Prozent weniger Strom. Tauschte man also alle Lampen in Deutschland aus – könnten rund elf Terawattstunden Strom eingespart, oder vier Kohlekraftwerke, abgeschaltet werden. (Hinweis: Es wird hier von Mittellast-Kraftwerken in der Größe von 600 MW elektrische Leistung und einer Jahresbruttostromerzeugung von drei TWh pro Kraftwerk ausgegangen. Mit einem Umrechungsfaktor von 1,1 von Endverbrauchsstrom zu Bruttostromerzeugung ergibt sich daraus eine Endverbrauchsstrommenge von 2,8 TWh.)

Verbraucherinnen und Verbraucher sparen auch trotz höherer Anschaffungskosten: Die jährlichen Gesamtkosten der Energiesparlampen liegen deutlich unter denen der Vergleichsmodelle. Während eine herkömmliche 60-Watt-Glühlampe über den anteiligen Kaufpreis und die jährlichen Stromkosten Gesamtkosten von rund 15 Euro pro Jahr hat, liegen diese Gesamtkosten bei einer vergleichbar guten Energiesparlampe nur bei rund drei Euro.

2. Energiesparlampen sind keine akute Bedrohung für die Gesundheit.

Energiesparlampen enthalten mit zwei bis maximal fünf Milligramm (mg) kleine Mengen von Quecksilber. Dieses wird im normalen Betrieb nicht freigesetzt. Nach außen kann es nur gelangen, wenn eine Energiesparlampe kaputt geht, was sehr selten passiert. Auch schon weil man sie sechs bis 15-mal weniger oft auswechseln muss als Glühlampen. Selbst im seltenen Fall eines Bruchs besteht keine akute Gesundheitsgefahr: Das Umweltbundesamt stellt fest, dass bei ausgiebigem Lüften und dem raschen Auffegen und Verschließen der Lampenreste beispielsweise in einem Glas mit Schraubverschluss die Quecksilberbelastung schnell reduziert werden kann.

Selbst wenn eine Person das in der Lampe enthaltene Quecksilber vollständig aufnehmen würde, wäre die Gesundheitsbelastung verglichen mit anderen Belastungen minimal. Allein durch den Verzehr von einigen Kilogramm Fisch, der heute noch immer quecksilberbelastet ist und bis zu einem Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Fisch enthalten darf, ist die akkumulierte Quecksilberbelastung höher als die durch zerbrochene Energiesparlampen.

3. Energiesparlampen zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus.

Energiesparlampen haben eine sehr lange Lebensdauer von bis zu 15.000 Stunden – verglichen mit 1.000 Stunden der normalen Glühlampe bzw. 2.000 Stunden einer Halogenglühlampe. Beim Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf Brenndauer und Schaltfestigkeit achten – hier gibt es im Markt noch große Qualitätsunterschiede. Insbesondere Qualitätsprodukte halten dabei eher die Versprechen, lange zu halten, eine hohe Zahl an Ein- und Ausschaltvorgängen zu bewältigen und eine gleichbleibende Leuchtkraft aufzuweisen.

Bei der Auswahl der richtigen Energiesparlampe sollte man zudem auf den Lichtstrom achten, der die Helligkeit der Lampe bestimmt. Auf den Verpackungen wird er in Lumen (lm) angegeben. Es gilt: Je höher der Wert, desto heller die Lampe. 400 Lumen entsprechen dabei rund 40 Watt, 700 Lumen 60 Watt, 900 Lumen 75 Watt.

4. Sie sind gefragt: Das Recycling von Energiesparlampen muss weiter optimiert werden.

Gebrauchte Energiesparlampen müssen aufgrund des in ihnen enthaltenen Quecksilbers und den elektronischen Bauteilen im Sockel getrennt vom Hausmüll in die Schadstoffsammlung gegeben und getrennt entsorgt werden. In erster Linie sind die Kommunen zuständig für die Rücknahme; zunehmend stellt aber auch der Handel Sammelbehälter für Sparlampen auf. So nimmt beispielsweise die Drogeriemarktkette dm Energiesparlampen zurück, aber auch große Supermärkte, Baumärkte und andere Händler organisieren die Rücknahme.

Informieren Sie sich auf der Website von Lightcycle über die Sammelstellen in ihrer direkten Umgebung

5. Keine Hinweise auf Gesundheitsrisiken durch Elektrosmog oder Schadstoffe.

Marktübliche Energiesparlampen besitzen ein integriertes elektronisches Vorschaltgerät, das elektromagnetische Wechselfelder erzeugt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die unabhängige Stiftung Warentest kommen jedoch nach eingehenden Tests zu dem Schluss, dass es bisher keine wissenschaftlichen Belege für die immer wieder behaupteten gesundheitlichen Probleme gibt und dass „der Einsatz von Kompaktleuchtstofflampen für allgemeine Beleuchtungszwecke im Haushalt unter Strahlenschutzaspekten (Anmerkung: gemeint ist elektromagnetische Strahlung) nicht bedenklich ist“ (BfS, 2009).

Darüber hinaus testet die Stiftung Warentest seit Jahren die Emissionen von flüchtigen organischen Komponenten (volatile organic compounds, VOC) aus Energiesparlampen und hat auch hier keine Gesundheitsgefahren feststellen können.

LED und OLED – Die Zukunft des Lichts

Mit der LED-Lampe und zukünftig der OLED-Technologie werden in den kommenden Jahren neue Beleuchtungskonzepte entstehen. Letztere – sogenannte „Organische Leuchtdioden“ – sind sehr variabel einsetzbar, deutlich langlebiger und schadstofffrei. Das Lichtspektrum beider Lampentypen ist dabei nicht nur ähnlich kontinuierlich wie das der Glühlampe, sondern dem natürlichen Licht noch ähnlicher.

LED-Lampen erreichen heute schon die Lichtausbeute von Energiesparlampen, beziehungsweise sie übertreffen diese teilweise auch schon. Daraus ergeben sich vergleichbare Einsparpotentiale von 80 Prozent und mehr. Noch sind sie allerdings deutlich teurer als Energiesparlampen. Qualitativ hochwertige LED-Lampen erreichen jedoch noch einmal eine deutlich längere Lebensdauer (25.000 – 50.000 Stunden) und Schaltfestigkeit. Dort wo sie also täglich lange Zeit brennen, sind sie heute schon aus wirtschaftlicher Sicht empfehlenswert.

Auch ihre Entsorgung kann problemlos organisiert werden. Wie anderer Elektroschrott müssen LED-Lampen nach ihrer Nutzung getrennt zum Hausmüll entsorgt werden. Dafür kann das Sammelnetz genutzt werden, das der Handel bereits heute für Energiesparlampen aber auch die öffentlichen Entsorger für defekte Elektrogeräte aufgebaut haben.

Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Wahl

Ob Halogenlampen, Energiesparlampen, LED oder künftig OLED – Verbraucherinnen und Verbraucher können heute aus einem breiten Sortiment energiesparender Lampen wählen. Informieren Sie sich – zum Beispiel auf der Verbraucherplattform EcoTopTen des Öko-Institut – und tragen Sie aktiv zu den ambitionierten Klimaschutzzielen der Europäischen Union und Deutschlands bei.