Skip to main navigation Skip to main content Skip to left info content Skip to right info content

CSR - Die Verantwortung von Unternehmen für die Gesellschaft

Der potenzielle Beitrag von Unternehmen für eine nachhaltigere Welt ist heute allgemein anerkannt. „Corporate Social Responsibility“ – weithin bekannt unter der Abkürzung CSR – ist in deutschen und europäischen Unternehmen nunmehr fast allgegenwärtig und längst mehr als nur eine Modeerscheinung. Seit langem verpflichten sich Unternehmen zu einem freiwilligen Engagement, das dem Wohl der Umwelt und der Gesellschaft dienen soll.

Als „Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ definiert die Europäische Kommission seit 2011 das Bestreben, die Wirtschaft in Europa durch verantwortungsvolles Unternehmenshandeln auf allen Ebenen nachhaltig zu gestalten. Die EU sieht CSR als potentiellen Beitrag zur Erreichung der Ziele von Lissabon und Göteborg: die Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken und eine nachhaltige soziale und ökologische Entwicklung fördern. Konkret bedeutet das: Schutz der natürlichen Ressourcen ebenso wie mehr Familienfreundlichkeit oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Gesellschaft und Arbeitsleben.

Doch: Was hat dieses freiwillige Engagement der letzten Jahre wirklich gebracht? Was wird es in Zukunft bringen? Welchen Mehrwert leistet Corporate Social Responsibility (CSR) für die  Gesellschaft und die Umwelt als Ganzes? Auf den Punkt gebracht: Was ist die Wirkung von CSR, wenn man nicht die Unternehmensperspektive sondern das Gemeinwohl als Maßstab nimmt?

Seit Jahren beschäftigt sich das Öko-Institut mit Unternehmen und ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung und fordert Unternehmen und Politik auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit.

IMPACT zeigt: Freiwilliges Engagement reicht nicht aus

Das Forschungsprojekt IMPACT (Impact Measurement and Performance Analysis of CSR) ist das bislang größte europäische Forschungsvorhaben, das die unternehmensexternen Effekte freiwilliger Maßnahmen genau unter die Lupe nimmt. Welche Wirkung haben diese CSR-Aktivitäten tatsächlich? Dieser Frage gingen 17 europäische Forschungsinstitute seit 2010 unter Leitung des Öko-Instituts und im Auftrag der Europäischen Kommission nach. Im Fokus standen dabei die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz und Qualität von Arbeitsplätzen. Heißt zum Beispiel: Konnten die CO2-Emissionen reduziert oder Abfälle vermieden werden? Ist die Entlohnung fairer geworden?

Dazu wurden CSR-spezifische Daten von 2007 und 2010 verglichen. Das Ergebnis: CSR hat einen erkennbaren Effekt, dieser kann aber lediglich als leicht positiv bezeichnet werden. Bedenkt man weiterhin, dass nicht nur freiwillige Maßnahmen, sondern auch andere Faktoren das Ergebnis beeinflussen, muss man davon ausgehen, dass der Beitrag, den freiwillige CSR-Aktivitäten auf die Gesellschaft ausüben, vergleichsweise gering ist. Positiv anzumerken ist jedoch, dass fast alle der befragten Unternehmen angaben, im Bereich CSR aktiv zu sein und auch fast alle Nachhaltigkeitsthemen den Unternehmensverantwortlichen bewusst sind.

Doch die Hürde zwischen dem Bewusstsein und Handeln ist in vielen Fällen zu hoch – auch das ein zentrales Ergebnis der Datenauswertung.  Die Automobilindustrie geht beispielsweise die Problematik um die Verwendung von kritischen Rohstoffen bisher nicht an, ist sich derer aber durchaus bewusst. Die gleiche Mechanik ist in der Bekleidungsindustrie zum Thema Wasserverbrauch zu beobachten.

Mehr politische Steuerung nötig

Das Öko-Institut setzt sich für eine sinnvolle und effektive Mischung von unterschiedlichen Instrumenten ein, je nachdem ob staatliche Steuerung, Eigeninitiative von Unternehmen oder Mischformen am geeignetsten sind. Denn IMPACT hat eines klar gezeigt: Freiwillige CSR-Maßnahmen sind gut, reichen aber nicht aus, um eine grundlegende Wende zu mehr Nachhaltigkeit zu erreichen.

Die Politik kann das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen verstärken, aktives Handeln fördern und sollte ihr verfügbares Instrumentarium besser ausnutzen, um einen tatsächlichen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen.

Welches Mittel auch immer gewählt wird, entscheidend ist die gesellschaftliche Wirkung – den so-genannten den Impact – im Fokus zu behalten. Das Öko-Institut empfiehlt daher, die Unterscheidung der Wirkung zwischen freiwilligen und anderen Maßnahmen aufzugeben. Stattdessen sollte zu einem ganzheitlichen Ansatz des Corporate Impact Assessment & Management übergegangen werden. Immer mit dem Ziel: negative Auswirkungen auf die Gesellschaft verringern, positive schaffen oder verstärken.

Weitere Informationen

Pressemitteilung des Öko-Instituts zum Projekt IMPACT

Hintergrundpapier des Öko-Instituts zu IMPACT auf der Webseite des Öko-Instituts

Weitere Informationen zu den einzelnen Arbeitspaketen, Hintergründen, Methoden, Ergebnissen und Empfehlungen und weiteres  auf der Projektwebsite der EU

Empfehlen: Drucken

Kontakt

Christoph Brunn
Öko-Institut e. V.
Büro Darmstadt
Tel: +49 6151 8191-128
E-Mail Kontakt

Infografiken

zum Vergrößern bitte anklicken.

Grafik
Grafik