Was wäre eigentlich, wenn...
...das Öko-Institut viele neue Mitglieder gewinnt?
Sie wissen das sicherlich, oder? Hinter dem Öko-Institut stehen zwei Buchstaben, ein kleines e und ein großes V, also ein e.V., ein eingetragener Verein. An diesen Buchstaben halten wir schon eine ganze Weile fest, genaugenommen seit 30 Jahren. Und das ist auch gut so. Denn das kleine unscheinbare e und das große unscheinbare V stehen für Werte, die alles andere als unscheinbar sind. Allen voran sind sie Garant unserer Unabhängigkeit. Sie stehen für eine unabhängige, wertorientierte Forschung für die Umwelt. Ein bisschen dick aufgetragen, finden Sie? Entspricht aber den Tatsachen. Lesen Sie doch mal, welche Projekte unsere Mitglieder in den vergangenen Jahren möglich gemacht und unterstützt haben.
Zum Beispiel die ersten Arbeiten zur Stromkennzeichnung mit dem Ziel, mehr Transparenz in den Strommarkt zu bekommen. Oder die Studie „Grüne Geldanlagen?”, in der erstmals eine systematische Übersicht über am Markt befindliche Produkte erstellt wurde und Kriterien für die Unternehmen vorgegeben wurden. Die großen Projekte zur Energiewende, zur Chemiewende, zur Gentechnik in der Landwirtschaft, zum nachhaltigen Tourismus und zum „Umweltschutz im Cyberspace”. Oder das Projekt „Nachhaltiger Konsum”, Ausgangspunkt für die Verbraucherinformationskampagne EcoTopTen. Vielleicht haben Sie auch das Sonnenschiff schon kennen gelernt, das ökologische Bürogebäude, das die Freiburger Geschäftsstelle im Sommer 2005 bezogen hat und das Sinnbild unserer gelebten Energievision ist. Nur die zahlreichen, großzügigen Spenden und zinsgünstigen Darlehen unserer Mitglieder, Freunde und Förderer haben uns das ermöglicht.
Auch unsere Auftraggeber schätzen das e.V.. Sie verbinden damit Glaubwürdigkeit und breite gesellschaftliche Verankerung. In erster Linie finanzieren wir unsere Arbeit zwar durch Aufträge von Ministerien auf Bundes- und Landesebene, Unternehmen und von der Europäischen Union. Doch unsere Mitglieder sitzen deshalb nicht in der zweiten Reihe. Allen voran bilden die Beiträge und Spenden der Mitglieder die Grundlage für eine unabhängige Forschung. Damit wir darauf auch in Zukunft bauen können, sind wir auf neue Mitglieder angewiesen. Wir haben uns deshalb ein Ziel gesetzt: 500plus! Zugegeben, das, was man sich allgemein unter einem Vereinsleben vorstellt, können wir Ihnen nicht bieten. Auch keine Weihnachtsfeiern, Turniere oder gemeinsame Ausflüge. Aber Diskussionen und Projekte für eine bessere Zukunft, hartnäckige und erfolgreiche Einflussnahme auf Politik und Unternehmen.
Was also wäre, wenn das Öko-Institut viele neue Mitglieder gewinnt? Dann – so stellen wir uns vor – werden viele neue Menschen auf uns aufmerksam, weil unsere Mitglieder für uns und unsere Arbeit werben. Wir werden uns Gedanken machen müssen, welche Räumlichkeiten dem Ansturm auf die nächste Jahrestagung gewachsen sind, weil die Anmeldezahlen alle bisherigen Rekorde brechen und prominente Mitglieder werden uns – stellvertretend für die breite Basis – in der Öffentlichkeit den Rücken stärken. Vor allem aber werden wir einmal mehr mit einer kritischen Studie schon heute auf ein drängendes Problem von morgen aufmerksam machen können. Denn selbstverständlich bedeuten mehr Mitglieder auch größere finanzielle Unterstützung. Gelder, die es uns ermöglichen, Themen aufzugreifen, für die sich kurzfristig keine Auftraggeber finden, die aber deshalb nicht von geringerer gesellschaftlicher Bedeutung sind. Haben Sie herzlichen Dank dafür!
Katja Kukatz
Katja Kukatz ist Journalistin im Referat Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut.
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