UN-Delegierte beraten in Bonn
Öko-Institut erarbeitet Umweltkonzept
Wenn Deutschland in diesem Jahr Gastgeber der 9. Vertragsstaatenkonferenz des UN Übereinkommens über die biologische Vielfalt ist, werden dazu rund 5000 TeilnehmerInnen aus 190 Vertragsstaaten in Bonn erwartet, um gemeinsam Maßnahmen gegen die anhaltende weltweite Naturzerstörung zu beraten. Vorgeschaltet ist eine weitere Konferenz, an der rund 1200 ExpertInnen teilnehmen werden. Außerdem werden etwa 120 Umweltminister erwartet. Insgesamt eine enorme Herausforderung für die Organisatoren, aber auch für die Umwelt. Deshalb hat das Bundesumweltministerium das Öko-Institut mit der Entwicklung eines anspruchsvollen Umweltkonzepts beauftragt, gilt es doch, auch in diesem Punkt eine Vorbildfunktion zu übernehmen. Die ExpertInnen des Öko-Instituts können dabei unter anderem auf Erfahrungen aufbauen, die sie bei der Erarbeitung des Umweltkonzepts Green Goal für die Fußball-WM 2006 und des Leitfadens Green Champions für die umweltfreundliche Gestaltung von Sportgroßveranstaltungen gesammelt haben.
kk
info: Dr. Hartmut Stahl
Ernährungswende
Lösungen für ein drängendes Problem
Gammelfleisch, Preisdumping, Fettleibigkeit – Nachrichten über Lebensmittelskandale und Gesundheitsprobleme infolge von Fehlernährung reißen nicht ab. Ganz offensichtlich ist Ernährung zum gesellschaftlichen Dauerproblem geworden, aber Ansätze, es zu lösen, haben meist nicht den erhofften Erfolg gebracht. Warum nicht und welche anderen Ansätze haben größere Aussicht auf erfolgreiche Umsetzung?
Diese Fragen hat das Öko-Institut mit weiteren Partnern in dem Forschungsprojekt „Ernährungswende” beantwortet und die Erkenntnisse im Rahmen eines Stakeholder-Dialogs den relevanten Akteuren zur Diskussion gestellt. Kurz und knapp sind die Ergebnisse jetzt in einer Broschüre zusammengefasst, die sich gezielt an professionelle Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wendet. Neben zahlreichen relevanten Hintergrundinformationen stellt die Broschüre auch dar, wie sich nachhaltige Ernährung konkret umsetzen lässt und liefert dazu akteursspezifische Handlungsempfehlungen. Sie steht kostenlos im Internet zur Verfügung oder kann beim Öko-Institut bestellt werden.
kk
info: Dr. Ulrike Eberle
EU-Altautorichtlinie
Welche Ausnahmen sind noch berechtigt?
Ob Karosserie, Armaturenbrett oder Sitzpolster: Nach der so genannten EU-Altautorichtlinie sind für Autos, die nach dem 1. Juli 2003 auf den Markt gebracht wurden, bestimmte gefährliche Stoffe verboten. Es handelt sich dabei um Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertiges Chrom. Die Richtlinie sieht allerdings auch Ausnahmen vor. So darf Blei zum Beispiel nach wie vor in Gleitlagern des Motors verwendet werden. Doch wie berechtigt sind diese Ausnahmemöglichkeiten noch? Dies prüft das Öko-Institut jetzt im Auftrag der EU Kommission.
Gibt es inzwischen andere, unbedenklichere Stoffe, die auch in der Serienproduktion eingesetzt werden können? Oder sind für bestimmte Anwendungen noch keine Alternativen verfügbar? Diesen und weiteren Fragen gehen die WissenschaftlerInnen im Rahmen des Projekts nach. Das Ziel: „Unsere Arbeit soll dazu beitragen, die Stoffverbote nur in wirklich gerechtfertigten Ausnahmefällen aufzuheben und diese an den aktuellen wissenschaftlichen und technischen Stand anzupassen”, erläutert Stéphanie Zangl vom Öko-Institut.
kk
info: Stéphanie Zangl