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Kernkraftwerk Biblis A verwundbar gegenüber Terrorangriff aus der Luft

27.11.2007

Öko-Institut untersucht Auswirkungen eines gezielten Flugzeugabsturzes

Nach den Anschlägen des 11. September 2001 hat sich die spezifische Bedrohungslage auch in der Bundesrepublik Deutschland verändert. Aus diesem Grund müssen terroristische Szenarien, die bislang als unwahrscheinlich eingestuft wurden, neu diskutiert werden. Zu diesen gehört zum Beispiel der gezielte Absturz eines zivilen Großflugzeugs auf ein Kernkraftwerk. Die Auswirkungen eines solchen Szenarios hat das Öko-Institut am Beispiel der Anlage Biblis A, dem gegenwärtig ältesten Kernkraftwerk in Deutschland, untersucht.

Wie gut deutsche Kernkraftwerke gegen einen Flugzeugabsturz geschützt sind, ist unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Baubeginn und vom Anlagenkonzept ab. So wurde bei der Konzeption und beim Bau der neueren Anlagen – in unterschiedlichem Umfang – ein unfallbedingter Flugzeugabsturz berücksichtigt. Bei den ältesten in Deutschland betriebenen Anlagen – zu denen auch das Kraftwerk Biblis A gehört – ist dies jedoch weder für einen unfallbedingten noch für einen gezielten Flugzeugabsturz explizit geschehen. In der neuen Studie des Öko-Instituts stellen die Autoren jetzt fest, dass im Falle eines gezielten Flugzeugabsturzes auf Biblis A  großflächige Zerstörung des Reaktorgebäudes nicht sicher ausgeschlossen werden kann. In der Folge ist eine Kernschmelze mit frühzeitiger Freisetzung von großen Mengen von Radioaktivität möglich.

In Hinblick auf die Auswirkungen eines solchen Ereignisses auf die Umgebung der Anlage haben die Wissenschaftler unter Annahme von typischen Wetterbedingungen berechnet, dass bei einem solchen Terrorakt Gebiete mit einer Fläche von 10.000 Quadratkilometern von Katastrophenschutzmaßnahme betroffen sein könnten. Es müssten also in weit größeren Gebieten einschneidende Maßnahmen wie Evakuierung oder langfristige Umsiedlung erfolgen, als dies nach den Katastrophenschutzplänen vorgesehen ist, urteilen die Autoren. Die gesundheitlichen Folgen würden vor allem in Spätschäden wie Krebserkrankungen bestehen. Ein solches Ereignis wäre aufgrund der sehr großen betroffenen Flächen auch mit massiven ökonomischen Schäden verbunden.

Die vollständige Studie „Analyse des Bedrohungspotenzials „gezielter Flugzeugabsturz“ am Beispiel der Anlage Biblis A“ können Sie hier >> kostenlos aus dem Internet herunterladen.

Ansprechpartner

Christoph Pistner
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Institutsbereich Nukleartechnik & Anlagensicherheit
E-Mail Kontakt


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