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Cleverer Konsum: Kaufen mit Blick auf nachhaltigen Nutzen

Für Mensch und Umwelt hängt viel davon ab, was und wie (-viel) wir konsumieren. In der Theorie ist uns das bewusst, in der Praxis aber gibt es Hürden bei der Entscheidung für nachhaltige Alternativen und dem Angebot qualitativ hochwertiger Produkte.

Konsumenten, aber auch Anbietern ist häufig nicht bekannt, wo negative Wirkungen im Lebenszyklus eines Produkts besonders groß sind oder wie diese vergleichsweise einfach verringert werden könnten. So ist allein der Konsum der privaten Haushalte nach wie vor für mehr als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich.

Auswirkungen von Konsum auf Umwelt und Klima
Mit Analysewerkzeugen, wie den vom Öko-Institut entwickelten PROSA oder GEMIS, ist es möglich, Wirkungen von Konsum auf Umwelt und Klima aufzudecken. Ökobilanzen und Instrumente wie der Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck) können die Kennzeichnung vieler Produkte begründen und kommunizieren.

Das Öko-Institut unterstützt Unternehmen, Politik und Verbraucherschutzorganisationen bei der Anwendung dieser Methoden und der Weiterentwicklung nachhaltiger Produkte, Dienstleistungen und Programme. Zielgerichtete Verbraucherinformation und das Aufzeigen nachhaltigerer Verhaltensoptionen gehören selbstverständlich dazu.

Zu wenig Abstimmung auf nationaler und europäischer Ebene

Unter „nachhaltigem Konsum“ wird in der Politik eine Vielzahl von Aktivitäten zusammengefasst: Integrierte Produktpolitik, Clean Production, Smart Consumption, Green Public Procurement, Nachhaltiger Warenkorb, Carbon Footprint – eine eindrucksvolle Liste von Instrumenten und Maßnahmen steht hier bereit.

Was nach wie vor – trotz vieler Bemühungen – fehlt, ist ein übergreifendes gesellschaftliches Ziel und ein darauf abgestimmtes Vorgehen und die Einbeziehung strategischer Akteure der Angebots- und Nachfrageseite. Dies gilt sowohl national als auch auf europäischer Ebene und erst recht im globalen Maßstab.

Nachhaltiger Konsum in der EU

Im europäischen Verbundvorhaben „EUPOPP – European Policies to Promote Sustainable Consumption Patterns“ untersucht das Öko-Institut gemeinsam mit sechs Partnern aus fünf Ländern, wie die Bereitschaft der Verbraucher erhöht werden kann, zukünftig nachhaltiger zu konsumieren. Das Projekt fragt auf der Grundlage von Analysen und Experimenten, welche Maßnahmen zur Motivation besonders wirksam sein könnten. Mit diesem Wissen werden neue Politikstrategien in den Bedürfnisfeldern Bauen/Wohnen und Ernährung entwickelt.

EUPOPP untersucht folgende Fragestellungen:

  • Wie sehen zukünftige Konsum-/Produktionstrends aus und was sind die jeweiligen Potenziale von politischen Instrumenten zur Unterstützung nachhaltigen Konsums?
  • Was sind Kriterien für Erfolg und Misserfolg von Nachhaltigkeitsinstrumenten?
  • Welche Auswirkungen haben politische Instrumente auf nachhaltigen Konsum und wie kann man sie auf europäischer Ebene verbessern?

Erste vorläufige Ergebnisse aus Politikanalyse und Wirkungsabschätzung

  • Um den Trend zu deutlichem Mehrverbrauch an Strom und hohen Treibhausgasemissionen umzukehren, sind radikale Energiesparmaßnahmen bei Haushaltsgeräten und Kommunikationstechnologien nötig.
  • Eine Umstellung des Heizens auf erneuerbare Energien bedarf der Einführung starker regulativer Instrumente. Dies gilt auch für die notwendige Wärmedämmung des europäischen
    Hausbestands.
  • Wenn Fleisch- und Milchprodukte im Speiseplan ersetzt werden, lassen sich große Nachhaltigkeitsgewinne erzielen. Mehr vegetarische Angebote in öffentlichen und privaten Kantinen sollten diese ‚Ernährungswende’ unterstützen, zusammen mit finanziellen Instrumenten.

Kurzinformation zur Studie "EUPOPP - Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Konsummuster in Europa"

Zusammenwirken von Verbraucher, Wirtschaft und Politik

Eines wird bereits deutlich: die Lösung dieser Herausforderung kann nur durch das Zusammenwirken verschiedener Instrumente und Strategien gelingen. Verbraucher, Wirtschaft und Politik sind gleichermaßen gefragt.

Nachhaltiger Konsum ist keine eindimensionale Verhaltensanleitung für KonsumentInnen („Tu dies! Lass das!“), sondern schließt Produktentwicklung, Angebotsgestaltung, technologische Infrastruktur aber auch individuelles, gesellschaftliches und politisches Handeln mit ein.

Lebensstile, soziale Normen, rechtliche Regelungen oder die Dynamik globaler Märkte bilden den Rahmen für Optionen zur Veränderung. So ist auch das Vorhaben EUPOPP eng verbunden mit anderen nationalen und internationalen Projekten und Themenfeldern
(siehe Graphik zwei).

Akzeptanz beim Kunden schaffen

Die Mehrzahl der Projekte adressiert die drei Akteurs- und Entscheidungsarenen auf individueller, angebotsseitiger und gesellschaftlicher Ebene mit passgenauen Ergebnissen und Empfehlungen. Wichtig bei deren Erarbeitung ist immer auch, regionale und kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen.

Nur so kann Akzeptanz für bessere Produkte, nachhaltiges Konsumverhalten und eine wirkliche Veränderung beworben und erreicht werden. Alle unsere Projekte unterstützen dabei das gleiche Ziel: cleverer Konsum entlang des Lebenswegs. Auch die eigene Verbraucherplattform des Öko- Instituts, www.ecotopten.de, bietet hierzu konkrete Handlungsempfehlungen.

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Kontakt

Dr. Bettina Brohmann
Öko-Institut e. V.
Büro Darmstadt
Tel: +49 6151 8191-0
E-Mail Kontakt

Dr. Dietlinde Quack
Öko-Institut e. V.
Geschäftsstelle Freiburg
Tel: +49 761 45295-0
E-Mail Kontakt

Infografiken

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