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Auf dem Weg zu mehr Ressourcenschutz und weniger Abfall? Zahlen und Daten der EU klären auf

Um zu überprüfen, ob die EU Länder die Vorgaben zum Umweltschutz einhalten und die gesteckten Umweltschutzziele erreichen, werden Daten benötigt. Sie geben Hinweise auf Stand, Entwicklung, Lücken und Verbesserungsmöglichkeiten in den jeweiligen Umweltbereichen in den einzelnen EU-Staaten. Nach der EU-Gesetzgebung werden die zuständigen Behörden in den Mitgliedsstaaten (Nationale Statistikämter, Umweltagenturen und Umweltministerien) dazu angehalten, Daten innerhalb festgelegter Fristen an die Europäische Kommission zu übermitteln.

EUROSTAT mit Sitz in Luxemburg ist das Amt, das europäische Statistiken, darunter zwei sogenannte Umweltdatencenter, verantwortet: Das Environmental Data Center on Waste ermöglicht es unter anderem, zu überprüfen, ob die unterschiedlichen Abfallströme in den Ländern ausreichend getrennt erfasst und angemessen behandelt werden , ob den Anforderungen an die Herstellerverantwortung auch tatsächlich nachgekommen wird und ob die politischen Maßnahmen im Abfallsektor wirksam sind. Das Environmental Data Centre on Natural Resources stellt statistische Daten und Indikatoren bereit um die Umsetzung der politischen Leitlinien entsprechend der „Leitinitiative Ressourcenschonendes Europa“ zu verfolgen. – eine der sieben Leitinitiativen der Europa 2020-Strategie. Deren Idee ist ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum.

Ziel: Harmonisierung der Daten

Eine wesentliche Herausforderung bei der Sammlung und dem Vergleich von Daten ist es, Definitionen und Berechnungsmethoden EU-weit zu vereinheitlichen. Deutlich wird dies am Beispiel Siedlungsabfälle:

Die europäische Union hat festgelegt, dass alle EU-Staaten, sowie Norwegen und Island bis 2020 50 Prozent der Siedlungsabfälle recyceln sollen. Da dieses 50 Prozent-Ziel entsprechend der europäischen Richtlinie auf unterschiedliche Grundmengen (Definitionen von Siedlungsabfall) angewendet wird, sind die Daten zwischen den Ländern nur schwer zu vergleichen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für entsprechende Änderungen, um in Zukunft eine entsprechende Vergleichbarkeit herzustellen.

Deponierung nach wie vor in vielen Ländern dominierend

Bereits seit 2008 unterstützt das Öko-Institut Eurostat bei der Sammlung und Validierung von Daten im Bereich Abfall. Es trägt damit dazu bei, dass die nationalen Unterschiede in der Umsetzung der europäischen Abfallgesetzgebung deutlich werden und die notwendigen Verbesserungen vor allem in Bezug auf Abfallrecycling klar ersichtlich sind. In seiner Arbeit für Eurostat kooperiert das Öko-Institut mit Argus GmbH und dem Copenhagen Resource Institute (CRI).

Vergleicht man die EU-Staaten zeigt sich, dass in vielen Ländern die Deponierung nach wie vor die dominierende Methode der Behandlung von Siedlungsabfall darstellt und damit wertvolle Ressourcen verschwendet werden. Deutschland weist mit 47 Prozent die höchste Recyclingquote für Siedlungsabfälle auf, es folgen Belgien mit 36 Prozent und Schweden mit 32 Prozent. Die Analyse der Daten zeigt, dass etwa ein Zeitraum von 20 Jahren benötigt wurde, um eine weitestgehende Transformation der Abfallwirtschaft weg von der Deponierung zu erreichen.

30 Indikatoren für mehr Ressourceneffizienz in Europa

Auch bei der Pflege der Daten für das Umweltdatencenter natürliche Ressourcen, leisten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts einen maßgeblichen Beitrag. Ziel dieser europäischen Leitinitiative ist es, natürliche Ressourcen wie zum Beispiel Rohstoffe, saubere Luft, Wasser, landwirtschaftliche Flächen, die essentiell für das menschliche Leben sind, zu schonen, effizienter zu verwenden, dadurch nachhaltiger zu wirtschaften und dabei negative Umweltauswirkungen zu minimieren.

Seit April 2014 geben 30 einfach verständliche Indikatoren zusammen mit anderen relevanten themenspezifischen Daten Aufschluss über die Nutzung natürlicher Ressourcen in der EU. Sie werden im Environmental Data Centre on Natural Resources präsentiert. Seit 2013 erfasst und analysiert das Öko-Institut diese Indikatoren und bereitet diese auf. Projektpartner sind das Ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH) und Eunomia Research and Consulting Ltd in Bristol UK.

Erfolgreich: Deponierungsverbot und Deponiesteuer

Sowohl im Bereich Abfälle als auch im Bereich Natürliche Ressourcen sind die Daten wesentliche Grundlage für die Gesetzgebung auf EU- und Länderebene. In Bezug auf die europäische Gesetzgebung im Bereich Abfall hat die europaweite Durchsetzung der Definition zum Recycling nach Ansicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts in Zukunft besondere Bedeutung.

Die Analyse der Daten zeigt, welche politischen Maßnahmen zu Verbesserungen führen. So hat Deutschland im Jahr 2005 ein Deponierungsverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle erlassen, der Anteil der Deponierung von Siedlungsabfällen schrumpfte daraufhin in den folgenden Jahren gegen Null. Großbritannien führte im Jahr 1996 eine Deponiesteuer ein und schaffte es so, den Anteil der Deponierung von rund 80 Prozent im Jahr in 1996 auf rund 40 Prozent im Jahr 2011 zu verringern.

Das junge, erst im April diesen Jahres online gegangene „Data Centre for Natural Resources“ steht erst am Anfang einer Entwicklung mit dem Ziel, die Leitinitiative ressourcenschonendes Europa zu unterstützen.

Weitere Informationen

Pressemeldung des Öko-Instituts „Ressourcen und Abfall: Daten und Statistiken in der EU“

„Vermeiden, verwerten, beseitigen – ökologische Ausrichtung der Abfallwirtschaft“ auf der Webseite des Öko-Instituts

Website „Ressourcenfieber“ mit einer Übersicht über alle Ressourcenprojekte des Öko-Instituts

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Kontakt:

Für den Bereich Abfall:

Dr. Georg Mehlhart 
Bereich Ressourcen & Mobilität
Öko-Institut, Büro Darmstadt
g.mehlhart@oeko.de

Für den Bereich natürliche Ressourcen:

Dr. Hartmut Stahl
Bereich Ressourcen & Mobilität
Öko-Institut, Büro Darmstadt
h.stahl@oeko.de

Infografiken zu Europas Abfällen

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