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Suche nach einem Endlager

Ein Vergleich in verschiedenen Ländern bringt neue Erkenntnisse

Weshalb ist in einigen Ländern die Suche nach einem sicheren Endlager für hochradioaktive Abfälle gescheitert? Gibt es Faktoren, die eine zügige Realisierung eines Endlagers begünstigen können? Welche Rolle spielt dabei die Beteiligung der Öffentlichkeit in der Region? Mit diesen Fragen hat sich ein neues Projekt im Auftrag des Bundesumweltministeriums beschäftigt.

WissenschaftlerInnen aus dem Öko-Institut haben die Endlagerverfahren in verschiedenen Ländern analysiert. Dabei hatten die ExpertInnen Gelegenheit, in Belgien, Schweden, Finnland, Großbritannien, den USA und der Schweiz mit Behörden, Betreibern, politischen Repräsentanten, Umweltorganisationen zu sprechen, die in dem jeweiligen Land in die Endlagerplanung eingebunden sind. Der Projektpartner, die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln, hat außerdem die Länder Frankreich und Kanada besucht, so dass für die Schlussfolgerungen eine umfangreiche Datengrundlage zur Verfügung stand.

Während die USA, Finnland und Schweden in ihren Endlagerverfahren bereits relativ fortgeschritten sind, haben andere wie die Schweiz, Großbritannien, Kanada und Frankreich in jüngster Zeit erst die Grundlagen neu festgelegt. So haben sie die Verfahren neu beschrieben, wie ein Standort gefunden werden soll, nachdem Ansätze zur Standortauswahl in der Vergangenheit gescheitert waren.

Bemerkenswert ist, dass die Entwicklung und Umsetzung der überarbeiteten Verfahren in diesen vier Ländern zügig und zielgerichtet erfolgt und eine breite Unterstützung bei den beteiligten und interessierten Institutionen und Gruppen erfährt. Woran liegt das? Es ist zum einen wichtig, dass Politik, Abfallverursacher und betroffene Behörden bereit sind, aus früheren Rückschlägen zu lernen und das Verfahren neu auszurichten. Zum anderen muss das reformierte Verfahren die Öffentlichkeit einbeziehen – sowohl in der Phase der Entwicklung als auch in der Umsetzung. Zudem sollte der gesamte Ablauf so gestaltet sein, dass das sehr komplexe Verfahren in nachvollziehbare Teilschritte gegliedert wird.

Wenn hingegen das Verfahren undurchsichtig gestaltet wird, sich die Planer nur auf die technischen Details konzentrieren und die betroffene Bevölkerung wenig einbeziehen, ist ein Scheitern vorprogrammiert. bk/cr

info: Beate Kallenbach-Herbert

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