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Couragiert

Regine Barth hat Mut zur eigenen Meinung

Regine Barth mag Herausforderungen. Ob es um das Regionale Dialogforum beim Flughafen Frankfurt geht oder um das Umweltgesetzbuch. Seit 2001 leitet die Volljuristin im Öko-Institut den Institutsbereich Umweltrecht & Governance. Und seitdem beschäftigt sich die 39-Jährige gerne mit Fragen an der Schnittstelle von Politik und Wissenschaft, unter anderem damit, welche „Instrumente” die Politik einsetzen sollte. Was sie daran reizt? „Ich möchte mit meinem juristischen Handwerkszeug etwas Neues entwickeln und nicht nur Vorhandenes analysieren”, sagt sie. Dabei findet sie es wichtig, Mut zur eigenen Meinung zu haben. Und gleichzeitig auch Mut zu haben, aufgrund neuer Erkenntnisse die eigene Meinung wieder in Frage zu stellen.

„Gleichgültigkeit ist das größte Risiko für Innovationen, weil dann alles stagniert”, sagt die Juristin. Eine fertige Vision von einer nachhaltigen Zukunft hat sie bewusst nicht. Stattdessen fragt Regine Barth sich lieber, wie sich die jetzige Welt nachhaltiger gestalten lässt. „Ich glaube, dass Menschen zu Großem in der Lage sind – das ist das, was ich aus der Geschichte, der Entwicklung von Rechtsstaaten, sozialer Sicherungssysteme, der UNO und vielen anderen Beispielen an Positivem heraus- ziehe”, sagt sie. „Ich glaube an die Mischung aus Kreativität, Intelligenz und Verantwortung.” Und damit lässt sich in der Tat einiges bewegen. cr

info: Regine Barth

Motiviert

Dr. Brigitte Hamm sind die Menschenrechte wichtig

Der Chemie-Skandal im indischen Bhopal, der 20.000 Menschen tötete und die Gesundheit weiterer 120.000 Menschen bis heute ruiniert, hat sie aufgerüttelt. Dr. Brigitte Hamm will nicht nur Studien betreiben, sondern betroffene Gruppen auch unterstützen. „Menschenrechte zu respektieren und zu schützen ist nicht mehr nur Aufgabe der Staaten, sondern auch der vor Ort aktiven Unternehmen”, sagt die Mitarbeiterin am Institut für Entwicklung und Frieden INEF, Universität Duisburg-Essen. Verbindliche Spielregeln fehlen jedoch weitgehend. Darum seien freiwillige Initiativen erstrebenswert wie beispielsweise die Business Leaders Initiative on Human Rights (BLIHR), in der sich Unternehmen verpflichten, Menschenrechte einzuhalten.

Auch Verbraucher können eine enorme Macht ausüben, wenn sie auf zertifizierte Produkte und Fair Trade Wert legen. „Wenn sich große Unternehmensketten auf Labels einlassen, wie es in Holland oder Großbritannien in stärkeren Maße als in Deutschland geschieht, kann eine große Schicht von Verbrauchern erreicht werden”, erklärt die 61-Jährige. Inzwischen stellt sich für die Forscherin die dringende Frage, inwiefern transnationale Konzerne der neuen Boom-Länder wie China und Indien die Standards positiv oder negativ beeinflussen. kh

info: www.inef.uni-due.de

Engagiert

Claudia Langer konsumiert ökorrekt

Als durch und durch optimistische Powerfrau arbeitet sie für ihre Überzeugung: Utopia ist machbar – wir können gemeinsam die Welt verbessern! „Noch nie waren Wirtschaft und Politik für bewussten Konsum so sensibilisiert wie heute”, sagt die Kommunikationsexpertin Claudia Langer. Darum hat die 42-Jährige das Internetportal utopia.de gegründet. Es soll Orientierung und Austausch für alle bieten, die denken, „Man müsste etwas tun!”.

Dass wir Verbraucher mit unserem Konsum oder auch mal Nichtkonsum wichtige Zeichen setzen können, war nicht immer ihr Leitgedanke. Der „No Future”-Generation entwachsen gründete sie mit 19 die Eventagentur Avantgarde und mit 27 eine der erfolgreichsten deutschen Werbeagenturen, start AG. Doch für MTV, Burger King oder die Deutsche Bank markige Sprüche zu konzipieren, reichte ihr bald nicht mehr. „Ich habe in einer Werbepräsentation versucht, einem Energieversorger die Atomenergie auszureden – das fanden die einfach nur süß”, erklärt die Mutter von drei Kindern. Ernüchtert stieg sie mit
ihrem Mann aus der gemeinsamen Agentur aus und ein in das Abenteuer „Sabbatjahr” zur eigenen Standortbestimmung. Das Ergebnis kann sich seit November im Internet sehen lassen und zählt bereits über 7.000 Mitglieder. kh

info: www.utopia.de

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