Mit Geschick
Dr. Karsten Sach will international maßgeblich mitgestalten
Sein Name steht für internationale Verhandlungen im Umweltschutz. Im Europäischen Rat vertrat Dr. Karsten Sach für Deutschland vier Jahre alle Umweltthemen. Seit rund 16 Jahren engagiert der promovierte Jurist sich im Bundesumweltministerium für internationale Zusammenarbeit. Seine so erworbene breite thematische Basis hilft ihm auch bei den Verhandlungen zum Spezialgebiet Klimaschutz: Bereits zehn Mal trieb er als Verhandlungsführer der deutschen Delegation bei den Weltklimagipfeln Zusagen voran, zuletzt in Bali.
„Es ist sehr gut, dass wir alle 190 Staaten zusammenhalten und einen klaren Fahrplan mit dem Ziel beschließen konnten, bis 2009 ein neues weltweites Klimaschutzabkommen auszuhandeln”, freut sich der Leiter der Ministeriums-Unterabteilung Internationale Zusammenarbeit. „Die Weltengemeinschaft muss zeigen, dass sie funktioniert und unser aller Gemeinschaftsgut schützen kann.” Das Ziel sei, für alle Staaten eine gerechte und akzeptable Lösung zu finden und so die Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken. In Deutschland wird sich nach seiner Einschätzung die Wirtschaftskraft der Umwelttechnik bis 2030 verfünffachen und sogar wichtiger als die Automobilindustrie werden. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass energieeffizient arbeitende Staaten in Zukunft die ökonomischen Gewinner sind”, so Sach.
kh
info: www.bmu.de
Mit Optimismus
Jennifer Morgan betreibt proaktive Politikarbeit
Sie knüpft politische Netze jenseits des offiziellen Protokolls. Jennifer Morgan baut hochstrategische Koalitionen zwischen Beratern von Staatsoberhäuptern auf, die offiziell nicht miteinander kooperieren dürfen. „Wir suchen uns einflussreiche Leute, die das gleiche Ziel Klimaschutz verfolgen, und bringen sie zusammen”, sagt die gebürtige Amerikanerin. So würden die für den Klimaschutz richtigen Entscheidungen vorbereitet.
Zur Zeit hat der WWF sie an die zwei Jahre junge Organisation Third Generation Environmentalism, kurz E3G, als Leiterin der Abteilung Klima und Energie „ausgeliehen”. Sie arbeitet dort an den EU-Beziehungen zwischen China und USA. Zuvor leitete die WWF-Sprecherin für Klima das weltweite Klimawandel-Programm der Organisation und war Leiterin der WWF-Delegation in Kyoto. „Wir müssen es schaffen, die Länder weg von der Konkurrenz, hin zur Zusammenarbeit für das Ziel Klimaschutz zu bringen”, sagt die Politikwissenschaftlerin und Germanistin. „Manchmal ist es beängstigend, wie wenig Zeit wir zur Verfügung haben – ohne Optimismus ist da nichts zu machen.”
kh
info: www.e3g.org
Mit Methode
Anke Herold baut die Basis für klimapolitisches Monitoring
Auf dem Parkett des internationalen Klimaschutzes überzeugt sie mit freundlicher Hartnäckigkeit. Und mit ihr kam auch die Internationalisierung des Öko-Instituts so richtig in Fahrt. Das war 1997, als ihr heutiger Kollege Christof Timpe Anke Herold bei ihrem damaligen Arbeitgeber abwarb und in das Berliner Büro holte. Große Überredungskünste brauchte es nicht, war Anke Herold doch schon „zu Schulzeiten Mitglied beim Öko-Institut und eine Arbeit dort ihr Traumjob”. Die internationale Bühne betrat Anke Herold 1998, als sie während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Arbeitsgruppe zu methodischen Fragen für die internationalen Klimaverhandlungen koordinierte. Eine Rolle, die sie dann auch für die finnische und portugiesische Präsidentschaft übernahm. Heute mischt die 39-jährige Geoökologin überall mit, wo es klimapolitisch um Methodik und Berichterstattung geht. Sie ist Lead Author für die methodischen Richtlinien des internationalen Klimarats, überprüft die Inventare der Vertragsstaaten – zuletzt in Russland, bald in Australien – und verhandelt für Deutschland und die EU. Viel Verantwortung, volle Motivation. Die holt sich Anke Herold aus ihrer Arbeit, „denn wenn die Qualität stimmt, erntest Du sehr viel Anerkennung.” In Bali gab’s für Anke Herold ihr jüngstes „Upgrade”, wie sie es nennt. Drei Mal war sie Co-Chair – eine Aufgabe bei den Verhandlungen, für die die EU nur eine Handvoll Experten stellen darf.
kk
info: Anke Herold